Während EA Sports inzwischen bekannt für die großen und jährlich aufblühenden Sportspielserien ist, sorgt EA zwischenzeitlich auch immer mal wieder für Überraschungen. Eine dieser Überraschungen ist die Gründung des brandneuen „EA Freestyle“ Labels, das überwiegend den Casual Markt bedienen soll. Mit „Facebreaker“ erreicht uns das erste Produkt der neuen Spieleschmiede – was euch hier erwartet, erfahrt ihr im Test!

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Futter für die Lachmuskeln!

Bei „Facebreaker“ handelt es sich grundsätzlich um ein Boxspiel, das jedoch bis auf den Ring und fliegende Fäuste wenig mit dem Sport gemeinsam hat. Passend zur angestrebten Zielgruppe entpuppt sich der Titel als reiner Arcade Prügler, der von Beginn an mit einem erfrischend anderen und gleichzeitig ungemein witzigen Grafikstil punktet. Alle zwölf Boxer, von denen ihr sechs erst im Laufe des Spiels aktiviert, verkörpern individuelle und herrlich klischeehafte Charaktere.

FaceBreaker - Tiefschlag in die Gameplay-Juwelen

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Der Grafikstil von Facebreaker ist sehr comiclastig.
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Das Salz in der Suppe ist die Tatsache, dass bei „Facebreaker“ der Name Programm ist. Werden die Kämpfer also im Zuge von passgenauen Schlagstafetten in Mitleidenschaft gezogen, nehmen die Visagen deutlich sichtbaren Schaden. Von Schwellungen über Rötungen bis hin zu komplett verzogenen Kiefern hat das Darstellungsrepertoire durchaus großen Unterhaltungswert. Dank Comicgrafik erscheint die Darbietung dabei jedoch niemals brutal sondern stets amüsant.

Nach den Vorschusslorbeeren für die vorzügliche Präsentation wenden wir uns nun jedoch mal dem Gameplay zu. Leider gibt es hier nicht ganz so viel Erfreuliches zu berichten. Das liegt vor allem an einer stark vereinfachten Steuerung, die natürlich ebenfalls auf die Casual Gamer Zielgruppe zugeschnitten ist. Wer an Spielen wie „Soul Calibur IV“ oder „Virtua Fighter 5“ das anspruchsvolle und komplexe Kampfmodell schätzt, der wird von „FaceBreaker“ leider brutal enttäuscht sein.

Simples Kampfsystem

Attackiert wird mit vier Angriffstasten. Neben einem hohen und einem niedrigen Schlag, dürft ihr noch unwirksame Würfe und eine kraftvolle Attacke ausführen. Schafft ihr es jeweils zwei hohe oder niedrige Schläge in Folge im Gesicht oder auf dem Körper des Gegners zu platzieren, lädt sich eine kleine Anzeige in mehreren Stufen auf. Kassiert ihr auch nur einen Gegentreffer, wird diese Anzeige sofort wieder geleert.

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Die coolen Schauplätze stehen den Akteuren in nichts nach!
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Je nachdem auf welcher Stufe die Anzeige ist, führt der Kraftschlag zu verschiedenen, teils irrwitzigen Animationen, die dem Gegner recht viel Schaden zuführen. Der König dieser Aktionen ist der namensgebende Facebreaker, mit dem ihr euren Gegner völlig unabhängig vom aktuellen Gesundheitszustand dermaßen aus den Socken haut, dass der Kampf mit sofortiger Wirkung entschieden ist.

Grafisch gelungenes, spielerisch jedoch eher maues Arcadegeprügel ohne Tiefgang und mit überschaubarem Umfang!Fazit lesen

Jeder der zwölf Kämpfer verfügt dabei über eine individuelle Variante, die Visage des Gegners an Attraktivität zu berauben. Neben diesen Attacken könnt ihr kraftvollere Schlagvarianten einsetzen, indem ihr die Taste für den hohen oder niedrigen Angriff zuvor gedrückt haltet. Abgerundet wird das Bewegungsspektrum durch einen individuellen Angriff pro Kämpfer, mit dem ihr den Gegner kurzzeitig ins Land der Träume schicken und ihn während dieser Zeit widerstandslos bearbeiten.

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Niederschläge sind gegen KI Gegner an der Tagesordnung.
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Zur Verteidigung nehmt ihr per Schultertaste die Fäuste hoch und kontert gezielt durch eine Tastenkombination aus Block und hohem beziehungsweise tiefem Angriff. Per Analogstick dürft ihr den Schlägen alternativ auch geschickt ausweichen. Was sich in der Theorie soweit gut anhört, sorgt im Spielverlauf schnell gehörig für Frust. Das Spieltempo ist derart hoch, dass ihr kaum Zeit habt gezielt vorzugehen.

Immer wieder laufen die Kämpfe darauf hinaus dass beide Spieler versuchen, so viele Schlagfolgen wie möglich zu landen, um möglichst schnell eine der harten Spezialattacken auszuführen. Spielt ihr gegen die KI oder gegen halbwegs fitte menschliche Kontrahenten, kommt es nahezu nie zum „Facebreaker“, weil keiner der Kontrahenten es schafft, seine Schlagleiste bis zum Ende zu füllen.

Willkürlicher Kampfverlauf

Ebenfalls hinderlich ist die Tatsache, dass ihr euren Gegner drei Mal niederschlagen müsst, um den Kampf für euch zu entscheiden. Da sich die Gesundheitsleiste mit jedem gefangenen Schlag leert und bei guten Aktionen wieder füllt, sind die Kämpfe häufig sehr ausgeglichen. Meistens ist es dann so, dass die letzte Runde im Sudden Death bestritten wird und der erste Niederschlag den Kampf entscheidet, was den Anstrengungen und Kampfanteilen in den vorherigen Runden häufig nicht gerecht wird.

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Obwohl sich die Kämpfer optisch stark unterscheiden, spielen sie sich insgesamt zu ähnlich.
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Hinzu kommt, dass sich die Kämpfer zwar optisch, spielerisch jedoch viel zu wenig von einander unterscheiden. Die harten Spezialschläge werden durch witzige Sequenzen und coole Kameraperspektiven in Szene gesetzt, sind jedoch zu wenig, um den Spieler langfristig zu motivieren. Da hilft es auch kaum, dass ihr auf Wunsch euren eigenen Boxer erstellen und sein Gesicht sogar mit einem Portrait von euch verzieren könnt. Das sieht dann zwar bei fortschreitendem Kampfverlauf äußerst witzig aus, ändert aber nichts daran, dass es an spielerischer Abwechslung fehlt.

Abgerundet wird der Titel durch einen äußerst übersichtlichen Spielumfang. So könnt ihr an einer Konsole gegen mehrere Freunde antreten, wobei der Sieger des Kampfes jeweils im Ring bleibt. Normale Einzelkämpfe gegen Freunde oder die KI stehen natürlich auch zur Wahl und in Herausforderungskämpfen spielt ihr neue Charaktere und Schauplätze frei.

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Im Laufe des Kampfes verlieren die Visagen der Boxer an Attraktivität.
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Frustrierend ist jedoch der völlig übertriebene Schwierigkeitsgrad, der jeden Typ von Spieler schnell zur Verzweiflung bringt. Selbst in der niedrigsten von drei Stufen bekommt ihr schon bei den ersten Herausforderungen dermaßen eins auf die Mappe, dass euch der Restspaß binnen wenigen Minuten vergeht. Komplettiert wird das Ganze durch einen Onlinemodus, bei dem ihr gegen Buttonmasher aus der ganzen Welt antreten könnt.