Es ist riesig. 56 Online-Generäle kämpfen hier die Schlachten ihres Lebens. Es ist taktisch. Dank 300 Mods für Fahrzeuge und Einheiten sowie einem umfangreichen Strategiebaum. Es läuft immer, auch wenn du schläfst. Und es ist umsonst.

End of Nations - Entwicklertagebuch 2: Mitarbeiten und erobern9 weitere Videos

„End of Nations“ wird free-to-play, soll sich über Item-Verkäufe, andere Rüstungen und kosmetischen Schnickschnack finanzieren. Wie gut das funktioniert zeigt „League of Legends“. Können die „Rift“-Macher dem sterbenden Strategie-Genre neuen Aufwind verleihen? gamona hat’s gespielt...

Chinook-Helikopter schälen sich aus den Wolken, laden schwere Artillerie ab. Gepanzerte Festungen Marke Ravage, die mit einem Schuss eine MG-Stellung zerbröseln. Die Unterstützung haben wir dringend nötig, denn es brennt an allen Ecken und Enden. Der Feind hält im Westen den Kessel direkt vor unserer Basis, hat sich mit schweren Geschützen fast bis zu unserer letzten Verteidigungsstellung vorgearbeitet. Auch im Südosten halten unsere Truppen nicht mehr lange durch, die Bravo-Kompanie droht überrannt zu werden.

Wir werfen der „Shadow Revolution“ alles entgegen, was wir aufbringen können: Mech-Anzüge, in die unsere Soldaten klettern und ballern wie Marcus Fenix in „Gears of War 3“. Gewaltige Helikopter, die per Spezialangriff einen Schwarm von sechs Raketen gleichzeitig losrauschen lassen. Eigentlich ist es eine tödliche Streitmacht, aber unsere Ressourcenpunkte rasen in den Keller. Der Kollege links neben uns brüllt ins Headset: „Bin leer...Verdammt, die brechen hier überall durch. Könnt ihr mal was schicken?“

Würden wir gerne, doch unsere Panzer und Artillerie haben alle Mühe die Brücke vor der Übermacht des Feindes zu halten. Hätte einer aus unserem Team noch genügend Ressourcen für einen Atomschlag – wir würden wohl „Broken Arrow“ ins Headset brüllen. Das Codewort, wenn ein Bataillon der US-Armee kurz vor der Vernichtung steht und alle verfügbaren Luftstreitkräfte zum Bombardement anfordert.

End of Nations - Schnell, taktisch, verdammt groß – das MMO-Strategiespiel

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Für Fans von World in Conflict: Ihr könnt eure Armee selbst zusammenstellen.
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Weltregierung vs. Liberale vs. Technokraten

Blicken wir als PC-Strategen auf das letzte Jahr zurück, blutet uns das Herz. Es gibt immer weniger große Marken und einst schillernde Namen wie „Stronghold“ ähneln mehr einer Bug-Wüste als einem Spielspaß-Paradies. Einige glauben das Genre sei tot, also in etwa so tot wie das Adventure-Genre mit dem Tim Schafer mal eben zwei Millionen „gecrowdfundet“ hat. Alles Quatsch, sagt Chris Lena von Trion Worlds. „Wir schaffen das größte Strategiespiel aller Zeiten.“

Packshot zu End of NationsEnd of NationsRelease: PC: 2014

Das sind große Worte, die allerdings zum überaus ambitionierten Projekt „End of Nations“ passen. Denn hier sollen Matches von 28 gegen 28 Spieler möglich sein. 56 Generäle für eine Echtzeitstrategie-Partie? Na, ob das mal nicht im Chaos endet. Womit wir bei der Geschichte wären. In der nahen Zukunft werden die Ressourcen knapp, Wirtschaftssysteme kollabieren, Regierungen werden gestürzt und die Erde droht im Chaos unterzugehen.

