Messelust und Messefrust

Sie ist schon wieder zwei Wochen vorüber, die Games Convention 2004 in Leipzig. Die Besucherzahlen sprechen für sich - 105.000 schaulustige Spieler und Spielerinnen haben sich in zwei Austellungshallen, dem Eventbereich im Messezentrum und der Giga-Halle, wie sie im allgemeinen genannt wurde, so richtig ausgetobt.Dass man dabei insbesondere in den Austellerhallen 3 und 5 kaum ein Wort verstehen konnte, während die Publisher ihre Produkte mit Musik und Trara präsentierten, hat den Spielefan nicht wirklich gekümmert. Die Stimmung war großartig, das Barometer in den Hallen kletterte dank langsam sinkender Außentemperaturen auch nicht ins unerträgliche und die Spiele von morgen luden zum zocken ein. Was will man mehr?

Wir, das heißt die gamona- Redaktion, sind natürlich auch im Rudel angerückt, um für Euch auf dem Laufenden zu bleiben. Wichtig war besonders, uns bei den Publishern vorzustellen, um in Zukunft auch weiterhin die

aktuellsten Spiele aus der Welt von PC und Konsolen in unserem Magazin veröffentlichen zu können. Die beiden wichtigsten Hilfsmittel hierzu waren der Presseausweis und der sagenhafte Deal mit PRO 7, über den wir auf der GC erstmals ein Wort verlieren durften. Game on all - gamona jetzt auch auf [magic.url protocol="http" domain="www.prosieben.de" url="www.prosieben.de"]www.prosieben.de[/magic.url].Die Veröffentlichung unserer News und Magazinartikel über dieses Portal ist ein weiterer (und riesengroßer) Schritt auf der Leiter des Erfolges für gamona. Möglich wurde dies erst durch den unermüdlichen Einsatz unserer engagierten (Nachrichten-) Redakteure, den gut recherchierten Artikeln, die Fachkompetenz des technischen Teams und nicht zuletzt durch unsere treue Leserschaft. Das gesamte Team hat in der heißen Phase vor dem PRO 7 Relaunch unglaubliche viel geleistet und ich bin zu Recht stolz darauf, als Chefredakteur für dieses Magazin tätig zu sein. Vielen Dank euch allen an dieser Stelle für euren Einsatz.

Doch zurück zur GC. Wo war ich? Ach ja. Presseausweis. Dieses unscheinbare Kärtchen war zugleich

der magische Schlüssel zu den abgetrennten Bereichen in den Hallen 2 und dem Business Center, in denen die Publisher einem jeweils kleinen Kreis von Pressevertretern bei Kaffee und Keksen in Vorführungen ihre Produkte präsentierten - einen Termin vorausgesetzt. Freundliche, aber bestimmte Damen und Herren von der Messe-Security wachten an den Durchgängen daher mit Argusaugen darauf, ob man denn auch zugangsberechtigt ist. Sobald diese Hürde überwunden war, konnte man sich in ca. 16 m² großen Kabinen innerhalb der voll klimatisierten Räumlichkeiten die Games für das Weihnachtsgeschäft hautnah von den Entwicklern vorführen lassen und Fragen stellen. Einfach großartig, was uns in den nächsten Monaten erwartet. Natürlich testen wir für euch alles was geht topaktuell.

Wir haben uns also auf der Messe zum Teil in einem Nonstop-Marathon über alles, was bald so an Spielen erscheint, informiert und ich muss zugeben, dass dabei die eigentliche Messe ein wenig auf der Strecke geblieben ist. Ich für meinen Teil war ganze drei Tage auf dem

Messegelände Leipzig unterwegs. Irgendwie bin ich schließlich wieder heimgefahren, ohne auch nur ein Event mitgemacht, die Messebabes mal bewusst beäugt, ein Spiel selber angespielt oder an einer Verlosung teilgenommen zu haben. Ich bitte das jetzt nicht misszuverstehen. Ich habe viel von den Games gesehen und eine Menge netter Leute kennen gelernt, ohne dafür wie das zahlende Publikum in den Ausstellerhallen bei 35 Grad in Schlangen stehen zu müssen. Aber irgendwas hat doch gefehlt. Trotzdem - nächstes Jahr fahre ich wieder hin - nur halt vielleicht doch mit einem freien Tag dazwischen, an dem ich mich wie alle anderen Besucher um 9:59 Uhr morgens an der Absperrung am Eingang drängele, bis die Ordner uns endlich hinein lassen. Und dann renne ich all diese unachtsamen Presseleute um, die in diesem Moment meinen Weg kreuzen. Warum sollte es denen auch besser ergehen als mir vor zwei Wochen?

Ihr Heiko DieregsweilerChefredakteur