Onlinemagazine unter sich (Teil1)

Ich erinnere mich einfach mal ein paar Jahre zurück. Zu Zeiten, als Projekte wie gamez.de, gamers.de oder fanstage.de für Aufsehen sorgten, weil sie anders waren. Online-Spielemagazine verfolgten plötzlich richtig kommerzielle Interessen und das Konzept des Hostings wurde geboren. Manche dieser Magazine hatten Erfolg, andere weniger, aber eines hatten alle gemeinsam: Man kannte und respektierte sich, der Gedanke des professionellen Online-Journalismus setze sich langsam auch im Spiele und Unterhaltungsbereich durch.

Das war um 1998 und 1999 herum. Kaum einer hatte Ahnung von php, Mysql war für viele eher der Name eines neuen Automobils und sich eigene Server zu leisten war sowieso reines Wunschdenken.

So kam es auch, dass es nicht viele Online- Spielemagazine gab, die einen professionellen Anspruch erfüllen konnten. Doch wie jeder weiß, Zeiten ändern sich.

Heute im Jahre 2004 sieht die Online Landschaft im Spielebereich so sehr anders aus, dass man seinen Augen geschweige denn seinem Monitor kaum trauen mag.

Es gibt hunderte wenn nicht tausende »Online-Spielemagazine«, denn Webspace mit Datenbanken gibt es beim Supermarkt um die Ecke für 1,99€ im Sonderangebot. Viele junge Freaks beherrschen leidlich php oder asp und erfüllen sich ihren Traum einer eigenen Spieleseite. Das ist klasse, denn Engagement hat noch nie jemandem geschadet.

Aber so schnell die Begeisterung aufkommt, so schnell legt sie sich auch wieder. Nach wenigen Monaten dümpeln einst ehrgeizig gemeinte Projekte nur noch vor sich hin, denn man hat den Aufwand unterschätzt. Ach du Schreck, es müssen ja täglich neue Inhalte erstellt werden? Und Artikel? Und wo bekommt man all die Testmuster der Spiele her? Schnell stoßen unerfahrene Webmaster an ihre Grenzen und stellen fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Seite konsequent

über mehrere Monate weiterzuführen. Das Interesse erlischt.

Ausnahmen bestätigen hier die Regel natürlich, es gibt eine Menge hervorragender Magazine da draußen und noch talentierterer Webmaster. Förderlich ist die Flut vieler kleiner Magazine aber für die "Etablierten" nicht sonderlich, denn Exklusivität verkommt fast schon zum Fremdwort.

Kaum steht auf einem großen Magazin etwas Besonderes, weiß es jeder, wozu hat man denn einen Grabber wie gamesnews.de, ein Klick genügt und der Inhalt steht überall.

Eine ehemaliger Kollege von mir hat einmal den Begriff »Jafom« erfunden.