Aller guten Dinge sind drei. Diese Auffassung vertritt Vivendi Universal, die der "Empire Earth"-Reihe im dritten Anlauf den Eintritt in den Spiele-Olymp bescheren wollen. Der gigantomanische Maßstab der Vorgänger wurde dafür zurück gefahren, die Zugänglichkeit erhöht. Überhaupt scheint die Verwandtschaft von "Empire Earth 3" mit seinen Vorgängern nur oberflächlicher Natur. Davon konnten wir uns bei ausführlichen Probespielen mit einer weit fortgeschrittenen Preview-Version überzeugen.

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Die Welt, ein Spielball der Strategen
Die Welt zu erobern, darin sind PC-Spieler besser als sämtliche Diktatoren der Geschichte. Ob in Fantasy-Szenarien wie "Schlacht um Mittelerde 2" oder in historisch verbrieften Monumental-Strategiewerken der "Total War"-Reihe - regelmäßig wird uns die Welt auf dem Servierteller gereicht, wir müssen nur noch zugreifen. "Empire Earth 3" reiht sich in diese illustre Runde ein.

Empire Earth 3 - Im dritten Anlauf an die Genrespitze? Wir haben Probe gespielt und reden Klartext.

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Die Kugel, die die Welt bedeutet. Oder so ähnlich. Hier plant ihr jedenfalls eure nächsten Schritte.
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Vorbei sind die Zeiten dröger, semihistorischer Kampagnen. Hier zählt nur der vollkommene Erfolg, die Beherrschung der Erde oder die Verbannung in die Bedeutungslosigkeit, der Sieg auf ganzer Linie oder die brutale Vernichtung eines kompletten Imperiums. Der Weg zu Ruhm oder Blamage indes ist hart und steinig und führt im Falle von "Empire Earth 3" über die Beherrschung von circa 40 Sektoren. In eben diese ist Mutter Erde, dargestellt durch einen schicken, aber nicht wirklich übersichtlichen 3D-Globus, nämlich eingeteilt.

Wie in der "Total War"-Reihe gilt es nun, Abschnitt für Abschnitt zu erobern, um den eigenen Machtanspruch immer weiter auszuweiten. Anders als im Historienepos stehen euch dafür weit weniger globale Strategieoptionen zur Verfügung. Dafür ist der Kampfpart mit Basisbau und fünf Zeitepochen deutlich umfangreicher.

"Nur noch fünf Epochen? Sind die Entwickler denn des Wahnsinns?", hören wir Kenner der Vorgänger bereits unken. Fürwahr, wer vor allem die bis dato fünfzehnstufige, unglaublich komplexe Evolution der Menschheit geschätzt hat, den könnte der zusammengeschrumpfte dritte Teil kalt lassen. Natürlich gilt auch hier: Des einen Leid' ist des andern Freud'. Mit der epochalen Einteilung in die Antike, das Mittelalter, die Kolonialzeit, die Moderne sowie die Zukunft deckt der Titel nach wie vor ca. 4.000 Jahre Menschheitsgeschichte ab. Nur eben im Zeitraffer. So soll die Zugänglichkeit erhöht werden, um den Titel auch Gelegenheitsspielern schmackhaft zu machen.

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Tradition verbindet
Bleibt die Frage, wie sich "Empire Earth 3" nun wirklich spielt. Am besten trifft es wohl das Wort "traditionell". Denn so viele Umwälzungen die Macher in das Spiel integriert haben, so klassisch bleibt der Kern des Ganzen. Wie bei "Age of Empires" und Co. müsst ihr auf dem Schlachtfeld eine Basis aufbauen, Ressourcen sammeln und Armeen rekrutieren. Die Mannen schickt ihr quer über die Map Richtung Feind. Dort schlagen sich die Streithähne gegenseitig die Zähne aus, bis ein Sieger hervor geht.

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Ein typisches antikes Dorf in der Anfangsphase. Ob hier auch schon Wikinger ihr Unwesen treiben?
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Sofern euch das Glück und die taktische Raffinesse hold waren, ist die Provinz von nun an die eure und ihr seid der Weltherrschaft ein Stückchen näher gekommen. Ja, so trivial kann Echtzeitstrategie sein. Ganz so simpel bleibt es dann aber doch nicht. Schließlich ist der Kampf nur einer von zwei elementaren Bestandteilen von "Empire Earth 3". Nicht nur der General in euch ist gefragt, sondern auch der Politiker.

