Der asiatische Gaming-Markt befindet sich stärker im Wandel als der westliche. Während man hierzulande noch auf Konsolen oder auf dem PC spielt, wenn man das Hobby mit Ernsthaftigkeit betreibt, zieht es besonders die japanische Bevölkerung immer mehr hin zu Mobile-Gaming. Doch für Epic Games Japans Taka Kawasaki sei das eine super aufregende Zeit für Spiele-Entwickler.

Epic Games - Epic: Die immer bessere Smartphone-Leistung ist eine aufregende Entwicklung für Spieleentwickler

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Kawasaki ist sich sicher: irgendwann spielen wir AAA-Titel über Smartphones
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Die Zahlen sind beeindruckend: China hat mehr Mobile-Gamer als ganz Nordamerika an Einwohnern vorweisen kann - satte 366 Millionen aktive Spieler. Auch im traditionellen Konsolenmarkt Japan ist ein Wandel weg von stationären Konsolen hin zu mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets zu verzeichnen.

Besonders eklatant war es in diesem Jahr im Zeitraum vom 11. bis 17. Mai in Japan zu sehen. Die Spieleverkaufszahlen waren in der Woche laut Media Create die schlechtesten Zahlen seit 2001.

Rasanter Wachstum im Mobile-Sektor

Dagegen kennt der Mobile-Sektor nur eine Richtung: steil nach oben. Laut Analysten werde der Umsatz der Spielebranche 2017 erstmals 100 Milliarden Dollar übersteigen. Treibender Faktor hierbei werde der Mobile-Sektor sein. Schon jetzt verbringen die Japaner und Südkoreaner bis zu vier Mal mehr Zeit mit Mobile-Gaming als etwa Deutsche.

Problem für Konsolenhersteller, aufregende Zeiten für Spiele-Entwickler

Diese Entwicklung ist durchaus als besorgniserregend für die betroffenen Konsolenhersteller zu bezeichnen. Zu Recht, denn schon heute ist in Japan eine gewisse Ermüdungserscheinung beim Kauf von Konsolen zu beobachten. Doch was für die Hardware-Hersteller ein großes Problem darstellt, ist laut Epic Games Japans Taka Kawasaki eine riesige Chance und eine aufregende Zeit für Spiele-Entwickler. Man dürfe keineswegs dem Glauben verfallen, es sei der japanische Spielemarkt, der einbreche. Vielmehr sei es der japanische Konsolenmarkt, der unter dieser Entwicklung zu leiden habe.

"Die Leute kümmern sich nicht um ein größeres und tiefergehendes Erlebnis. Einige schon...", so Kawasaki. "Meine liebste Analogie hierfür ist: es ist wie eine Kamera. Für gewöhnliche Leute reicht ein iPhone völlig aus, um Bilder zu schießen und Videos zu drehen. Aber einige andere Leute, die sich wirklich für Fotografie interessieren, diese Leute werden sich eine große Spiegelreflexkamera besorgen. Und so verhält es sich auch mit Konsolenspielen. Die Leute, denen sie wichtig sind, sind die einzigen, die sie kaufen. Ich denke von daher nicht, dass Konsolen verschwinden werden oder gar aussterben. Aber der Markt wird seine Größe nicht halten können. Es ist eine enttäuschende Vorhersage für meine Generation. Aber die gute Nachricht oder besser, das Schöne daran ist, da die Leistung von Smartphones und Tablets immer besser wird, werden sie schon bald die Leistung einer Xbox 360 erreicht haben. Das bedeutet, dass man etwas wie Gears of War auf dem Smartphone spielen kann, das an einem Fernseher angeschlossen ist."

Auch die Spieler profitieren davon

Doch nicht nur die Spiele-Entwickler, auch die Spieler selbst werden davon profitieren, ist sich Kawasaki sicher. "Es werden harte Zeiten für den Konsolenmarkt. Aber ich denke, es wird auch gut für Spieler. Es werden weltweit über 3 oder 4 Milliarden Konsolen in den Hosentaschen der Leute existieren. Das werden aufregende Tage."

Die Spieleindustrie als Ganzes werde immer größer. Schon bald werden die Smartphones die Hardware-Leistung einer PS3 oder gar einer PS4 erreicht haben. Und sobald das eintreffe, werde man mit Fug und Recht behaupten können, eine Hardwarebasis von über einer Milliarde Geräten weltweit zu besitzen. "Das ist eine super aufregende Vision für alle Spiele-Entwickler."

Auch im Westen ist Mobile-Gaming größer als bislang vermutet

Auch in Deutschland ist der Umsatz mit Spiele-Apps massiv angestiegen, wie eine Untersuchung des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware ergeben hat. So sei der Umsatz mit Spiele-Apps im Vergleich zum Vorjahr um satte 54 Prozent von 114 Millionen auf 175 Millionen Euro angestiegen.

Epic Games - Epic: Die immer bessere Smartphone-Leistung ist eine aufregende Entwicklung für Spieleentwickler

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Auch Activision will in den Mobile-Sektor mit einsteigen
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Mehr noch: Smartphone- und Tablet-Nutzer verbringen 10 Mal mehr Zeit mit Spielen als mit anderen Apps an sich und stellen ach die Core-Gamer auf Konsolen dar. Activision hat bereits reagiert und sich erst im November den Candy Crush-Entwickler King für 5,9 Milliarden Dollar gesichert.

Was denkt ihr? Hat Kawasaki recht?

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