Wenn man über Facebook in Verbindung mit dem Datenschutz liest, dann liest man nicht selten von Skandalen, ungewollt veröffentlichten Informationen oder einem veränderten Verständnis von „Privatsphäre“. Der freizügige Umgang mit privaten Informationen scheint selbstverständlich geworden zu sein.

Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass die Anbieter von Facebook-Spielen, unter anderem auch Zynga, persönliche Daten an Dritte weitergegeben haben. Dabei handelte es sich um die Weitergabe der Facebook-ID an Werbefirmen, mit der unter anderem eine Verknüpfung zum Namen des Mitglieds möglich ist, wenn man nicht eingeloggt ist und zu allen „öffentlichen Informationen“, die mit allen geteilt werden, wenn man selbst Facebookmitglied ist. Die Weitergabe dieser Daten ist gemäß den Datenschutzbestimmungen des sozialen Netzwerks verboten - weswegen einige Mitglieder nun wegen der Weitergabe ihrer Daten klagen.

Was nun aber „private Daten“ sind und ob es sie überhaupt noch gibt, das ist für manche Anbieter von Spielen auf Facebook umstritten. Das Magazin Gamepro führte in diesem Zusammenhang ein Interview mit Duleepa Wijayawadhana, CEO der Firma hinter Empire Avenue. Er meint, man sollte „private Informationen“ neu definieren.

„Ich denke, die erste Frage, die sich ein Kunde selbst stellen sollte, ist nicht, ‚was ist öffentlich?‘ sondern ‚was ist privat?‘. Wenn man in der heutigen Welt online ist, sei es nun bei E-Mails, Twitter, Facebook oder Empire Avenue, dann ist die Definition von ‚privat‘ eine sehr wichtige Überlegung. Sogar die E-Mails bei Googlemail, ist das, wovon man meint, es würde nur zwischen Sender und Empfänger ausgetauscht, immerhin auf Servern gespeichert, die von Technikern betreut werden. Ich sage nicht, dass die Techniker sich euer Zeug angucken werden; ich sage nur, das nichts wirklich privat ist.“

Möchte man nun Spiele auf Facebook spielen, ohne den Anbietern dieser Spiele all zu viele Daten an die Hand zu geben, dann solle man sich die Sicherheits- bzw. Privatsphäreeinstellungen des Netzwerks einmal genauer anschauen.

Zunächst einmal muss man sich überlegen, wem man was zur Verfügung stellen möchte. Möchte man mit Personen, die man wirklich kennt, alle Informationen teilen oder möchte man ihnen nur bestimmte Informationen zukommen lassen? Hierzu legt man zunächst Gruppen an. Die Funktion dafür findet sich unter „Konto“, „Freunde Bearbeiten“ und „Liste erstellen“.

Facebook - Facebook-Spiele und die Privatsphäre

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Über diesen Button lassen sich neue Listen erstellen.
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In diese neu erstellte Liste schiebt man nun diejenigen Kontakte, mit denen man bestimmte Informationen teilen möchte, andere dafür nicht. Entsprechend ratsam wäre es, den Chef in eine andere Gruppe zu stecken als den besten Kumpel. Gleiche Vorgehensweise gilt für andere Gruppen, mit denen man wenig oder nichts teilen möchte, wie z. B. Spiele oder Geschäftskontakte.

Hat man diese Gruppenzuordnung soweit vorgenommen, kann man nun in den Privatsphäreeinstellungen zuweisen, welche Gruppe (oder auch Einzelperson), welche Informationen sehen darf und welche nicht. Hierzu wählt man in den Privatsphäre-Einstellungen den Link „Benutzerdefiniete Einstellungen“. Dort wird eine Liste mit Informationen angezeigt, die geteilt werden können. Statt nun die Informationen „mit allen“ zu teilen, kann man nun über das Pull-Down-Menü auf „Benutzerdefiniert - bearbeiten“ klicken und jeden Abschnitt für eine eigene Gruppe freigeben. Das bedeutet gleichzeitig: Nur noch diese Gruppe kann die entsprechenden Informationen sehen. Alle anderen, die nicht in der Gruppe sind oder einzeln ausgewählt wurden, haben keinen Zugriff auf die Daten.

Hat man alle Einstellungen so angepasst, dass nur noch Informationen, die nicht privatisiert werden können, mit allen geteilt werden (dazu zählt das Profilbild, das Geschlecht, der Name und die Facebook-ID), sehen die Privatsphäre-Einstellungen so aus:

Facebook - Facebook-Spiele und die Privatsphäre

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Alle Informationen, die geteilt werden können, einzeln zugewiesen. Fünf Minuten Arbeit, dafür hat man die Kontrolle über seine privaten Daten fast vollständig im Griff.
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Inwiefern diese Einstellungen das Spielen und die Nutzung von Apps auf Facebook sicherer macht? Ganz einfach: Fragt eine Anwendung oder ein Spiel nach grundlegenden Informationen, die mit allen geteilt werden, dann sind das nicht mehr wirklich viele. Einzig Name, Geschlecht und Profilfoto lassen sich nicht verstecken. Das ist zwar immer noch mehr als nichts - aber besser als gar keine Sicherheitseinstellungen vorzunehmen. Die App bekommt also nicht mehr all zu viele Daten zugeschickt. Über die Einteilung in Gruppen lässt sich somit verhindern, dass man all zu viele Daten an Facebook-Spiele verschenkt.

Welche persönlichen Informationen man nun allerdings für besonders wertvoll hält und wie genau man bei der Einteilung der Gruppen vorgeht, was der Chef über einen wissen darf und welche Fotos man dann doch lieber nur mit guten Freunden teilt, die man auch im echten Leben kennt (und nicht nur bei FarmVille), das muss jeder für sich entscheiden.