Macht macht müde Männer munter
Um den Job des Staatenlenkers kümmert ihr euch auf dem bereits erwähnten dreidimensionalen Globus. Sämtliche Provinzen generieren unterschiedlich viele Punkte in einem von vier Gebieten: Militär, Handel, Imperium und Forschung. Mit Kriegspunkten rekrutiert ihr wie in der "Total War"-Serie direkt auf der Weltkarte individuell konfigurierbare Regimenter. Imperium-Ressourcen dienen hingegen der Ausbildung von Spionen, die Gegner auskundschaften oder sabotieren.

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Zu den Lasern! Unsere Robo-Söldner treten bzw. ballern biologisch veränderten Mutanten in den Hintern.
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Forschungspunkte wiederum steckt ihr in Technologien, die eure Gebiete dauerhaft besser absichern. Durch die Erforschung des Widerstandes stellt euch das Programm bei Verteidigungsschlachten etwa automatisch ein zusätzliches Bataillon Krieger zur Verfügung. Habt ihr darüber hinaus beispielsweise auch noch Versorgungslinien etabliert, erhaltet ihr in regelmäßigen Intervallen ein Plus an Ressourcen zur schnelleren Aushebung einer Armee. Schade: Komplexe Diplomatie-Optionen oder die Einbindung der Religion als weiteres politisches Instrument gibt es nicht. Auch auf Spezialeinheiten wie Prinzessinnen, die feindliche Generäle becircen, müsst ihr verzichten.

Aus zwölf mach drei!
Wahrscheinlich habt ihr es euch in Anbetracht der sonstigen Streichungen schon selbst gedacht - und hier kommt die Bestätigung: Die zwölf Völker aus dem Vorgänger mussten einem Triumvirat aus drei Nationen weichen. Die unterscheiden sich dafür umso deutlicher voneinander. Der Westen setzt, so kennt man uns, auf Qualität statt Quantität. Fortschrittliche Technologien gehen einher mit starken, aber teuren Einheiten.

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Pioniere und schwere Panzer gegen Ballistaschützen. Da hat unser Gegner wohl gepennt und das nächste Zeitalter verschlafen.
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Der Ferne Osten ist das genaue Gegenteil. Viele günstige, dafür umso schwächlichere Truppen, rennen Feinden wie beim Sommerschlussverkauf die Bude ein. Die Masse macht's! Als Mittelmaß zwischen den beiden genannten Nationen entpuppt sich der Mittlere Osten. Mit starker Kavallerie gesegnet, setzen die Burschen primär auf Guerilla-Taktiken. Ebenso schnell angreifen wie auch wieder verschwinden ist für die Jungs der beste Weg zum Sieg.

Wo geht's lang?
Die von uns gespielte Version ist relativ weit vorangeschritten. Sämtliche Spielmechanismen funktionieren, die Balance macht einen ausgereiften Eindruck. Und doch ist zur Zeit nicht alles eitel Sonnenschein in den "Empire Earth 3"-Gefilden. So bereitet uns die mäßige Wegfindung derzeit noch arge Kopfschmerzen.

Zwar bewegen sich die Truppen, wie aus der "Age of Empires"-Reihe bekannt, in Reih und Glied. Das funktioniert allerdings nur auf offenem Feld über größere Distanzen. Sobald Hindernisse, darunter Berge oder Flüsse, im Weg stehen, verheddern sich die Einheiten aufs Übelste. Dann zuckeln die einzelnen Truppentypen wie wild herum, drehen sich im Kreis oder bleiben einfach stehen.

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Ein nerviges Überbleibsel aus dem Vorgänger: die unübersichtlichen Schlachten.
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In optischer Hinsicht präsentiert sich "Empire Earth 3" von seiner besseren Seite. Knallbunte Einheiten und Gebäude mit fast comicartigem Flair sorgen für einen individuellen Stil, der sich gekonnt von seinen Genrebrüdern abhebt. Physikalisch glaubwürdig zerberstende Bauten wirken zwar wie aus "Age of Empires 3" geklaut. Der Atmosphäre tut das aber keinen Abbruch - auch wenn die Physiksimulation nicht annähernd an die Qualität unseres momentanen Platzhirsches "World in Conflict" heran reicht.