Das US-Patentamt hat Facebook nun, nach einem schon eine ganze Weile andauernden Antragsverfahren, das Markzenzeichen „Face“ zugesprochen.

Facebook - "Face" als Markenzeichen registriert

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Nur wo Faceebook draufsteht, darf auch Facebook drin sein - so will es das soziale Netzwerk.
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Zunächst wollte Facebook mögliche Mitbewerber davon abhalten, den Begriff „book“ für Online-Communities zu benutzen. Das äußerte sich darin, dass Betreiber von anderen sozialen Netzwerken, wie Teachbook.com (eine Lehrercommunity) verklagt wurden, weil sie den Begriff „book“ in ihrem Namen hatten. Facebook schreibt in seiner Klage, dass das Suffix „book“ zu einem allgemeinen Begriff für Onlinecommunities oder Netzwerke werden könnte. Und da Facebook es sich nicht leisten möchte, dass es noch andere „books“ neben ihm gibt, zog es in den Rechtsstreit.

Kurze Zeit darauf beantragte man das Markenrecht auf den Begriff „face“. Aber auch hierzu gibt es eine Geschichte zu erzählen. Aaron Greenspan, seines Zeichens Chef der Firma Think Computer und Entwickler einer Anwendung für mobiles Zahlen namens „FaceCash“, verklagte das soziale Netzwerk vor Kurzem, weil dieser sich übergangen fühlte, nachdem er maßgeblich an der Entwicklung des sozialen Netzwerkes beteiligt war. Ihm würden größere Anteile an dem Millionenunternehmen zustehen - und genau die hätte er nun gern.

Möglicherwiese als Retourkutsche, übernahmen Facebook den Markenschutzantrag auf den Begriff „face“ von einer kleinen Firma, welche die Seite Faceparty.com betrieb. Greenspan fand verständlicherweise wenig Gefallen an der Aktion. Er hält zwar das Markenrecht an dem Begriff „FaceCash“, so wie Apple auch das Markenrecht an dem Begriff „Facetime“ hat, welches als Videotelefonie mit dem neuen iPhone 4 eingeführt wurde. Allerdings würde ihn dieser Markenschutzantrag seitens Facebook davon abhalten, das Wort „face“ für weitere Applikationen aus seiner Softwareschmiede zu nutzen. Außerdem will er verständlicherweise verhindern, dass Facebook eine Möglichkeit bekommt, ihn juristisch zu verfolgen.

Nun, Greenspan und alle anderen, die im Internet mit dem Begriff „face“ umgehen wollen, werden in Zukunft vorsichtiger sein müssen. Die US-Patentbehörde hat Facebook nämlich vor Kurzem das Markenrecht an dem Begriff „face“ zugesprochen. Dies gilt allerdings nur für „Telekommunikationsdienstleistungen, namentlich das Anbieten von Online-Chaträumen, elektronischen Foren zur Übermittlung von Nachrichten zwischen Computernutzern im Rahmen des allgemeinen Interesses und betreffend Gegenstände in den Bereichen Soziales und Unterhaltung, ohne primären Bezug auf Motorisierung oder Autos.“

Es wäre damit also recht unklug, ein neues soziales Netzwerk aufzubauen und den Begriff „face“ darin zu verwenden - ganz egal, in welcher Verbindung. Bestehende soziale Netze, die diesen Begriff bereits nutzen, dürften sich nunmehr warm anziehen dürfen.

Es ist allerdings auch gar nicht so ungewöhnlich, dass sich Firmen allgemeine Begriffe als Markenzeichen für einen bestimmten Bereich sichern. Apple hat z. B. das Markenrecht an dem Begriff „Chicago“ - bezogen auf Schriftarten für Computer.