Ein Haustier, das alle Vorteile mitbringt, die Nachteile aber in der Verpackung lässt? Geht das überhaupt? Wir gingen dieser Frage nach und ließen das EyePet in unsere Herzen hüpfen. Ob hier aber ernsthafte Konkurrenz für Redaktionsknuffel Keks besteht, sei einmal dahingestellt.

Haustier auf Probe

Viele von uns haben es schon ganz verdrängt: Das Bitten und Betteln, bis Papi uns endlich ein Haustier zugestanden hat. Meistens fiel das Kopfnicken auf den Hinweis „Aber du musst dich eigenverantwortlich darum kümmern“ umso eifriger aus, sobald man seinen Willen erreicht hat. Ebenso schnell wurde die Pflicht dann aber auch lästig, wenn wir beispielsweise bei strömenden Regen mit dem kleinen Fifi Gassi gehen mussten. Manchmal musste auch Minka davon abgehalten werden, die Wohnzimmermöbel mit ihren Krallen zu zerlegen oder unser Geruchsempfinden wurde durch den müffelnden Käfig von Meerschweinchen Purzel empfindlich belästigt.

EyePet - GC 2009 TrailerEin weiteres Video

Noch schlimmer traf es allerdings diejenigen unter uns, deren Eltern einfach hart blieben und keinerlei Diskussionen über Haustiere duldeten. Viele Kinder von damals sind heute selbst Eltern und bereiten sich seelisch schon auf den Ernstfall vor. Was, wenn die Kinder irgendwann mit großen Kulleraugen vor einem stehen, vielleicht sogar schon den zukünftigen pelzigen Mitbewohner dabei haben und ihnen jeder Trick gerade recht und billig ist, um die Eltern um den Finger zu wickeln? Da hilft manchmal nur eine Rückbesinnung in die eigene Kindheit - und ein Blick in den Elternratgeber.

EyePet - Ist der süüüüüß!

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Zu Beginn dürft ihr euer EyePet nach eigenem Geschmack "züchten".
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Ob die Erziehungstipps auch zur Anschaffung von Sonys EyePet raten würden, entzieht sich unserer Kenntnis, auch wenn der Unterhaltungsgigant nach Little Big Planets Sackboy wieder eine Spielfigur auf der Playstation 3 einführt, die den Frontalangriff auf das Niedlichkeitszentrum im Sinn hat. Das Joypad kann dabei ruhig zur Seite gelegt werden. Zwar können die Eingaben auch mit dem Steuerknüppel vorgenommen werden, den größten Teil der Zeit wird man aber einfach mit der hohlen Hand spielen. Eine USB-Kamera registriert nämlich jede Bewegung und jedes Geräusch des Spielers. Mit einer so genannten „Zauberkarte“ werden weitere Controls vorgenommen.

Ei, ei, ei, was schlüpft denn da?

Ein Professor erklärt uns eingangs die grundlegenden Funktionen und Einstellungen, damit wir auch keine Verständigungs- schwierigkeiten mit dem kleinen Fellbündel bekommen, das man in unsere Obhut gegeben hat. Die Kamera sollte ziemlich tief angebracht werden, damit man eine gute Spielfläche für das EyePet hat. Auch für angemessene Beleuchtung muss gesorgt werden. Zu grelles Licht funktioniert nicht, weil die Kamera dann die Zauberkarte nicht mehr erkennen kann.

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Unfassbar niedlich: das EyePet.
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Ist die Beleuchtung dagegen zu schummrig, kann man die Aktion ebenfalls vergessen. Geht dann das richtige Licht auf, sollte zumindest so viel Platz auf dem Boden geschaffen werden, dass man sich in das Kamerafeld knien kann. Hier wird in ein paar Minuten dann der Spielplatz für das EyePet und uns sein.

Den Knuddelspaß muss man sich aber auch dann noch erarbeiten, wenn man sich eine Konstruktion hingebaut hat, die alle erforderlichen Bedingungen erfüllt. Anstatt gleich einen possierlichen Virtualkuschler vor die Nase gesetzt zu bekommen, erscheint nun ein Ei auf dem Bildschirm. Der Inhalt muss nun zum Schlüpfen angeregt werden, was mit Heizstrahlern, Händeklatschen und „Senso“-Spielchen passiert. Platzt erst einmal die Eierschale, sieht man das erste Mal in die großen, staunenden Augen des EyePets. Streichelt man es nun noch behutsam hinter den Öhrchen, weiß es, dass es willkommen ist und legt auch den Rest von Eierschale und Schüchternheit ab.

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Es geht los: Das EyePet schlüpft aus seinem Eye... äh, Ei.
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Rollt es sich erst einmal über den Boden, schließt Bekanntschaft mit der Spielerhand und vollführt die ersten kleinen Kunststücke, werden wieder einmal Kindheitserinnerungen wach. An was erinnert das kleine, süße Ding da auf dem Bildschirm bloß? Die Antwort liegt nahe: An die „Mon Chichis“, die in den siebziger und achtziger Jahren in keinem Kinderzimmer fehlen durften. Wenn das EyePet dann auch noch mit erstauntem Gesichtsausdruck die Welt betrachtet, scheint es wahrhaftig gerade aus einem Disney-Film ausgebrochen zu sein.

