Empire Earth 2: The Art of Supremacy (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung von Empire Earth 2 (EE2) erscheint nun mit "The Art of Supremacy" das erste Addon zum Echtzeitstrategiespiel, von dem sich allein in Deutschland über 100.000 Stück verkauften.

Die Erweiterung soll den Spielern des ersten Teils neue Herausforderungen liefern und bringt natürlich auch eine ganze Reihe von Neurungen mit. Welche das sind und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

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Natürlich wird mit dieser Expansion das Spielprinzip von EE 2 nicht völlig auf den Kopf gestellt oder grundlegend verändert. Dafür enthält sie aber neue Kampagnen und Missionen, die den Spieler in bisher noch nicht bekannte Auseinandersetzungen verwickeln und teilweise auch an das Hauptspiel anknüpfen.

Diesmal dürfen wir uns in den drei neuen Kampagnen wahlweise als Ägypter 2000 Jahre vor Christi Geburt bewähren, als Russlands Zar Alexander im 19. Jahrhundert dem Angriff Napoleons trotzen oder in einem zukünftigen Afrika die Macht des Wirtschafts-Konglomerats "Globo Corp." brechen.Jede dieser Kampagnen umfasst fünf Missionen und ist damit kürzer als beim Hauptspiel, wo Kampagnen noch acht Missionen umfassten. Dafür sind sie aber teilweise mindestens ebenso knackig hart. Doch dazu später mehr, bleiben wir zunächst bei den neuen Features.

Empire Earth 2: The Art of Supremacy - Eine frische Ladung Kampagnen, Nationen und Missionen: Die Expansion ist da!

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Neben den neuen Kampagnen im Einzelspielemodus enthält das Addon mit den Franzosen, Russen, Massai und den Zulu auch vier neue, spielbare Nationen. Damit werden den Spielern insgesamt zehn neue Spezial-Einheiten spendiert. Zu den Interessantesten gehören sicherlich die Panzerfahrzeuge der Zulu (Horn of Impi), die sich ansonsten durch eine durchlagskräftige Infanterie auszeichnen, und die Rafale-Stealth-Kampfflugzeuge der Franzosen. Dafür verfügen die Russen über besonders effektive Artillerie (Haubitzen). Die wohl wichtigste Neuerung bezüglich der Einheiten ist aber, dass sie nun die Fähigkeit haben zu Helden aufzusteigen. Wenn eine Klasse 100 Feinde eliminiert hat oder alleine 20 Gegner ausschalten kann, wird der Heldenstatus mit einem großen Banner visualisiert.
Außerdem drückt sich das Heldendasein natürlich auch in gesteigerter Effizienz der Einheit im Kampf aus, was auf mehr Stärke und Ausdauer zurückzuführen ist. Wenn der Held mit anderen Einheiten gruppiert wird, steigern sich auch deren Werte, allerdings in relativ geringem Ausmaß. Außerdem werden Helden von einer Mission in die andere mitgenommen und gehen deshalb nicht einfach verloren, sobald sie abgeschlossen wurde.

Packshot zu Empire Earth 2: The Art of SupremacyEmpire Earth 2: The Art of SupremacyErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Neben den Kampagnen stehen dem Spieler auch diesmal wieder so genannte "Wendepunkte der Geschichte" zur Verfügung, bei denen er historisch bedeutsame Schlachten nachspielen darf. Allerdings ist auch hier der Umfang deutlich geringer als im Hauptspiel. Lediglich bei zwei entscheidenden Auseinandersetzungen darf man sich als Befehlshaber der Truppen betätigen. Konkret handelt es sich dabei um die Panzerschlacht um Kursk im Zweiten Weltkrieg bei dem Russen auf Deutsche treffen und in der neuen Region Afrika treffen die Kolonialherren Großbritanniens auf die aufständischen Zulus.