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Im Spielmodus „Last Stand“ spielt das Terrain eine entscheidende Rolle.
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Man entscheidet sich eine Weltregierung einzuberufen. Die „Order of Nations“, in erster Linie eine Allianz der westlichen Mächte unter militärischer Führung. Motto: Diplomatie ist für Weicheier und wer sich uns widersetzt wird vernichtet.

Natürlich gibt es Fraktionen, die dagegen aufbegehren, doch auch die Rebellen sind zerstritten. Da gibt es die technokratische „Shadow Revolution“, eine Vereinigung von reichen Wissenschaftlern und Konzernen, die auf modernste Waffenforschung setzen: EMP, Tarnkappen-Technologie und kleinere Atombomben. Und dann gibt es da die „Liberation Front“, klassische Untergrundkämpfer, die in großen Massen auftauchen, vor allem auf wendige Buggies setzen, den Feind in Hinterhalte locken oder mit auf Brücken platzierten Minen in die Luft jagen.

Die Weltkarte: Der Feind kommt, wenn du schläfst

Wir entscheiden uns mal für die Technokraten, Zukunft klingt immer gut. Anschließend geht es zur Weltkarte, dem Herzstück von „End of Nations“. Hier sehen wir auf einen Blick, wo es gerade brennt, wo PvP-Schlachten geschlagen werden oder unsere Freunde sich gerade gemeinsam durch die Koop-Kampagne kämpfen. Der Clou: Die Karte ist in PvP-Sektoren unterteilt, eben die einzelnen Kontinente: Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika, Asien, Australien. Jedes davon unterteilt in Länder, etwa Deutschland, Frankreich, Russland.

Ein durchdachtes Free-to-play-Fest für Strategen, die es mal so richtig MMO-mäßig krachen lassen wollen. Wird spannend!Ausblick lesen

Erobern wir ein Gebiet, wird es in der Farbe unserer Fraktion gefärbt – die Technokraten sind immer blau. Gehört der Sektor uns, wirft er Boni auf die umliegenden Ländereien ab, so produzieren wir mehr Ressourcen. Die heftigsten Kämpfe entbrennen also wie im echten Leben da, wo es was zu holen gibt: wo Öl oder Diamanten lagern, das große Geld lockt. „End of Nations“ entwickelt sich übrigens permanent weiter, es kann also durchaus passieren, dass ihr morgens aufwacht und euch wurde der ein oder andere Sektor gemopst, wenn eure Verteidigungsstellungen dort nicht stark genug waren.

Damit unterlegene Parteien nicht irgendwann die Lust am Spiel verlieren, gibt es Saisons. Nach drei Monaten ist eine Saison vorbei, die Karte wird resettet, alles wieder auf Null. So sollen auch Einsteiger leicht ins Spiel finden.

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Bei Schlachten von 28 gegen 28 Spielern ist viel Spielübersicht gefragt.
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Die Hütte brennt im Sekundentakt

Trion Worlds setzt auf ein ähnliches System wie „World in Conflict“. Wir können vor dem Gefecht also aus rund 20 verschiedenen Truppentypen pro Fraktion wählen. Die Armee wird dann automatisch mit Transporthubschraubern gut verpackt in Kisten eingeflogen und ist direkt gefechtsbereit. Generell ist bei der Wahl der Einheiten taktisches Geschick gefragt, denn je besser ein Truppentyp desto mehr Slots kostet er. So verbraucht der Apache gleich vier Slots - für den Preis könnten wir zwei schwere Panzer mitnehmen.

Die Armeen bleiben dadurch sehr übersichtlich, da wir lediglich 24 sogenannter Techslots zur Verfügung haben. Auf der Karte angekommen geht’s extrem schnell rund. Die Karten sind zwar stellenweise recht groß, aber bei unseren Partien im Sechs-gegen-Sechs-Modus brennt schnell die Hütte. Genau wie in „Dawn of War 2“ entsenden wir leichte Einheiten, beispielsweise unsere MG-Buggys, um strategische Punkte einzunehmen. Das dauert eine Weile, in der Zeit kann die Armee nachziehen. Dann schnell einen MG-Turm auf den Punkt pflanzen und weiter, die Zeit drängt.

