Autor: Sebastian Weidner

Was für ein Herbst: Die Spielebranche tischt uns derzeit Produkte auf, die jedem noch so gelangweilten Zocker Freudentränen in die Augen treiben. Rollenspieler erleben in "Gothic 3" wundervolle Abenteuer. Echtzeitstrategen schlagen spektakuläre Schlachten mit der "Company of Heroes", und Sportler trainieren ihre Reflexe mit Electronic Arts' jährlichem Ertüchtigungs-Reigen.

Doch nicht überall herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Denn Actionfans ziehen im Moment ein wenig den Kürzeren. Immerhin ist Nachschub unterwegs: in Form des mehrmals verschobenen "El Matador". Wir haben dem potentiellen Actionkracher kurz vor Release noch einmal auf den Zahn gefühlt und verraten, was euch erwartet.

Alles neu macht der Herbst
Eigentlich sollte "El Matador" längst einen Stammplatz auf euren Festplatten eingenommen haben. Wäre da nicht die BPjM, die die englische Version kurz vor Release indizierte. So bleibt den Entwicklern von Plastic Reality nichts anderes übrig, als den Titel rigoros zu beschneiden. Und das dauert! Wir reden schließlich nicht von minimalen Überarbeitungen der Marke "grünes Blut und keine Sterbeanimationen", sondern von gravierenden Gameplay-Veränderungen. Unter anderem geplant: Der "engelsgute" Protagonist soll zum Fiesling mutieren, gleichzeitig Gegner aber auch per Betäubungsgewehr ausschalten dürfen.

Wie genau das schlussendlich umgesetzt wird, ist derzeit leider ebenso unklar wie der offizielle Veröffentlichungstermin. Selbst unsere redaktionsinterne Kristallkugel konnte uns nicht weiterhelfen. Doch was soll's? Damit ihr den Titel nicht völlig vergesst und zumindest wisst, was euch in ähnlicher Form erwartet, geben wir euch einen Eindruck der letzten spielbaren Version!

Eine Mischung aus Lena und Minou
Der Mensch neigt zu Vergleichen. "Und, wie ist sie so?" - "Sie hat die Figur von Lena, aber die Frisur von Anna. Und im Bett erinnert sie mich an Minou." Natürlich lässt sich "El Matador" ebenso oberflächlich vergleichen. So betrachten wir den Titel als Mischung aus ganz viel "Max Payne", der feinen Bullet Time sei Dank, und einer Prise "Far Cry". Aus dem Inselshooter leiht sich der Actionkracher die wunderschönen Palmen, Strände und Dschungellandschaften.

El Matador (dt. Version) - Keine Macht den Drogen! Als stier-starker DEA-Agent El Matador geht’s der Drogenmafia an die Ernte!

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Bullet Time im Einsatz: Noch ist der Effekt zu verwaschen.
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Den knallharten DEA-Agenten Viktor Corbet verschlägt es nämlich nach Südamerika, ins Land mächtiger Drogenbarone und heißer Latino-Bräute. Letztere bekommt ihr im Spielverlauf leider nicht zu Gesicht. Dafür macht ihr Bekanntschaft mit zahlreichen schlecht gelaunten Gangstern. Die wollen euch davon abhalten, ein internationales Drogenkartell lahm zu legen, das die USA mit Rauschmitteln überschwemmt. Was folgt, könnte jedem "Null Logik, kaum Handlung"-Actionstreifen aus der Traumfabrik Hollywood entliehen sein: Spektakuläre Ballereien gegen zahlenmäßig weit überlegene Gegner, effektvolle Explosionen und Zeitlupeneffekte im "Matrix"-Stil.

Im Gegensatz zum geistigen Vater Max Payne stehen euch sogar zwei unterschiedliche Bullet Times zur Verfügung. Zum einen könnt ihr die Zeit auf Kosten eines sich stetig auffüllenden Zeitlupen-Kontos so lange wie gewünscht verlangsamen. Zum anderen dürft ihr einen einzelnen Zeitlupensprung aktivieren, der euch unbegrenzt zur Verfügung steht.

