Jade Raymond, die zu den bekanntesten Persönlichkeiten in der Videospielbranche zählt, hat nach rund drei Jahren das von ihr in Montreal gegründete Motive Studio unter EA-Banner verlassen.

Jade Raymond arbeitete zuletzt mit ihrem Team an einem Titel im Stil von Assassin's Creed

EA Motive, das von Jade Raymond 2015 in Montreal aus der Taufe gehoben wurde, hat bislang kein eigenes Spiel veröffentlicht. Bekannt ist bislang nur, dass das Studio an zwei Projekten beteiligt war: An der Einzelspieler-Kampagne von Star Wars: Battlefront 2 und an Project Ragtag, ein Star-Wars-Abenteuer, das ursprünglich als eine Art Uncharted beschrieben wurde. Kein Wunder, ein Großteil der Belegschaft besteht aus ehemaligen Mitarbeitern von Bioware Montreal, das unter anderem an Star Wars: Knights of the Old Republic gearbeitet hatte.

Vielleicht ist das ein Grund, warum Raymond nun das Studio verlassen hat. Denn als Grund, bei EA anzuheuern, nannte Raymond damals in einem Interview AAA-Gaming: "Wenn ich darüber nachdenke, wann ich am glücklichsten war, was ich am meisten mochte und worüber ich mich die nächsten fünf bis zehn Jahre am meisten freuen werde, dann ist das Kreieren dieser großen Franchises genau das, was ich wirklich liebe. Dass ich mit dem Team an Assassin's Creed arbeiten und sehen durfte, wie groß es wurde. Und dann mit dem Team am Beginn von Watch Dogs zu arbeiten - diese neuen Franchises zu erschaffen, die einen kulturellen Einfluss nehmen."

In den drei Jahren seit 2015 ist es Raymond nicht mehr gelungen, ähnliche Akzente in der Branche zu setzen, wie zu ihrer Zeit bei Ubisoft. Falls es sich bei ihrem eigenen Projekt nicht etwa um Amy Hennigs Star-Wars-Titel handelte, wird es wohl ebenfalls keine zufriedenstellende Ergebnisse geliefert haben. Zumindest nicht für Raymond selbst.

Zum zweiten Mal verlassen

Mit ihrem Weggang verlässt sie den Videospielgiganten bereits zum zweiten Mal. Nachdem Raymond zunächst ihre Karriere bei Sony als Programmiererin begann, wechselte sie zu EA, um als Produzentin an The Sims Online zu arbeiten. 2004 kehrte sie nach einer kurzen Stippvisite als Korrespondentin in die Branche zurück und sorgte bei Ubisoft die nächsten zehn Jahre für Furore. So entstanden unter ihrer Ägide die Assassin's Creed- und Watch Dogs-Reihen.

Erst vor einem Jahr hatte EA das von Raymond beaufsichtigte Studio Visceral Games geschlossen, welches mit Amy Hennig an einem Star-Wars-Spiel arbeitete. Grund - wie viele mutmaßen - war zum einen, dass Hennigs Versuch, mit Project Ragtag eine Art Uncharted im Star-Wars-Universum zu entwickeln, als Singleplayer-Spiel angelegt war und EA zum anderen die Richtung missfiel, in die sich das Projekt bewegte. Die Entwicklung wurde daraufhin an EA Vancouver unter Leitung von Steve Anthony übergeben.

Raymonds Position bei EA Motive übernimmt nun Samantha Ryan, die damit - bis auf Respawn und EA Sports - die gesamte Aufsicht über alle nordamerikanischen Studios bei EA innehaben wird.

"Während ihrer Zeit bei uns hat Jade Raymond dabei geholfen, großartige Teams zusammenzustellen. Unsere Projekte bei Motive und den anderen Studios werden nahtlos weitergeführt. Wir sind dankbar für all ihre Leistungen und wünschen Jade Raymond nur das Beste bei ihrem nächsten Abenteuer", so EA in einem Statement. Raymond selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert.