Facebook ist, ohne Frage, das größte soziale Netzwerk der Welt. Den letzten Zahlen zufolge sind über 800 Millionen Menschen Mitglieder. Das sind eine unglaubliche Menge Leute und die Konkurrenz bekommt es deutlich zu spüren. In Deutschland leiden beispielsweise die VZ-Netzwerke unter der Marktmacht von Facebook und verlieren immer weiter an Nutzern. Aber nicht alle Deutschen sind begeistert vom Zuckerbergschen Social-Imperium. Sogar fast die Hälfte fürchtet sich davor.

Facebook - Fast die Hälfte der Deutschen fürchtet sich vor dem sozialen Netzwerk

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Nicht alle "liken" Facebook - in der Tat fürchtet sich die Mehrheit sogar davor.
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Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung, die im Auftrag der Berliner Morgenpost Online durchgeführt wurde. So haben über 42,6% der Menschen Angst vor dem größten sozialen Netzwerk der Welt. Zu der überwiegenden Menge derer, die sich fürchten, zählen die Personen mit einem niedrigen Bildungsabschluss. Über die Hälfte derjenigen, die nur einen Hauptschulabschluss haben, gaben an, dass sie sich vor Facebook fürchteten. Allerdings ist dies offenbar auch eher eine diffuse Angst, denn in der Gruppe derjenigen mit einem Hauptschulabschluss, haben über 20% noch nie etwas von Facebook gehört.

Ein Ergebnis, das die Statistiker deutlich überrascht hat. Man war nämlich davon ausgegangen, dass bei Menschen mit höherem Bildungsabschluss die kritische Haltung gegenüber dem Netzwerk eher zunimmt als bei denen mit einem niedrigeren. Die Realität zeichnet allerdings ein völlig anderes Bild. In der Tat sind es gerade diejenigen, die einen höheren Bildungsabschluss haben, Abiturienten und Studenten, die sich mit weniger Bedenken in dem sozialen Netzwerk bewegen. Mehr als die Hälfte (59,5%) der 14- bis 19-Jährigen nutzen Facebook vor allem der Unterhaltung wegen. Immerhin macht das System es ja auch recht einfach, Videos, Links und eigene Texte mit Freunden und Bekannten zu teilen.

Dabei werden die Datenschützer der Länder schon seit einigen Jahren nicht müde, davor zu warnen, dass die Nutzer all zu lax mit ihrer Privatsphäre umgehen. Besonders bedenklich ist, dass Facebook in Schule und Universität mittlerweile vermehrt als Kommunikationsmedium zwischen Lehrenden und Schülern genutzt wird. Und, wie eine vertrauenswürdige Quelle behauptet, selbst im Deutschen Bundestag bekommt man von einigen Treffen und Debatten nichts mit, wenn man keinen Facebook-Account hat, denn die Einladungen hierfür werden über allein dort geteilt. Für 93,1% der Schüler und Studenten und immerhin 75% der Auszubildenden und Wehrdienstleistenden ist es hauptsächlich sehr praktisch, Fotos miteinander zu teilen und zu kommunizieren.

Es machen sich allerdings nur sehr wenig Nutzer wirklich Sorgen um ihre Daten. Der soziale Druck ist offenbar größer als die Angst. In der Alterskohorte 20-29 sind die Nutzer sicherlich besser informiert aber dennoch erpicht darauf, das Netzwerk zu nutzen. Sie sind aber zugleich hin und her gerissen zwischen dem Nutzenaspekt und der Furcht vor dem Missbrauch ihrer Daten. 40,9% haben nämlich zu gleichen Teilen Angst und Freude an der Nutzung von Facebook.

Bei den Senioren ist Facebook übrigens auch nicht unbekannt, wird aber recht wenig genutzt. 60,4% der über 70-Jährigen kennt das soziale Netzwerk, aber nur etwa 1,4% nutzen es auch wirklich, denn sie haben Angst vor der Sicherheit ihrer Daten.

Unterteilt in Berufe, Einkommen und Familienstand sind es vor allem die Beamten und Angestellten, die Facebook häufiger nutzen als alle anderen. Nur jeder Dritte Arbeiter und sogar nur jeder fünfte Selbstständige ist Aktiv. Dabei gehen die Forscher aber davon aus, dass es möglicherweise daran liegen könnte, dass Letztere viel zu wenig Zeit haben, da sie deutlich mehr arbeiten müssen als alle anderen. Aber immerhin haben auch deutlich über die Hälfte der Selbstständigen, nämlich 61,6%, Angst vor Facebook.

Interessant ist übrigens, dass vor allem Singles ihre Facebook-Profile deutlich häufiger pflegen als Verheiratete, von denen 71,2% das Netzwerk gar nicht nutzen. Gerade die Ledigen nutzen Facebook sehr häufig. Zum einen vermutlich, weil sie die meiste Zeit haben, zum anderen, weil sie sich vermutlich auch erhoffen, dass ihnen das soziale Netzwerk bei der Partnersuche hilft.

Das ist im Übrigen gar nicht so unwahrscheinlich, denn ein Großteil der Singles, die sich zunächst online kennenlernen, untersuchen die Facebook-Profile ihres Gegenübers vor einem ersten Treffen, um hier nach Gemeinsamkeiten oder Ausschlusskriterien zu suchen. Um so effizienter wird das Profil zur Selbstdarstellung benutzt. Ob diese Darstellung allerdings zutreffend ist, ist fraglich - und es wäre wohl auch, im Hinblick auf den Datenschutz, wünschenswert, wenn möglichst viele unwahre Informationen dort zu finden wären.