Viele Entwickler von Browser-Spielen setzen in letzter Zeit auf Social-Gaming, um auf der Erfolgswelle, die Zynga mit Farmville initiiert hat, mitschwimmen zu können. Allerdings scheint es auch kritische Stimmen zu geben, was die Zusammenarbeit mit großen sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, gibt.

Facebook - Bigpoint befürchtet Abhängigkeiten

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Galactica Online wird nicht nur über Facebook beworben. Bigpoint sucht gezielt nach vielen verschiedenen Distributionswegen.
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Bigpoint gehört ohne Frage zu den führenden Kräften, was die Entwicklung von Browser-Spielen angeht. Mit der Unity-Engine werden demnächst 3-D-Spiele wie das "Battlestar Galactica Online"-MMO im Browser realisiert und nach der Übernahme von Radon Labs erscheint dann auch Drakensang Online als 3-D-Browser-Spiel. Letzteres verfügt allerdings über eine eigene Technologie und setzt nicht auf die Unity-Engine.

Heiko Hubertz, Geschäftsführer von Bigpoint, sagte nun kürzlich, dass die Entwickler nicht „all ihre Eier im Korb eines sozialen Netzwerkes platzieren“ sollten. Verlassen sich die Entwickler also auf ein einziges Netzwerk, so sind sie ihm ausgeliefert. Daraus wird eine gewisse Hassliebe zwischen Hubertz und Facebook deutlich.

„Es ist sehr schwer, wenn man von Facebook abhängt - sie können, wann immer sie wollen, die Regeln ändern, wenn es zu viralen Nutzereffekten kommt und das Spiel beworben werden soll.“

Hubertz zeigt sich auch besorgt über die Einführung der Facebook Credits, die, ähnlich wie Microsoft Points seit Neustem in Amerika verkauft werden.

„Das Neuste sind Facebook Credits. Sie können anfangen, die Leute dazu zu zwingen, sie zu benutzen - aber sie ziehen 30 Prozent davon ab. Und wer hat eine dreißigprozentige Marge, die er Facebook abgeben möchte? Das ist der Grund, warum wir nicht von einer einzigen Veröffentlichungsmöglichkeit abhängig sind und alle Arten von Portalen und Plattformen nutzen.“

Bigpoint nutzt zur Veröffentlichung seiner Spiele nicht nur die eigene Webseite, sondern auch verschiedene Netzwerke und Seiten, die jeweils gezielt für die jeweiligen Spiele entwickelt wurden. Facebook ist nur ein Veröffentlichungsweg von vielen.

Hubertz sagte auch, dass eine Veröffentlichung der Spiele außerhalb von Facebook, also mit einer größeren Streuung der Veröffentlichungswege, mehr Wachstum einbringt, als es die Facebook-Spiele haben. Ein Beispiel dafür ist Bigpoints Farmarama, das durchaus an Zyngas FarmVille angelehnt ist. Allerdings zeigen die Google-Trends, dass das Spiel Farmville schon jetzt, sechs Monate nach dem Launch, überholt hat.

Aber das Wachstum von Facebook hat durchaus auch positive Seiten, so Hubertz. Es hätte dabei geholfen, den Leuten verständlich zu machen, wie Micropayment funktioniert. Damit hat es auch dabei geholfen, den Nutzern zu erklären, wie man für Bigpoint-Spiele bezahlt und sie spielt.