Je mehr Punkte wir dem Feind lassen, desto schneller verdient er Geld, womit sich gefallene Einheiten wiederbeleben lassen oder Söldner anheuern. In den späteren Missionen unserer Testpartien haben wir beispielsweise meist voll auf Panzer-Brigaden gesetzt und uns ein paar Apaches zum Schutz gegen Luft-Boden-Angriffe eingekauft. Aber: Söldner sind extrem teuer, da wir erst ihre Barracken (Infanterie), Werkshallen (Panzer) oder Flugplatz (Helikopter) für viel Moos freischalten müssen. Der Balance zu Liebe dürfen Helikopter allerdings weder neutrale Gebäude wie Banken, die extrem viel Kohle auf einmal bringen, noch strategische Punkte einnehmen, bieten sich also eher als Vorhut an oder um den Gegner aus seiner Stellung in eine Falle zu locken.

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Hier pirschen wir uns mit getarnten unsichtbaren Jeeps an die mächtige Feindbasis heran.
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In der Schlacht spielen taktische Waffensysteme eine tragende Rolle. So können wir gegen Ressourcen EMP-Bomben abwerfen – extrem effektiv, da quasi alle Waffensysteme auf Elektronik basieren. Von Mission zu Mission schalten wir in der Kampagne immer mehr Technologiepunkte frei, mit denen sich noch tödlichere Waffen einsetzen lassen: Ein Railgun-Upgrade für unsere Artillerie, damit grillen wir drei Panzer gleichzeitig. Oder ein Orbitalschlag, um eine halbe Basis auszuradieren oder ein Atombomben-Angriff, der allerdings nicht die ganze Map wegbombt, sondern nur ein gewisses Areal.

Aber auch für defensive Kreaturen gibt der riesige, gut 40 Upgrades starke Technologiebaum einiges her. „Die Upgrades werden sich die Waage halten, 20 defensive und 20 offensive“, kommentiert Chris Lenna, Senior Producer von „End of Nations“. „Die Kampagne ist so aufgebaut, dass ihr möglichst viele ausprobieren könnt, um dann für die PvP-Schlacht gerüstet zu sein.“ So, dann wollen wir das doch mal ausprobieren.

Questen wie in SWTOR

Trion setzt in seiner Kampagne auf ziemlich ausgeklügelte, actionreich geskriptete Questreihen, die ein bisschen an „Star Wars: The Old Republic“ erinnern. Beispielsweise sollen wir mit unseren Truppen in Kalifornien landen und eine schwer bewachte Festung der Order of Nations knacken. Die wird durch eine Art Schutzschild verteidigt, unser Job ist es also, einen Virus einzuspeisen und das ganze System lahmzulegen.

Dazu müssen wir aber erst die Wachtürme des Gegners zur Hölle pusten. Wie gut, dass wir gerade das Tarnfeld-Upgrade „Active Camouflage“ eingekauft haben, das unsere Soldaten, aber auch Fahrzeuge ähnlich wie in „Ghost Recon: Future Soldier“ unsichtbar macht. So versuchen wir möglichst lange unbemerkt zu bleiben, pirschen uns mit einem kleinen Kommandotrupp an die Basis ran und lassen unsere Armee selbst vor einem Hang stehen. Die Panzer sollen erst eingreifen, wenn unsere Infanterie Alarm auslösen sollte, dann nämlich schickt uns die Order of Nations Welle um Welle entgegen.

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Technisch ist „End of Nations“ nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
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Eine spannende Mission, die viel taktisches Kalkül und ein gutes Händchen für perfektes Timing erfordert. Speisen wir nämlich das Virus erfolgreich ein und fahren den Schutzschirm runter, bleibt uns nur ein kleines Zeitfenster um die Wachmannschaften auszuschalten, einen General der Order of Nations zu schnappen und sicher zur Landezone X-Ray zu bringen. Dort warten bereits Chinook-Helikopter auf ihren nächsten Einsatz.