In Belgien gelten Lootboxen mittlerweile als Glücksspiel: Sollten Spieleentwickler sich nicht dem Gesetz beugen und die glücksabhängigen Echtgeldkäufe aus ihren Spielen entfernen – oder sie entsprechend kennzeichnen (was wiederum eine neue Alterskennzeichnung nach sich ziehen würde), passiert das, was mit allen geschieht, die dem Gesetz die Stirn bieten: Es wird strafrechtlich gegen sie ermittelt. In Scheinwerferlicht der Ermittlungen steht nun Electronic Arts, nachdem sie sich geweigert haben, Lootboxen aus FIFA 18 und 19 verschwinden zu lassen.

FIFA 19 wirbt mit mehr Wucht beim Tritt und höherer Präzision; die Echtgeldkäufe werden nicht angepriesen:

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Update vom 12.09.2018, 09.36 Uhr

Hexus zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass EA nun bald vor dem Gericht in Brüssel erscheinen und dafür plädieren wird, dass Lootboxen nicht unter die Glücksspiel-Klausel fallen. Allerdings hat die Glücksspielkommission auch dafür eine Lösung: "Wenn wir verlieren, werden wir uns für eine Revision des Glücksspielgesetzes einsetzen, damit wir die Lootboxen angehen können."

Ursprüngliche News vom 11.09.2018

Die Glücksspielkommission in Belgien hat entschieden: Keine Lootboxen mehr, denn Lootboxen sind Glücksspiel. Blizzard gab nach und hat das Lootboxen-Prinzip aus Overwatch und Heroes of the Storm entfernt; “Wir bemerken, wie sich allmählich die Einstellung zum Thema in der Spieleindustrie ändert” – nicht aber bei Electronic Arts, wie es aussieht, denn EA weigert sich partout an den Lootboxen in FIFA 18 herumzubasteln. Außerdem gibt es natürlich auch in FIFA 19 Mikrotransaktionen und Lootboxen, als wäre die vorweihnachtliche Zeit 2017 nie gewesen. Jetzt könnte Belgien EA vor Gericht zerren.

Wie das niederländische Magazin Nieuwsblad berichtet, sind es nicht die Verkaufszahlen der Spiele, die EAs Bauch nähren, sondern die getätigten Mikrotransaktionen – mit dem Online-Verkauf werden rund 3 Milliarden Euro an EAs Strand gespült, und Lootboxen machen einen Großteil davon aus. Es verwundert also nicht, dass EA diese Einkommensquelle behalten möchte:

Drei Entwickler gingen auf die Knie, aber Electronic Arts weigert sich, die sogenannten ‘Lootboxen’ aus dem populären Spiel FIFA 18 zu entfernen. Sogar noch in FIFA 19 können die Spieler die virtuellen Überraschungskisten mit echtem Geld kaufen. Das ist Glücksspiel, so die Glücksspielkommission. EA hat in der Zwischenzeit einen offiziellen Bericht erhalten. Jeder, der sich nicht anpasst, geht das Risiko ein, rechtlich verfolgt zu werden. Es liegt jetzt an der Staatsanwaltschaft in Brüssel.

Die Spieler verlieren Tausende von Euros. Wir haben Beschwerden von Eltern, aber auch die Gaming-Community selbst reagierte”, gibt Peter Naessens von der Glücksspielkommission zu bedenken. Jetzt liegt es am Gericht in Brüssel, ob EA rechtlich verfolgt wird und welche Konsequenzen auf den Spielekonzern warten.