Autor: Nedzad Hurabasic

Ein hoher, markerschütternder Schrei erreicht das Gehör, grob abgeschnitten durch ein sattes: Platsch! Die blutrote Anzeige "Splat" verheißt nichts Gutes, denn wieder ist einer der selbstmörderischen Nager auf dem harten Boden zerplatzt. Ja, ihr lest richtig, die Lemminge sind zurück.

15 Jahre nach ihrem Debüt auf dem Amiga und ein Jahr, nachdem sie auf der PSP ein höchst erfolgreiches Comeback gefeiert haben. Mit der Handheld-Fassung heimsten die suizidgefährdeten Tierchen Bestnoten ein, auch bei gamona. Nun liegt eine quasi 1:1-Umsetzung für die PlayStation 2 vor - mit einer kleinen aber durchaus bedeutsamen Ergänzung.

Die PS2-Fassung von Lemmings wartet mit einer Eyetoy-Funktionalität auf, die den Spieler mitten ins Geschehen hineinkatapultiert. Dazu stehen eine Reihe von simpel designten "Frei-Levels" bereit, in die ihr euch via Kamera hineinprojizieren lasst. Euer Körper ergänzt auf den Karten das Szenario und erweitert die Gameplay-Möglichkeiten. So bildet ihr mit euren Armen oder eurem Kopf eine Brücke. Auf diese Weise gelangen die Lemminge wohlbehalten über gefährliche Klüfte. Alternativ betätigt ihr euch als lebender Fahrstuhl. Allerdings müsst ihr dabei behutsam vorgehen, da die kleinen Viecher sonst leicht herabfallen und mit einem letzten Todesschrei abkratzen. Was natürlich nicht Sinn und Zweck der Übung ist - logo. Das funktioniert übrigens besser, als man vielleicht denken könnte. Natürlich solltet ihr in der Lage sein, ein paar Sekunden still zu halten, bis die Lemminge euch zwecks Transport oder Überquerung geentert haben. Allzu pingelig stellt sich das Spiel dabei aber nicht an, sodass es eher selten zu Unfällen der Marke "Oops" kommt. Das ist beachtlich, da sonst auch die kleinste Lücke ausreicht, um die Zwerge ins Gras beißen zu lassen. Mit Gesten lassen sich in diesem Modus auch die Grundfunktionen von Lemmings steuern, wie beispielsweise das Aktivieren von Schaltern oder das schnelle Vorspulen der Action. Zuviel Detailverliebtheit und komplizierte Rätsel gibt es in diesen Leveln natürlich nicht.

Dazu sind die Einflussnahmen aufs Spielgeschehen mit unserem recht grobklotzigen Körper nicht ausreichend. Na, krabbelts schon überall?

EyeToy Lemmings - Jede Menge Spielspaß & Sentimentalität gepaart mit einem tollen EyeToy-Feature!

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Der Eyetoy-Rettungseinsatz ist aber nur eine Seite der Lemmings-Medaille. Neben solcherart Körpereinsatz wird auch noch jede Menge regulärer Knobel-Fun-Action geboten. Enthalten sind 120 Level des Original-Lemmings, zusätzlich gibt es 36 Maps des "Oh No"- Nachfolgers. Macht nach Adam Riese 156 Level, in denen wir die bunten Scheuklappenwesen vor ihrem Verderben retten. Das gestaltet sich erfahrungsgemäß nicht immer einfach.Sprünge von zu hohen Klippen überleben die wuseligen Fratze genauso wenig wie Kontakt mit Wasser - von Lava oder böswilligen Fallen erst gar nicht zu sprechen. Das Spielprinzip ist denkbar einfach gehalten: von bis zu 100 Lemmingen je Level müsst ihr möglichst viele retten. Mindestens aber die vorgegebene Anzahl.

Packshot zu EyeToy LemmingsEyeToy LemmingsErschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Zwischen Start und Ziel haben die Leveldesigner die verschiedenartigsten Hindernisse aufgebaut, die auf den ersten Blick oft unüberwindbar erscheinen. Doch glücklicherweise können wir unsere Schützlinge mit einigen Spezialkräften ausstatten. Sie können sich Löcher buddeln, durch Wände graben, an Wänden hochklettern, Regenschirme als Fallschirme gebrauchen oder sich auch mit Bomben in die Luft sprengen. Manche Fähigkeiten stehen aber in einigen Leveln gar nicht oder nur beschränkt zur Verfügung. Sonst wär's ja auch zu einfach. Da die Lemminge immer nur bis zum nächsten Hindernis laufen und dann kehrt machen, kann das Ganze schon mal in Stress ausarten, wenn auf beiden Seiten tödliche Fallen lauern. "Brems"-Lemminge halten die stupiden Kameraden dann beispielsweise vom Weiterlaufen ab und geben uns Zeit eine Rettung zu organisieren. So können auch größere Gruppen "geparkt" werden, bis ihr mit einigen wenigen Lemmingen die Lösung bewerkstelligt.

