Die schönste(Neben)Sache der Welt

...ist das Spielen. Dabei spielt das Alter keinerlei Rolle, Spiele machen einen Mann zum Kind, wie ich erst gestern wieder feststellen konnte. Unser Kartenabend im 2-Wochen Rhythmus sorgt immer wieder für Heiterkeit, und man ist irgendwie sehr froh, dass es abseits vom PC noch Geselligkeit gibt. Was gibt es schöneres als ein (oder zwei) gemütliche Biere am Abend in der Stammkneipe, Diskussionen über einen verlorenen Grand Hand und ausschweifende Diskussionen über Sinn und Unsinn einer Agenda 2010.

In solchen Momenten wird es uns oft erst bewusst, dass das Internet bei vielen von uns bereits einen viel zu großen Platz eingenommen hat. Globalisierung pur und dabei führt die größte Wissenssammlung, die die Menschheit je hervorgebracht hat doch oft zur Oberflächlichkeit. Der totale Informations-Overkill lässt uns das meiste gar nicht mehr richtig verarbeiten, oft werden nur noch Überschriften wahrgenommen,

natürlich von schlauen Marketing-Strategen glänzend präsentiert undrichtig positioniert. Aber das kennt man ja von der »Bild«-Zeitung. Große Lettern über alles, wer will schon den seitenlangen eng gedruckten Hintergrundbericht in der FAZ über das Leben in Afghanistan lesen. Da lesen wir doch lieber, dass sich Daniel Küblböck die Haare hat schneiden lassen. Oder dass in »BigBrother« auf einmal Transvestiten Alarm herrscht.

Da gibt es aber eine Sache, die das Internet definitiv wertvoll macht. Damit meine ich aber nicht die täglichen Nachrichten auf Spiegel.de. Ich meine auch nicht das schnellste Wörterbuch der Welt »Leo«. Und Sportnachrichten bekommt man nicht nur auf Sport1.de sondern auch im DSF. IT-Nachrichten gefällig? CT oder die Chip kaufen und gemütlich auf der Couch durchblättern. Brauchen wir Google wirklich? Wie wäre es, wenn man sich einmal ein Lexikon aus dem Schrank nimmt und ein wenig darin schmökert? Und ein Autokauf werde ich auch weiterhin nicht bei mobile.de durchführen,

sondern beim Gebrauchtwagenhändler um die Ecke. Achja, und Schuhe möchte ich vorher gerne anprobieren, bevor ich sie kaufe. Ein kurzes Gespräch mit der Kassiererin im Supermarkt um die Ecke hat auch noch keinem geschadet. Schließlich kennt man sich ja bereits seit fünf Jahren. »Soziale Kontakte knüpfen« nennt man sowas neudeutsch übrigens.

Eine Sache aber gibt es, die bringt uns das Internet auf eine fantastische Weise in die Wohnzimmer. Spiele. Und damit meine ich nicht den heiss geliebten Kartenabend alle zwei Wochen freitags. Der findet trotzdem statt. Das was uns immer Spaß bereiten wird, ist das gemeinsame Spielen.