Auf der Develop Conference in Brighton sprach Epic Games' Gründer und Präsident Tim Sweeney über die Entwicklung von Spielegrafiken im Laufe der Jahre. Seiner Meinung nach werde die Spielegrafik in zehn Jahren nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sein.

Die Spezialität von Epic Games sind seine leistungsfähigen Engines, die vielfache Verwendung in der Spieleindustrie finden. Da verwundert es nicht, dass Tim Sweeney auf der Develop Conference über die Entwicklung von Spielegrafiken reden darf.

Der Grafik als visueller Bezugspunkt für den Spieler, wurde schon immer besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und bei der Entwicklungsgeschwindigkeit und dem Fortschritt, den die Grafik mittlerweile erreicht hat, schätzt Sweeney, dass in spätestens zehn Jahren keine Unterschiede zwischen Spielegrafik und Realität mehr auszumachen sein werden.

Doch die Grafik allein mache noch keinen überzeugenden Realismus aus. "Das richtet den Blick von der Herausforderung der Grafiken nur auf die Probleme, für die wir noch keine Lösungen parat haben," so Sweeney. Probleme wie die Simulation menschlicher Intelligenz, Animation und Lippen-Synchronität.

Es gebe noch immer eine Menge an Bereichen, die fortlaufende Forschung erfordern und an denen er wahrscheinlich noch bis an sein Lebensende arbeiten werde, bevor die Realität auch nur annähernd erreicht werden könne.

Der Fortschritt in der Entwicklung sei mittlerweile so rapide, dass er den Eindruck habe, dass ähnliche Errungenschaften wie in den letzten 25 Jahren nun in wenigen Jahren erreicht würden. Verantwortlich dafür, sehe er den Aufstieg digitaler Plattformen, die Spieleentwicklung und -vertrieb anbieten.

Gleichzeitig sei das auch eine schwere Herausforderung für etablierte Unternehmen. Doch Sweeney ist sich sicher, dass Epic Games auch dies meistern werde. "Wir haben immer gewusst, dass sich die Industrie in einem Zustand des konstanten Wandels befindet, und diejenigen, die am schnellsten reagieren, sind auch die Sieger."

So habe man auch die Unreal Engine 4 darauf ausgelegt, flexibler reagieren zu können und besser skalierbar zu sein. "Das bedeutet, dass wir jetzt in der Lage sind, ein Spiel zu entwickeln und es auf jeder Plattform zu veröffentlichen, die in Frage kommt."

Neben dem PC und den Konsolen seien damit auch Tablets, Smartphones und das Internet die zukünftigen Plattformen für Spiele basierend auf der Unreal Engine 4.

"Das bedeutet, dass wir ein viel breiteres Publikum erreichen können, was weltweit immer wichtiger wird. Konsolen mögen zwar auf dem westlichen Markt - Nordamerika, Europa - von Bedeutung sein, aber nicht in Südkorea, China...Ich denke wirklich, dass wir ein Spiel entwickeln können, das alle diese Spielemärkte erreichen kann, indem wir die betreffenden Plattformen unterstützen."

Schon jetzt seien Projekte jeder Größenordnung in aller Welt in Entwicklung. Auch bei Epic Games sitze man an unterschiedlichen Projekten wie Fortnite, an dem momentan 30 Leute arbeiten, aber auch ein Projekt, an dem nur drei Leute sitzen.