Einen weiteren meisterlichen Kniff, den sich „Edna bricht aus“ von den Klassikern des Genres abgeschaut hat, ist seine nicht-lineare Spielweise. Während diese dem Spieler in vielen Adventuren der letzten Jahre lediglich suggeriert wurde, er aber trotz mehrerer zu besuchender Schauplätze meist nur eine einzige sinnvolle Aktion erraten musste, die anschließend die Handlung fortsetzte, genießt Edna eine wirkliche Handlungsfreiheit.
Die Irrenanstalt erinnert an das Maniac Mansion.Ähnlich wie im Meisterwerk Maniac Mansion die namengebende Villa stehen dem Spieler in „Edna“ nämlich von Beginn an beinahe sämtliche Locations des Irrenhauses offen. Kommt er am einen Ende der Rätselkette nicht weiter, wendet er sich einfach einer anderen Aufgabe zu. Frust oder Langeweile kommen so niemals auf – abgesehen von zwei wirklich knallharten Kopfnüssen, an denen auch wir uns die Zähne ausgebissen haben (Stichwörter: „Blase“ und „Zen-Garten“), die aber mit unserer Komplettlösung kein Problem mehr darstellen sollten.
Am Ende wird Edna richtig düster: Die Freigabe "ab 0 Jahren" können wir nicht empfehlen.Im Gegensatz zum Vorbild Maniac Mansion ist Ednas Irrenanstalt jedoch glücklicherweise kein unbelebtes Spukhaus, sondern ein knallbuntes Panoptikum skurriler Persönlichkeiten. „Das Tolle an einem Irrenhaus als Schauplatz ist, dass man seiner Fantasie völlig freien Lauf lassen und so die verrücktesten Einfälle verwirklichen kann“, verrieten uns die Entwickler im Interview – und behalten recht: Die durchgeknallten Charaktere von „Edna“ (übrigens hieß so auch ein Charakter in Maniac Mansion) sind allesamt derart liebenswert, dass man ihnen allen ein eigenes Spiel wünschen würde.
Hoti und Moti: der siamesische Sprung in der Schüssel.Da sind zum Beispiel Hoti und Moti, die sich für zwei siamesische Zwillinge halten, dabei aber nur im selben Pullover stecken. Oder der Bienenmann, ein schöngeistiger Schauspieler, der mit seinem Leben im Bienenkostüm gegen den eigenen Vater, einen passionierten Imker, rebelliert. Selbst die Macher des Spiels haben sich verewigt – in einer anonymen Selbsthilfegruppe für Spieleentwickler, die an ihrem eigenen Größenwahn zerbrechen („30.000 Dialogzeilen alleine im ersten Akt! Wie konnte ich nur?!“) Heimlicher Held des Spiels: Der Droggelbecher, eigentlich ein netter Kerl, verfügt über einen angeborenen Sprachfehler, weswegen er außer seinem Namen („Droggelbecher!“) nicht viel über die Lippen bringt…
von Daedalic EntertainmentGenre: AdventureDS: unbekannt
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