Die Lösung ist nicht immer auf den ersten Blick auszumachen, oft genug gibt es auch nicht "die" Lösung, mehrere Wege führen nach Rom und damit auch zum Ziel. Manchmal hilft auch nur "probieren geht über studieren", bis endlich der richtige Weg zur Rettung der suizidalen Meute gefunden ist. Beispiel: Zehn Lemminge laufen wie an der Perlenkette gezogen einen Weg entlang, der sie aus zu großer Höhe in den Tod stürzen lässt: Splat, Splat. Splat. Ihr kennt das ja. Was soll mir da die Buddelfunktion helfen, wenn doch alle wieder in den Tod stürzen? Des Rätsels Lösung: Nur wenn jeder Lemming seinen eigenen kleinen Tunnel buddelt, ist er dem Boden nah genug, um nicht zerschmettert zu werden Grrrrr! Kann Nerven kosten, macht aber immer noch soviel Spaß wie vor mehr als einem Jahrzehnt.

Oft ist natürlich das Timing besonders wichtig. Nicht nur, weil alle Rettungseinsätze innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens gelöst werden müssen. Vor allem natürlich, weil die Lemminge halt ziemlich bekloppt sind und deswegen ständige Aufsicht benötigen. Wird eine Brücke nicht rechtzeitig fertig gebaut, plumpst ein Tierchen nach dem anderen in die Tiefe. .Ihr könnt zwar nicht überall gleichzeitig sein, die intuitive und sehr einfach zu beherrschende Steuerung gibt euch aber passende Hilfsmittel an die Hand. Mit den Schultertasten springt ihr nach links oder rechts, eine Zoomfunktion lässt euch dicht ans Geschehen ran, sodass ihr einzelne Lemminge besser ausmachen und auswählen könnt. Fadenkreuz inklusive. Wer schließlich alle Hindernisse aus dem Weg geräumt hat, kann zur Vorspul-Funktion greifen und die Nager geschwind gen Ziel befördern. Jetzt geht alles ganz ganz schnell - ihr kennt ja den Sound einer vorgespulten Kassette noch, oder? Ja was soll man zur technischen Seite von Lemmings groß sagen? Im Vergleich zur Urversion hat sich nicht weltbewegend viel getan. Nach wie vor spielt sich alles vor 2D-Szenarien mit 3D-Hintergründen ab. Sieht nett aus, reißt aber keinen vom Hocker. Die unterschiedlichen Todesschreie und Todesanimationen lassen uns hingegen auch heute noch des öfteren schmunzeln. Der Soundtrack hat sich im Vergleich zu damals nicht weiterentwickelt, passt aber nach wie vor wie die Faust aufs Auge. Kritik daran käme ohnehin Blasphemie gleich. .Ihr könnt zwar nicht überall gleichzeitig sein, die intuitive und sehr einfach zu beherrschende Steuerung gibt euch aber passende Hilfsmittel an die Hand. Mit den Schultertasten springt ihr nach links oder rechts, eine Zoomfunktion lässt euch dicht ans Geschehen ran, sodass ihr einzelne Lemminge besser ausmachen und auswählen könnt. Fadenkreuz inklusive. Wer schließlich alle Hindernisse aus dem Weg geräumt hat, kann zur Vorspul-Funktion greifen und die Nager geschwind gen Ziel befördern. Jetzt geht alles ganz ganz schnell - ihr kennt ja den Sound einer vorgespulten Kassette noch, oder? Ja was soll man zur technischen Seite von Lemmings groß sagen? Im Vergleich zur Urversion hat sich nicht weltbewegend viel getan. Nach wie vor spielt sich alles vor 2D-Szenarien mit 3D-Hintergründen ab. Sieht nett aus, reißt aber keinen vom Hocker. Die unterschiedlichen Todesschreie und Todesanimationen lassen uns hingegen auch heute noch des öfteren schmunzeln. Der Soundtrack hat sich im Vergleich zu damals nicht weiterentwickelt, passt aber nach wie vor wie die Faust aufs Auge. Kritik daran käme ohnehin Blasphemie gleich.