Immer diese abstrusen Geschichten. Kaum ein Genre hat so schräge Momente zu bieten wie japanische Rollenspiele. Seien dies nun Plots der Marke Disgaea, die selbstironisch den Alltag einer Dämonenschule schildern oder Valkyria Profile, in welchem man als Walküre die nordische Götterdämmerung auslösen soll. Eternal Sonata kann das alles jedoch spielend überbieten.

In dem Rollenspiel, das bereits vor über einem Jahr für die Xbox 360 erschienen ist und nun endlich auch auf die PlayStation 3 portiert wurde, geht es nämlich um den Komponisten Frédéric Chopin. Das an sich ist noch nicht verwerflich. Hier kommt allerdings der ausgeklügelte Plot: Chopin liegt im Sterben und träumt von einer Fantasiewelt, in der ein junges Mädchen mit einer außergewöhnlichen Gabe in Not gerät. Er muss ihr also in seinem Traum zur Seite springen.

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Waffen statt Klavieretüden

Wie das so ist in japanischen Rollenspielen, kämpft Chopin nicht, indem er eine tödliche Partitur komponiert oder ein schlagkräftiges Klavierkonzert auf den Gegner abfeuert, nein, es sind die traditionellen Mittel, die hier ziehen: Nahkampfwaffen und Zauber sind die vornehmlichen Verteidigungsmaßnahmen. Doch was zunächst wie generische Kost aus Fernost aussieht, entpuppt sich als durchaus gelungene Mischung aus Action und Strategie.

Eternal Sonata - Endlich auch für PS3: Das Japan-RPG mit Anspruch

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Die Charaktere heißen tatsächlich Polka, Crescendo und Serenade. Spielt ja auch alles im Traum eines Komponisten.
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Man kennt das: Kaum begegnet man feindlich gesinnten Kreaturen geht es in den Kampfmodus. Doch in Eternal Sonata gibt es eine Zeitvorgabe, die schnelle Entscheidungen forciert: Ein Balken läuft bei jeder Action, ob nun Laufen oder Angreifen, ab. Ist der Balken am Ende, geht es reihum weiter.

So ist man gezwungen Angriffe schnell und präzise durchzuführen. Neben normalen Attacken sind auch spezielle Fähigkeiten der jeweiligen Charaktere einsetzbar. Allerdings kommt hier eine weitere Komponente ins Spiel: Das Licht erhält in Eternal Sonata eine immens wichtige Rolle. Denn je nach Lichtintensität wandelt sich die Spezialfähigkeit.

Packshot zu Eternal SonataEternal SonataErschienen für Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Im Schatten ist Vorsicht geboten

Da kann aus einem Heilmittel schnell ein extrem starker Offensivzauber werden. Je nachdem, ob ihr in der Sonne oder im Schatten steht, ändert sich diese Fähigkeit. Das ist nicht immer ganz einfach zu koordinieren und es erfordert ein wenig Überblick, bis man weiß, welcher Angriff an welchem Standort wirkungsvoll und vor allem sinnvoll ist. Besonders da auch die Feinde diese Fähigkeit besitzen. So können aus schwachen Gegnern im Schatten durchschlagskräftige Burschen werden.

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Darf in keinem japanischen Rollenspiel fehlen: ein überdimensioniertes Schwert.
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Das alles macht Eternal Sonata zu einem abwechslungsreichen Spiel, das jedoch so seine Macken hat. Zum einen wäre da die etwas anstrengende Präzision im Kampf. Ist man nicht ganz auf das Monster ausgerichtet, hackt man Löcher in die Luft, was ärgerlich ist, denn der Gegenangriff sitzt sicher. Immerhin kann man sich ein wenig verteidigen, drückt man zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Button.

Ein weiteres Manko ist der Mangel an Abwechslung innerhalb der Gegnertypen. Oftmals ist man mit den immergleichen Kreaturen konfrontiert, welche die oftmals identischen Angriffe und Taktiken ausführen. Bei einer doch recht hohen Spielzeit kann das durchaus ein wenig langweilig werden.

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Die Cut-Scenes verschlingen einiges an Zeit – Etenal Sonata ist kein Spiel für die zehn-Minuten-vor-dem-Weggehen-Spielrunde.
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Etwas einschläfernd ist auch das Erzähltempo innerhalb der Cut-Scenes. Hier hätte es einer beherzten Beschleunigung bedurft, denn oft genug scheint es, als würde das Bild einfrieren oder die Charaktere zu Salzsäuren erstarren. Die Naivität der Protagonisten ist zudem typisch für diese Art Rollenspiel – und sollte langsam einmal in die Altkleidersammlung der abgelegten Tugenden für JRPGs gegeben werden.