



Es gibt keinen Zweifel: Empire: Total War ist ein sehr gutes und teilweise sogar herausragendes Strategiespiel und macht Spaß ohne Ende. Doch ist es auch ein Meisterwerk? Die Antwort darauf lautet: Nein. Gewiss, es bietet eine teilweise enorme Spieltiefe im rundenbasierten Modus, es motiviert immer wieder dazu, sich die Nächte um die Ohren zu spielen, die neuen Echtzeit-Seeschlachten sind wunderhübsch und bieten eine hohe Detailfülle. Die Neuerungen im Runden-Modus stärken zudem den komplexen Aufbauteil und erhöhen den Wiederspielwert, Platz genug für variantenreiche Missionen bietet die vergrößerte Weltkarte. Und das alles präsentiert man dazu noch in einer meist richtig tollen Optik.
Und doch fehlt das gewisse Etwas, wäre eine zusammenhängende Story beispielsweise noch motivierender als eine Aneinanderreihung einzelner Missionen. Vor allem aber stößt bitter auf, dass die Wegfindung und die Kontrolle der eigenen Einheiten im Echtzeitmodus derartig vergeigt wurde und auch die KI-Soldaten teilweise viel zu passiv bzw. teilnahmslos sind. Es ist für ein Spiel dieser Güteklasse einfach nicht hinnehmbar, wenn das eigene Heer ein derart nerviges Eigenleben entwickelt und die eigene Taktik deswegen derart ins Stottern kommt, bis man sich vollkommen im hektischen Mikromanagement verhaspelt. Störend sind zudem die reproduzierbaren Abstürze und teilweise lange Ladezeiten. Man kann nur hoffen, dass die Entwickler die in unserer Testversion aufgetretenen Probleme rasch beseitigen.
Hinweis: Unser Test und die Wertung beziehen sich auf eine von Sega als Testmuster freigegebene Version, die jedoch noch nicht zu 100% fertig ist. Viele der aufgetretenen Probleme sollen in der Verkaufsversion von Empire: Total War behoben sein. Wir sehen uns diese Fassung ebenfalls genau an und werden den Test gegebenenfalls anpassen.
Update: Wir haben uns mittlerweile die im Handel erhältliche Retail-Fassung von Empire: Total War angeschaut. Diese lief zwar etwas "runder" als unsere Testversion, dennoch gab es insbesondere im Bereich der KI ähnliche Probleme. An unserer Wertung ändert sich daher nichts. Wie man uns von Seiten Segas versicherte, arbeite man dort bereits an Patches, die die Probleme in den Griff bekommen sollen.
Optisch ist das Spiel ein absoluter Hingucker: Ob auf der schönen Weltkarte, bei denen die Jahreszeiten und Regionen deutlich sichtbar in Szene gesetzt werden oder im RTS-Teil, wo die Einheiten höchstdetailliert dargestellt und mit tollen Animationen versehen sind, bis hin zu den opullenten Seeschlachten mit herausragenden Effekten: Das Auge kann sich wahrlich satt sehen.
Der tragende Soundtrack ist gut, erklingt aber leider zu selten. Dafür melden sich alle einheiten in der eigenen Landessprache und sorgen damit für das richtige Ambiente.
Ihr übernehmt die Kontrolle über eines von elf Völkern und bietet dabei den größten Nationen des 18. Jahrhunderts die Stirn. Der Mix aus Runden- und Echtzeitstrategie überragt aufgrund unheimlicher Detailfülle und Spieltiefe, enttäuscht in der vorliegenden Version jedoch aufgrund von KI-Aussetzern und Wegfindungsproblemen.
Online Land- und Seeschlachten, jedoch (noch?) ohne Kampagnen-Modus.
von SEGA, Creative AssemblyGenre: Echtzeitstrategie, StrategiePC: 4.3.2009Offizielle WebseiteFreigegeben ab 12 Jahren
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