Eine von der University of Indiana durchgeführte Studie belegt, dass durch die umfangreiche Nutzung von Facebook die Offenheit des Webs eingeschränkt wird. Die Publikationsform im Internet befindet sich derzeit im Wandel.

Facebook - Offenes Web wird zurückgedrängt

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Die Facebooknutzung nimmt immer mehr zu (Foto: facebook.com)
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Durch das enorme Wachstum von Facebook, so Prof. Susan Herring von der University of Indiana, schrumpft das öffentlich zugängliche Internet. Dies liegt vor allem darin begründet, dass die Userinhalte bei Facebook, im Gegensatz zu Blogs oder Twitterpostings, nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So ist es ohne weiteres möglich, Inhalte aus Blogs und Postings bei Twitter via Google zu finden. Für Facebookinhalte gilt dies allerdings nicht, da hier die Inhalte von Google abgeschirmt werden.

Da nun immer weniger öffentliche Blogs angelegt werden, dafür aber die Menge der Inhalte bei Facebook tendenziell zunehmen, lässt sich hier statistisch eine Verschiebung der Menge der Inhalte aus der Öffentlichkeit der Blogs, hin zur Geschlossenheit von Facebook feststellen. Wie groß nun allerdings der öffentlich zugängliche Teil des Internets ist, lässt sich dabei nur sehr schwer abschätzen.

Was die Zielrichtung der Inhalte angeht, so sind Facebook und Twitter diametral verschieden. So richten sich Twitterpostings ganz deutlich an die breite Öffentlichkeit, nach der jeder im Internet suchen kann, wogegen Facebookinhalte sich an einen kleinen Freundeskreis richten, also an die soziale Peergroup, mit der der Nutzer in Verbindung steht.

Die Umfangreiche Nutzung von sozialen Netzwerken und die damit entstehenden geschlossenen Informationskreise könnten auf Kurz oder Lang dafür sorgen, dass sich das Nutzungsverhalten im Internet fundamental ändert: "Information ist immer weniger das, was wir im Netz suchen", so Anthony J. Rotolo, Assistenzprofessor an der Syracuse Universität. "Stattdessen erwarten wir, dass alles im sozialen Strom zu uns kommt."