"Es schmerzt ein wenig mitanzusehen, wie viel Potenzial Lionhead an Kinect verschwendet." - Denis Brown

Kinect mag für Tanzspiele und familienfreundliche Sport-Snacks gut geeignet sein, aber spätestens seit dieser Vorführung habe ich jede Hoffnung auf ein ordentliches Core-Game mit Bewegungssteuerung verloren. Einerseits vergessen alle Kinect-Programmierer Mal um Mal, dass es nicht um die Bewegung an sich geht, sondern um die praktische Interaktion und um die Verschmelzung mit der Spielwelt.

Man sollte sich ins Spiel einbringen wollen, weil es passt und weil man den Drang verspürt, nicht weil das Programm einem alle naselang den Befehl dazu gibt. Tausendmal in ermüdender Wiederholung Magiebälle werfen ist damit nicht gemeint. Das Wagenlenken kommt der Sache schon näher, bot aber in der Vorführversion kein tiefergehendes Spielelement. Der Wiederspielwert tendiert aufgrund der aufgezwungenen Linearität gen Null.

Andererseits bleibt der absolute Verzicht auf ein handfestes Steuerungsgerät die größte Schwäche in Microsofts Konzept. Bewegungssteuerung schön und gut, aber warum zwingend ohne eine zuverlässige Richtungsangabe? Warum wird der Spieler in seinen Möglichkeiten beschnitten?

Die Handlung, die Charaktere, Musik und Grafik – all das hat mir bisher wunderbar gefallen. Ich bin absolut sicher, dass der erzählerische Rahmen im Laufe des Spiels nicht vernachlässigt wird. Vieles davon hätte einem „normalen“ Fable gut gestanden. Vielleicht sogar das Wagenlenken, wenn es denn mehr als einen Weg mit ein paar Hindernissen gäbe. Aber wenn die dargebotene Interaktion alles ist, was Lionhead mit Kinect auf die Reihe bekommt, schwant mir Übles.

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