Onlinemagazine unter sich (Teil 2)

Jaja, die gute alte Gründerzeit, das von vielen einstmals beschworene »Start-Up Feeling«. Geld, neue Büros, motivierte Mitarbeiter, die locker auf 60-70 Stunden die Woche kommen, unbezahlt versteht sich. Pennen im Büro, der Pizzadienst freut sich täglich und dann auch noch täglich frische Lieferungen an Games Games Games. Was will man mehr?

Doch leider zerplatzten viele dieser Träume wie die sprichwörtlichen Seifenblasen. Missmanagement, mangelnder Erfolg und eine Werbeindustrie, die eine Zeitlang kaum mehr existent war, all das sorgte schnell für Ernüchterung. Und bei allen gute gemeinten Planungen hatte man das wichtigste Gut vergessen, den User. Denn der User entscheidet, was gut ist und was nicht und was er überhaupt will.

So blieben viele Hoffnungen unerfüllt und nur wenige Onlinemagazine konnten sich im hart umkämpften Markt behaupten. Ist das eigentlich gnadenloser Konkurrenzkampf oder eher ein friedliches Miteinander?

Man versteht sich, man trifft sich auf Messen, auf Presseveranstaltungen und trinkt auch mal zusammen ein Bier zusammen (oder zwei). Man tauscht sich aus oder protzt mit tollen Besucherzahlen, mit rasanter Entwicklung und überhaupt läuft natürlich alles perfekt.

Klar, das gehört zum Geschäft, aber wenn man genauer hinsieht, dann stellt man schnell fest, dass ein jeder nur mit Wasser kocht (keine Ausnahme, auch wir nehmen uns da nicht aus) und man zwischen all den Höflichkeiten doch den gnadenlosen Konkurrenzkampf spüren kann. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht, denn es geht um Umsatz, um Zugriffe, es geht darum immer Erster zu sein.

Das reine Business hat auch Onlinespiele-Magazine eingeholt. Das ist legitim, denn ein jeder möchte Geld verdienen und seine kleine Firma vorantreiben. Und doch denke ich, könnte das Verhältnis ein anderes sein. Man braucht sich nicht die heile Welt vorgauckeln, aber ein offenes und faires Miteinander kann sicherlich nicht schaden.

Viele Fehler werden gemacht, davon kann sich keiner freisprechen, jedoch gibt es oftmals in Foren oder in Chats auch offene Agression gegen Mitbewerber und das ist eine Sache, die nicht passieren sollte. Es wird gehetzt, es werden bitterböse zynische Bemerkungen gemacht und das Ganze wird dann als »Ironie« verkauft und mit einem lapidaren »Stell dich nicht so an« abgetan.

Aber dass es auch anders geht, haben wir selber erst kürzlich erfahren dürfen, als wir mit einem konkurrierenden Onlinemagazin eine offene und faire Aussprache hatten und seitdem das beste Verhältnis pflegen. Das geht bis hin zum Tausch von Inhalten und man denkt