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Auch der Mehrspielermodus wird mit "Lehenstreue" und "Tauziehen" um zwei Spiel-Varianten erweitert. So können sich zwei Spieler als Lehnsherr/Vasall zusammenschließen, wobei der Ranghöhere von den wirtschaftlichen Resourcen des anderen profitiert, gleichzeitig aber die militärischen Einheiten des Vasallen steuern darf und ihn mit eigenem Personal schützen darf. Interessant ist auch Tauziehen, wobei die Spieler für diesen Modus eine gehörige Portion Zeit mitbringen sollten. Auf bis zu neun Maps gilt es dabei den Gegner im Duell zweier Spieler in seine Heimat zurückzudrängen. Die liegt am jeweiligen Ende einer Schlachtenserie, ausgehend von einer Mittelstellung.

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Soweit die wichtigsten Neuerungen, die vom Addon mitgebracht werden. In Sachen Gameplay hat sich allerdings nicht viel geändert. Nach wie vor obliegt es dem Spieler, sein Volk erfolgreich durch die Jahrzehnte und durch viele Schlachten zu führen. Dabei den Überblick zu behalten, ist trotz des innovativen (aber schon im Hauptspiel enthaltenen) Bürger Managers gar nicht so einfach. Der erlaubt zwar jederzeit freie, respektive unbeschäftigte Einwohner, fürs Sammeln der verschiedenen Resourcen einzuteilen oder sie dem Technologiezweig zuzuordnen, der für die technische Weiterentwicklung des Volkes notwenig ist. Doch in der Praxis nimmt er dem Spieler nur einen Bruchteil der wirklich anfallenden "Arbeit" ab.In einer der ersten Missionen der ägyptischen Kampagne muss beispielsweise nicht nur die eigene Stadt gegen Angreifer geschützt werden. Nebenher sollen wir ein Heiligtum bewachen und verschiedene Artefakte von unterschiedlichen Volksgruppen bzw. Banditen zurückerobern. Das sind jedoch nur die Hauptaufgaben, zusätzlich gilt es auch, eine Reihe von Submissionen zu erledigen. Seine Augen und vor allem seine Einheiten überall gleichzeitig zu haben erweist sich oft mehr als schwierig. Ohne den Einsatz von Funktionstasten, die das "Springen" zwischen den einzelnen Orten ermöglichen, wird kaum jemand zum Erfolg kommen. Schon im "Easy"-Mode ist das eine für Anfänger nicht einfach zu lösende Aufgabe, auf der Schwierigkeitsstufe "Fortgeschritten" dürften sich auch Experten gefordert fühlen.

Der hohe Schwierigkeitsgrad wird auch durch das eine oder andere Problem zusätzlich gefördert.So erhalten die Gegner plötzlich Einheiten-Nachschub, obwohl alle seine Gebäude zerstört wurden oder er ist sogar in der Lage Gebäude aus dem Nichts auftauchen zu lassen. Dazu kommen noch einige Wegfindungsprobleme der Einheiten, die nicht immer den für einen geordneten Angriff vorgesehenen Weg nehmen und damit zusätzliche Probleme schaffen. Nach wie vor konzentriert sich das Spielgeschehen von Empire Earth 2 zum größten Teil auf die kriegerischen Elemente, der stiefmütterlich behandelte Diplomatie-Ansatz wurde auch im Addon nicht weiter aufgebohrt und kommt eigentlich weiterhin nur dann zum Einsatz, wenn es die Mission erfordert Bündnisse einzugehen.

Grafisch ist das Spiel zwar noch immer recht nett anzusehen, mit visuellen Prachtexemplaren wie Age of Empires 3 kann es aber trotz leicht verbesserter Effekte und eines Wettersystems nicht mithalten. Aus der Nähe ist der Unterschied zum Genreprimus gerade bei den einzelnen Einheiten eklatant, in der Draufsicht fällt der Unterschied nicht ganz so gravierend auf.Beim Sound hat sich nichts verändert. Die Hintergrundmusik ist nett, geht aber nach einiger Zeit auf den Wecker, da sie sich innerhalb der thematisch zusammengehörenden Kampagnen ständig mit denselben Motiven wiederholt.