Kinder werden spätestens in diesem Moment Feuer und Flamme für das neue Spielzeug sein, Erwachsene werden sich auch kaum dem Charme entziehen können. Machen wir uns nichts vor: Es gibt kein Entrinnen vor dieser potenzierten Niedlichkeit.

„Aber du pflegst das Tier gefälligst!“

Auch umfangreiche Stylingmöglichkeiten werden angeboten. Ob man sein EyePet lieber mit rasantem Kurzhaarfell herumsüßeln lassen möchte oder die Angora-Ausgabe wünscht, liegt im geschmacklichen Ermessen des neuen Besitzers. Auch Dreadlocks und einen punkig eingefärbten Pelz kann man dem Tierchen verpassen. Zusätzlich runden freischaltbare Klamotten den Look je nach Belieben weiter ab. Hässlich oder weniger putzig wird es dadurch aber niemals. Dafür sorgt schon der Gesichtsausdruck, wenngleich der Sackboy mit seiner Mimik mindestens ebensoviel Charme auf dem Bildschirm versprüht.

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Imitator: Euer EyePet malt nach, was ihr ihm vorgebt.
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Mit der Zauberkarte kann das kleine Bündel nun gepflegt und gefüttert werden. Wird die Karte in die Kamera gehalten, verwandelt sie sich in Bürste, Duschbrause, Keksschachtel oder Felltrockner. Dieses Pflegeset ist eines der wenigen Accessoires, die zu Beginn verfügbar sind. Spielzeuge, Klamotten und andere nützliche Hilfsmittel müssen zunächst erspielt werden. Als kostenpflichtige Downloads steht weiteres Zubehör im PSN bereit. Das Sortiment soll kontinuierlich aufgestockt werden.

Casualprodukte dürfen gerne auch Innovationen mitbringen – vor allem, wenn sie so zuckersüß wie die EyePets sind.Fazit lesen

Pflege ist ungemein wichtig. Lässt man das arme Geschöpf verwahrlosen, wird es mit der Zeit teilnahmslos am Bildschirmrand hocken bleiben, sein struppiges Fell glanzlos präsentieren und von Fliegen umschwirrt. Sadisten muss an dieser Stelle eine Absage erteilt werden: In die ewigen Digital-Jagdgründe kann es nicht verschwinden. Beschäftigt man sich dagegen regelmäßig mit seinem Haustier, lernt es kleinere Tricks und spielt stets gut gelaunt die angebotenen Spielchen mit.

Beschäftigungs- therapie für Pelzpixel

Bewegt man seine Finger in Richtung EyePet, reagiert es darauf. Macht man Streichelbewegungen, schnurrt es wie ein Stubentiger. Spielt man ein wenig über dem Kopf mit den Fingern, spielt es damit Fangen. Man kann das Bildschirmwesen auch mit den Händen hin- und her schieben, es so lange kraulen, bis es einschläft, oder einfach ärgern, damit es die Hand angreift. Die Technik hinter diesem possierlichen Wohnzimmergenossen ist schon faszinierend und übertrifft deutlich die Möglichkeiten des EyeToys auf der Playstation 2.

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Per Kamera wird das EyePet ein Teil des Wohn- oder Kinderzimmers.
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Täglich können neue Herausforderungen angenommen werden. So kann man auf einem Blatt Papier mit einem dicken Filzstift ein Objekt zeichnen, das man anschließend in die Kamera hält. Das Tierchen wird es dann so gut es geht abzeichnen und beispielsweise die hingekritzelten Formen zum Leben erwecken. Tragflächen, Propeller und Körper ergeben dann ein Flugzeug, das dann mit dem pelzigen Passagier in die Luft steigt, um mit Handbewegungen oder dem Joypad Ballons einzufangen. Je mehr Ballons auf diese Weise erwischt werden, desto mehr Gegenstände spielt man zum weiteren Gebrauch frei.

Sind dann Radio, verschiedene Kekssorten, ein kompletter Garten und vieles mehr in Spielerbesitz übergegangen, lernt es weiter dazu. Es kann mit der Zeit kleine Melodien singen, mit dem Spieler eine Runde Pong-Tennis hinlegen, aber auch einen eigenen Kopf beweisen. Es wird früher oder später Lieblingsbeschäftigungen haben, bestimmte Fruchtkekse bevorzugen und vielleicht auch mal vor dem zwangsläufigen Duschbad flüchten. Die Programmierer haben also reichlich Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Illusion von Haustier zu erschaffen.

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Abgehoben: Das EyePet ist das Tamagotchi für die Next Generation.
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Ein echtes Haustier wird mit dem EyePet jedoch nicht die Wohnzimmer erobern. Vielmehr werden sich Kids und alle, die dem Tierchen erliegen irgendwann anderen Beschäftigungen widmen. Ein echtes Haustier würde das nicht so schnell verzeihen wie unser Screen-Äffchen. Das lässt sich schließlich nicht so einfach abstellen, damit der Diskschacht frei für das nächste Game ist. Günstiger ist es allemal: Inklusive Kamera berappt man etwa 50 Euro für das Gesamtpaket, ohne Peripherie ist man mit ca. 30 Euro dabei.