Alma lehrt uns das Fürchten - jetzt auch auf der PS3. Nachdem »F.E.A.R« bereits im November 2006 für die Xbox 360 erschienen ist, haben nunmehr auch PS3-Zocker die Gelegenheit, Feuer und Flamme für das kleine, schwarzhaarige Mädchen zu sein.

Wir sagen euch, ob und inwiefern sich das Programm von den Versionen für PC und Xbox unterscheidet.

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Eine schrecklich nette Familie
Auf die Geschichte des Horrorshooters F.E.A.R. an dieser Stelle umfassend einzugehen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Die verwickelte Familiengeschichte um das kleine Mädchen Alma und den telepathisch begabten Kannibalen Paxton Fettel erschreckt bereits seit knapp zwei Jahren die Zockergemeinde auf digitalen Unterhaltungsmedien. An der Hintergrundgeschichte des Horrorshooters hat sich seit seinem Erscheinen im Jahre 2005 für den PC auch in der aktuellen PS3-Version nichts geändert. Deswegen sei die Story hier nur kurz zusammengefasst.

F.E.A.R. - Der Angstschweiß-Shooter auf der PS3: Wie gut ist Alma dieses Mal?

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Nie war etwas unheimlicher als dieses kleine Mädchen.
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Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mitglieds der im Jahre 2002 gegründeten US-Spezialeinheit »First Encounter Assault Recon«, einer Elitetruppe, die auf paranormale Phänomene spezialisiert ist. Die tapferen Recken erhalten den Auftrag, den jüngst aus dem Knast ausgebrochenen Paxton Fettel zu »neutralisieren«. Der irre Menschenfresser hält sich in finsteren Dockanlagen auf und befehligt nebenbei eine ganze Privatarmee.

Dummerweise geht beim nächtlichen Einsatz Einiges schief, denn noch bevor die Jagd richtig beginnen kann, wird der Einsatztrupp von Alma, einem kleinen Mädchen im roten Kleid, gegrillt. Nur der Spieler überlebt das Massaker.

Dumm gelaufen, denn fortan darf der namenlose Protagonist die düstere Umgebung mehr oder weniger im Alleingang von der feindlichen Armee säubern, wobei er zusätzlich von schrecklichen Visionen geplagt wird. Während der Held nach und nach spärliche Informationen über die Hintergründe des geheimnisvollen Einsatzes aufdeckt, wird im Laufe der Handlung auch die komplexe Rolle des kleinen Mädchens und dessen verwandtschaftliche Beziehung zu Paxton Fettel und selbst zum Spieler offenbar.

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F.E.A.R. lebt von seiner düsteren Atmosphäre.
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Wer das Spiel kennt, den wird die Handlung mit ihren zahlreichen, wohldosierten Schockmomenten vermutlich in keiner Weise mehr erschrecken. Neulinge werden sich allerdings angesichts der gelungenen Spielatmosphäre und den sehr gut eingesetzten Surround-Effekten wohlig gruseln, denn auch die deutsche Version des Shooters ist nicht gerade blutarm geraten.

Blutsauger
Womit wir auch schon bei einem augenscheinlichen Unterschied zur Xbox-360-Ausgabe des Titels sind, der bereits im November 2006 erschienen ist. Denn obwohl auch jene Version keine Jugendfreigabe bekommen hat, fließt auf Microsofts Toastkonsole kein Blut. Gegner quittieren Treffer dort nur mit knappen Rag-Doll-Effekten, ansonsten bleibt der Bildschirm steril und sauber.

Auf der PS3 hingegen wird der rote Pixelsaft vergossen, wenn auch nicht gerade in goreverdächtigem Ausmaß. Selbstverständlich beeinträchtigt die Blutarmut der Xbox-Ausgabe nicht den Spielfluss. Sinnvoll ist die Anzeige des Körpersaftes allerdings schon, denn da die Gegner-KI durchaus geschickt agiert und Gegner von Deckung zu Deckung hechten, signalisieren Blutspritzer, wann ein Pixelsoldat angeschossen wurde. Je hektischer die Gefechte ablaufen, desto wichtiger wird es zu erfassen, ob die eigenen Schüsse Schaden anrichten oder womöglich an einer Deckung scheitern.

Bevor uns angesichts dieser Aussage die Pfeiffers dieser Welt in der Luft zerreißen und uns amokfördernde Propaganda unterstellen: Wir wissen, dass »F.E.A.R.« ein brutales Spiel ist. Und wir wissen auch, dass ein Spiel nicht deshalb gut ist, weil darin literweise Blut fließt. Aber »F.E.A.R.« ist nun einmal ein Programm für Erwachsene, in dem viel geschossen und virtuell gestorben wird. Die Handlung orientiert sich stark an filmischen Vorbildern aus Japan wie der »Ring«-Trilogie oder »The Grudge«. Entscheidend ist aber, dass hier Spieltaktik und Gruselmomente im Vordergrund stehen. Und dabei spielt Blut in diesem Fall nun einmal eine wichtige Rolle. Und deshalb gehört das Programm auch keinesfalls in Kinderhände. Nicht von ungefähr wurde in Deutschland die Originalversion des Spiels indiziert, denn dort geht es noch um Einiges härter zur Sache.