Packshot zu El Matador (dt. Version)El Matador (dt. Version)Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

An den Effekten der Zeit-Verlangsamung sollten die Entwickler indes noch arbeiten. Denn das Bild verschwimmt aktuell so stark, dass man die Gegner vor lauter Schlieren kaum mehr sieht. Flößt sich Held Viktor etwa fiese Drogen ein, um in Zeitlupe Feinde nieder zu mähen? Wohl eher nicht, es wirkt aber so!

Intelligente Knallerbsen
Für euren Feldzug gegen die Drogenmafia stehen euch fast 30 Waffen zur Verfügung, darunter Pistolen, Pumpguns, Maschinengewehre und Handgranaten - eben das komplette Arsenal konventioneller Krachmacher! Inwiefern ihr die im Spielverlauf wirklich alle benötigt, lässt sich derzeit schwer sagen. Uns haben die Schrotflinte, ein paar Granaten und ein handelsübliches Maschinengewehr in den Probepartien jedenfalls völlig ausgereicht, um die Levels von den zahlreichen Gegnern zu säubern.

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Und nach dem Einsatz gehen wir schwimmen, Jungs!
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Trotzdem haben wir öfter als uns lieb war die Karotten von unten betrachtet. Denn eure Kontrahenten zielen genauer als Action-Opa Arnold Schwarzenegger in seinen besten Film-Zeiten. Hier sollten die Programmierer den Burschen noch ein wenig Zielwasser abzapfen. Äußerst zufrieden sind wir dafür mit dem generellen Verhalten eurer Kontrahenten. Sie suchen Deckung, verschanzen sich hinter Kisten und versuchen, euch zu umzingeln. Aussetzer waren nur sehr selten zu beobachten. Fein so!

Eure Kameraden, die euch in einigen Einsätzen unterstützend unter die Arme greifen, haben merkwürdigerweise weniger Grips. Die cleversten Jungs wurden scheinbar von der Drogenmafia angeheuert. So rennen die Doofies mitunter schnurstracks in den Kugelhagel wahrer Gegnermassen oder reagieren viel zu spät auf Beschuss. Da ihr den Kollegen keine Befehle geben dürft, müsst ihr tatenlos zusehen, wie sie ins Verderben rennen. Nicht so fein!

Urlaubsfeeling
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Storytiefe können wir in Anbetracht der sehr bruchstückhaften Preview-Version und der geplanten umfangreichen Änderungen noch nicht beurteilen. Wir würden uns aber wundern, wenn das Niveau über Popcorn-Kino-Niveau hinausgeht. Immerhin wird Abwechslung groß geschrieben. Nicht beim Gameplay, das ist Dauerballern in Reinkultur. Doch sehr wohl bei den Schauplätzen.

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Jetzt noch leckere Schirmchendrinks und die Idylle ist perfekt.
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Wir waren etwa in einem versteckten Dschungellager unterwegs, haben eine schmutzige Hafenanlage inspiziert und heruntergekommene Slums unsicher gemacht. Überhaupt wird viel fürs Auge geboten. Die selbst entwickelte Engine von Plastic Reality kann zwar nicht ganz mit Hochkarätern der Marken Crytek, id und Epic mithalten. Schick und fortschrittlich ist sie trotzdem allemal! Die Texturen sind schön detailliert, die Animationen flüssig und die Effekte bombastisch.

Absolutes Highlight: die imposanten Dschungellandschaften mit ihren im Wind wehenden, hochgradig natürlichen Palmen, die ein unnachahmliches Urlaubsflair vermitteln. Hier würden wir uns auch gerne spannende Mehrspielergefechte liefern. Die Möglichkeit dazu enthalten uns die Entwickler leider vor - ein Multiplayermodus ist nicht geplant!