



93% für „Edna bricht aus“? Mehr als Metal Gear Solid 4? Mehr als Crysis? Mehr als BioShock? Für ein Adventure, das aussieht, als habe es ein Vorschüler mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom auf sein Löschpapier gemalt? Das sich rühmt, ewig gestrig zu sein? Sind die Typen von gamona jetzt selber reif für die Klapse? Nun, im Grunde ist „Edna bricht aus“ der längst überfällige Schlag ins Gesicht all derer, die glauben, den Wert von Kunst anhand schnöder Zahlen messen zu können.
Insofern kommt der Prozentwert in erster Linie dadurch zustande, dass ich mehr vergeben wollte, als Ankh seinerzeit erhalten hat – unter allgemeinen Kriterien hätte sich der Titel vermutlich bei 83% eingependelt. In diesem Sinne sei die Wertung konsequenterweise an dieser Stelle einfach mal weggedacht und ersetzt durch einen tiefen Kniefall meinerseits vor den Entwicklern.
Denn kein Spielcharakter der letzten Jahre hat mich mehr berührt als Edna, keiner hat mich dermaßen zum Lachen gebracht, und keinem würde ich so sehr den Erfolg wünschen, den er verdient. „Edna bricht aus“ hat Herz. Hirn. Seele. Für mich schon jetzt das Spiel des Jahres.
Wenige Animationsstufen, minimalistischer Zeichenstil: Technisch ist Edna zweifellos veraltet. Dennoch entbehren die Charaktere nicht eines gewissen Charmes.
Der schönste Adventure-Soundtrack der letzten Jahre gesellt sich zu einer professionellen Vertonung, die allein wegen ihres Umfangs über jeden Zweifel erhaben ist. Und das Edna-Lied während des Abspanns steckt den Portal-Song locker in die Tasche.
Logische Rätsel, 120 Locations, weitestgehend nicht-lineare Spielweise, treffsicherer Humor – sogar Zeitreisen fehlen nicht. Edna macht nicht vieles anders, aber alles besser als ihre Genrekollegen. Besonders genial: Edna weiß auf wirklich alles eine Antwort.
von Daedalic EntertainmentGenre: AdventureDS: unbekannt
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