Sony Eyetoy
(von Carsten Görig)

Ein Vorteil von Konsolen ist die erwiesene Partytauglichkeit. Ob es ein Abend mit »Mario Party« oder ein kleines Tennismatch ist: Für ein kurzes Spielchen zwischendurch sind PlayStation und Co. unschlagbar.Dazu kommt eine Menge mehr oder weniger sinnvolles Zubehör, das als Controller genutzt werden kann: Skateboards, Angeln, Rasseln oder die leider nur in Japan erhältlichen Gitarren. Für Bewegungsfreudige gibt es Tanzmatten. Diese haben merkwürdige Nebenwirkungen:

Erwachsene Menschen bewegen sich auf ihnen lange Abende zu Melodien aus dem Dschungelbuch und nehmen dabei auch schlimme Verletzungen billigend in Kauf.
Anspruchsvollere Varianten der Hüpfmatten wie die »Fighting Arena«, in der man sich durch wüste Tritte und Schläge in »Tekken« messen kann, sind dagegen schon beim Aufbau durchgefallen. In die Kategorie »Zubehör, von dem man nicht weiß, ob man das nun auch noch braucht« gehört auch das »Eyetoy« von Sony und sein Versprechen von neuem Partyspaß mit der Playstation 2.

Kamera läuft ...
Der Anschluss ist einfach: Das »Eyetoy« - eine einfache USB-Kamera im Playstation-Design - wird an die Konsole angeschlossen und auf den Spieler ausgerichtet. Die dazu gehörige Games-CD wird gestartet. Wer bei diesen Anweisungen nichts falsch gemacht hat, wird jetzt auf dem Fernseher ein Bild sehen, bei dem er selbst mehr oder weniger im Mittelpunkt steht.

Nun ist noch eine Feinjustierung nötig, so dass die eigene Silhouette in den vorgegeben Rahmen passt. Jetzt kann es losgehen.
... und Action
Zur Auswahl stehen zwölf Minispiele, die über ein Händewinken aufgerufen werden. »Kung Foo«, »Wishi Washi« oder »Beat Freak« sind nur einige der Titel. Die Spielprinzipien sind ähnlich: Verschiedene Körperteile müssen in möglichst schneller Reihenfolge bewegt werden, um die Aufgaben zu bewältigen.

»Beat Freak« fällt etwas heraus, da es hier - wie auch in »Boogie Down« - auf Taktgefühl ankommt. Inhalte der Spiele sind unter anderem: schnelles Fensterputzen in »Wishi Washi«, Ufos beschleunigen in »UFO Juggler« oder Geister und Fledermäuse verjagen in »Ghost Catcher«.

Alleine vor dem Fernseher erschöpft sich der Spaß schnell. Zu einfach und zu ähnlich sind die verschiedenen Spiele.

Längeren Spaß verspricht »Eyetoy« mit mehreren Mitspielern.

Aber auch da wird er wohl nur so lange anhalten, wie man sich über die Verrenkungen seiner Mitspieler lustig machen kann und die den Hohn und Spott ertragen können, der über sie ausgegossen wird.



Fazit:
Das augenblicklich erhältliche Pack mit »Eyetoy«-Kamera und Spielen ist nicht viel mehr als eine gute Technik-demo. Doch das Spielprinzip ist ausbaufähig und bietet viele Möglich-keiten. Konami hat es mit dem in Deutschland - auch aus an Mangel an geeigneten USB-Kameras - untergegangenen »Police 24/7« vorgemacht, einem Actiontiteln, bei dem man mit ganzem Körpereinsatz dabei ist. Denkbar sind auch Sportspiele, bei denen man selbst Spieler ist. Wie gut »Eyetoy« wirklich wird, hängt von den Ideen der Spiele-entwickler ab. Zu hoffen ist, dass diese das Gerät ernst nehmen und nicht noch mehr belanglose Party-spielchen auf den Markt bringen.