Geht es nach dem Spiele-Investoren-Berater Nick Gibson, könnten sich soziale Spiele, die mehr Inhalte für junge Menschen bieten, deutlich besser auf Facebook und Co. positionieren. Hier geht eine recht große Zielgruppe verloren - und mit ihr eine Menge Geld.

Facebook - Hardcore-Social-Gaming könnte für die Industrie sehr lukrativ sein

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200 Millionen Core-Gamer warten auf qualitativ hochwertige Spiele. Eine äußerst gewinnbringende Sache.
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So schreibt er, dass soziale Netzwerke von jungen Leuten aufgebaut und benutzt werden, ironischerweise aber gerade Hausfrauen mittleren Alters hauptsächlich den Markt der sozialen Spiele dominieren, während die jungen Leute lieber woanders spielen.

Die Facebook-Mitglieder, die soziale Spiele spielen, sind meist zwischen 25 und 54 Jahren alt und zumeist weiblich. Entwickler sprechen gern, nicht ganz frei von einem ironischen Unterton, von der 42-jährigen Hausfrau, die zwischen Kochen und Bügeln ihr FarmVille-Feld bestellt.

Allgemein sind Facbook-Mitglieder aber zwischen 14 und 24 und sowohl männlich als weiblich. Diejenigen, die nicht spielen, also die Kohorte der 14- bis 24-Jährigen hat immerhin eine Größe von über 200 Millionen Nutzern. Ein recht großer Markt also, der bis jetzt noch nicht abgedeckt wird.

Die geringe Anzahl von jungen Spielern liegt offenbar darin begründet, dass es nur sehr wenige qualitativ hochwertige Facebook-Spiele gibt, die sich tatsächlich an junge Menschen als Zielgruppe richten. Die klassischen Zynga-Spiele sind im Großen und Ganzen nicht actionlastig genug. Die Spiele richten sich meist an eine eher ältere Zielgruppe (ältere Frauen), da diese am ehesten für Werbung empfänglich sind und eine finanzstarke Gruppe darstellen.

Da diese Spielerinnen dann ebenfalls ihre Freunde gleichen Alters einladen, um mitzuspielen, wächst diese Alterskohorte entsprechend an. Denn um soziale Spiele zu spielen, braucht man Freunde, die einem helfen, Ziele zu erreichen,

Jüngere, männliche Spieler bevorzugen dafür verschiedene Spiele mit höherer Qualität, sei es nun auf Konsolen oder Handhelds. Würde man die Zielgruppe der Hardcore-Gamer also für sich gewinnen wollen, müsste man höherwertige Spiele auf ein soziales Niveau bringen. Etwas, das durchaus nicht unwahrscheinlich ist.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat EAs Ableger Playfish mit den „Madden“- und „FIFA Superstars“-Spielen gemacht, die über Facebook spielbar sind. Technisch ist es auch nicht mehr allzu schwer, hochwertige Spiele für den Browser zu entwickeln, wie sie zum Beispiel mit der Unity-Engine oder ähnlichen Technologien möglich werden.

Weiterhin sind derzeit verschiedene Versuche von Hybrid-Spielen angedacht, die sowohl auf der Konsole als auch bei Facebook gespielt werden können. Dabei hat die Facebook-Variante verständlicherweise keine allzu perfekte Grafik, es besteht aber die Möglichkeit, einen Kampf „mit Freunden“ weiter auszutragen oder Items und Bonusinhalte über Facebook freizuschalten.