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Alma ist Feuer und Flamme für uns.
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Abgesehen vom Blutfaktor weist die PS3-Ausgabe des Spiels in der Singleplayer-Kampagne gegenüber ihrem Kollegen für die Xbox 360 praktisch keine Unterschiede auf. Selbst die Buttonbelegung des Controllers erinnert stark an jene auf den Xbox-Bananen, wobei sich die Designer hier allerdings einen kleinen Schnitzer erlaubt haben. Während nämlich Waffen für gewöhnlich mit den R1- und R2-Tasten ausgelöst werden, kann man die primäre Wumme am Playstation-Prügel ausschließlich mit der R2-Taste bedienen. Das ist irritierend und gewöhnungsbedürftig, denn je nach Konfiguration liegt auf R1 entweder Waffenwechsel, Zur-Seite-Lehnen oder Granatenwurf. Das führt besonders bei hektischen Gefechten zu manchem Frohsinn. Warum nicht auch der Button für die primäre Ballerfunktion umbelegt werden kann, ist nicht nachvollziehbar.

Hinzu kommt der Umstand, dass bei den neuen PS3-Controllern der Abzugspunkt der unteren Schultertasten deutlich schwammiger reagiert als bei den »guten, alten« PS2-Pads, so dass Schüsse häufig leicht verzögert abgefeuert werden. Besonders bemerkbar macht sich das im Bullet-Time-Modus. Der funktioniert zwar bekanntermaßen gut, bei schnellen Schusswechseln reagiert die jeweilige Kanone allerdings deutlich verzögert im Vergleich zur Xbox-Ausgabe des Spiels.

Mach keine Schwierigkeiten!
Von der deutlich schlechteren Benutzbarkeit des Controllers einmal abgesehen ist die PS3-Version des Spiels ihrer Xbox-Schwester technisch ebenbürtig. Die Grafik wurde - leider - nicht überarbeitet und kommt demzufolge auch auf Sonys neuer Kiste leicht veraltet daher.

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Die KI der NPCs ist wie immer exzellent.
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Auch wurde bei keiner der beiden Konsolenversionen das für den PC schon seit sechs Monaten verfügbare Addon integriert - eine weitere kleine Ärgerlichkeit. Dafür kann auch auf der PS3 jederzeit der Schwierigkeitsgrad geändert werden. Das sorgt besonders bei Anfängern für einen geschmeidigeren Spielablauf. Kenner der Materie hingegen werden vermutlich von Anfang an den Schwierigkeitsgrad hochschrauben, denn bekanntermaßen bedeutet ja viel Feind auch viel Ehr.

Negativ aufgefallen ist die gegenüber der Xbox deutlich längere Ladezeit der Levelabschnitte. Besonders wenn man das Spiel neu startet, kann man während des Ladevorgangs in aller Ruhe ein bis zwei gute Bücher lesen. Dafür sind die Checkpoints in aller Regel fair verteilt, und vom letzten gesicherten Speicherpunkt wird das Programm deutlich schneller geladen.

Wer vom Storymodus genug hat, der stürzt sich in die schon von der Xbox 360 bekannte Instant-Action. Hier gilt es, sich durch eine Armada von Gegnern zu ballern, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Das Programm bewertet dabei nicht nur die Anzahl der eliminierten Bots, sondern auch die Treffereffizienz. Das eigene Ergebnis wird auf Highscorelisten veröffentlicht und ist jederzeit abrufbar. Das bringt eine Weile lang Spaß, stinkt aber gegenüber dem über weite Strecken spannenden Storymodus ab. Lustiger ist es da schon, sich online gegenseitig das virtuelle Lebenslicht auszublasen. Bis zu 16 Zocker beharken sich in den gängigen Spielarten Deathmatch, Team-Deathmatch, CTF und Eliminierung, wobei letzterer noch das Spannendste ist, denn hier hat man nur ein Leben zu verlieren.

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Auch dieser Blechkamerad möchte ein Wörtchen mitreden.
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PS3-Zocker, die noch nie etwas von Alma gehört haben oder gar nicht genug von ihr kriegen können, erwerben mit »F.E.A.R.« nach wie vor einen Referenztitel in Sachen Gruselshooter, der seine Stärken insbesondere in den gelungenen Soundeffekten und der auch nach zwei Jahren immer noch großartigen Atmosphäre besitzt. Ein zwingendes Kaufargument für Sonys sündteure Konsole stellt der Titel freilich nicht dar. Dazu hat sich einfach gegenüber dem Original und erst recht gegenüber der identischen Xbox-360-Version zu wenig getan. Schade drum.