Es gibt Spiele, an denen sich die Geister scheiden und solche, wo sich alle einig sind. Earth Defence Force 2017 für die Xbox 360 gehört eindeutig zur ersten Kategorie - die einen werden es hassen, die anderen lieben. Dabei ist das Actionspiel eigentlich viel zu spät in Deutschland erschienen, denn der Nachfolger von PS2-Games wie Chikyuu Boueigun ist in anderen Ländern schon längst zu haben. Ob sich der Kauf des eher im Budget-Bereich angesiedelten Titels für euch lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Balla-Balla!

Viel zu erzählen gibt es über Earth Defence Force 2017 eigentlich nicht. Wie auch seine Vorgänger geht es bei diesem Actionspiel nur um eins: Ballern, ballern und nochmals ballern. Die kaum vorhandene Story ist dabei nebensächlicher als das Klebeband an Weihnachtsverpackungen: Ihr seid ein Elite-Soldat, der eine außerirdische Invasion verhindern soll und dabei überdimensionale Ameisen, Spinnen, Mechs, Raumschiffe und andere nicht übermäßig erdfremde Viecher abknallt.

Earth Defence Force 2017 - Ballern für den Weltfrieden: Trashfans werden die bunte Brachialorgie lieben.

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Oh nein, die Invasoren kommen!
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Fast ein bisschen wie beim seligen Space Invaders schießt ihr in den 53 Missionen auf alles, was sich euch in den Weg stellt, nur das ihr das bei Earth Defence Force 2017 aus einer 3rd-Person-Perspektive tut. Der Auftrag ist somit klar umrissen, aber auch über das Gameplay an sich muss man eigentlich nicht allzu viele Worte verlieren. Um zu verhindern, dass eure werten Mitbürger von den aus Raumschiffen regnenden Mutanten-Bestien gefressen oder von Mechs gegrillt werden, stürzt ihr euch mit jeweils zwei Waffen in den Kampf.

Eure Bewaffnung wählt ihr vor jeder Mission aus, und mit jedem abgeschlossenen Level vergrößert sich das zur Verfügung stehende Arsenal bis euch ca. 100 Wummen aller Art zur Verfügung stehen: von Granaten über Raketenwerfer, Sturm- oder Sniper-Gewehr und vielen anderen Schießprügeln steht euch jede Menge Baller-Stoff zur Auswahl. Sobald ihr eure Entscheidung getroffen habt, geht es ohne Umschweife auf in den Kampf und ihr steht den riesigen Insekten oder anderen Gegnern gegenüber.

Krabelt's schon?

Diese krabbeln nicht nur über alles was ihnen im Weg steht, sie sind auch ziemlich aggressiv. Daher gibt es nur eins: exterminieren - und zwar um jeden Preis. Nur gut dass euch dabei die fast völlig zerstörbare Umgebung entgegenkommt, eure in rauen Mengen umherwuselnden Widersacher können sich also nicht auf irgendwelchen Wolkenkratzern oder in Straßenschluchten verbergen. Ein Schuss aus dem Raketenwerfer genügt und selbst der höchste Turm bricht in sich zusammen und reißt dabei die Bestien mit sich.

Earth Defence Force 2017 - Ballern für den Weltfrieden: Trashfans werden die bunte Brachialorgie lieben.

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Jede Menge Mutanten- Viecher greifen uns an.
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Das Ganze artet eigentlich immer in arge Metzeleien aus, bei denen man sehr leicht den Überblick verliert. Denn zum einen verstellen euch nicht nur die Monster den Weg, auch eure tumben Teamkameraden ballern was das Zeug hält und so ist der Bildschirm übersät von Geschossen, teilweise nett anzusehenden Explosionen und anderen Farbeffekten - wie z. B. in bunten Farben zerplatzenden Insekten. Da auch die Angreifer mit bunten Laserstrahlen oder Giftwolken angreifen, entsteht zeitweise ein heilloses, ja totales Chaos.

Total geil oder völlig bescheuert - hier trifft beides zu.Fazit lesen

Die monströsen Invasoren attackieren euch meist in Wellen, ihr räumt also mehr oder weniger eine "Stage" nach der anderen ab. Was sich hier ziemlich "retro" anhört, sieht nicht nur so aus, es spielt sich auch so. Über längere Zeiträume kann dieses völlig eindimensionale Gameplay daher kaum motivieren, in kleinen Schüben ist es jedoch ganz unterhaltsam. Allerdings darf man dabei nicht allzu genau hingucken, denn technisch bietet Earth Defence Force 2017 wahrlich kein tolles Ambiente. Zum einen ist die Optik relativ detailarm und beschränkt sich häufig auf grobklotzige Darstellungen und verwaschene Texturen.

Zudem ist die Engine häufig überlastet und quittiert dem Ansturm der vielen Viecher, Explosionen und Geschosse mit regelmäßigen FPS-Einbrüchen die teilweise sogar bis zur Unspielbarkeit reichen. Schlimm sind auch die hölzernen Animationen der Spielfiguren, die doch arg hüftsteif daher kommen. Insgesamt entsteht dabei ein ausgesprochener Billig-Look, der entweder verdammt oder als B-Movie-Trash gefeiert wird. Dazwischen gibt es nix.

Earth Defence Force 2017 - Ballern für den Weltfrieden: Trashfans werden die bunte Brachialorgie lieben.

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Manchmal fliegen unsere Feinde auch ...
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Das hirnlose Dauergeballer und die simple Missionsstruktur werden praktisch nie unterbrochen, ein wenig Abwechslung kommt lediglich auf, wenn man es mit hanebüchen großen Bossgegnern zu tun bekommt oder man in einige der herumstehenden Vehikel steigt. Dummerweise ist deren Feuerkraft bei weitem nicht ausreichend um ihre Verwendung zu rechtfertigen und außerdem ist auch ihre Steuerung hakelig und ziemlich verhunzt.

Wer dem Baller-Inferno noch die Krone aufsetzen möchte holt sich noch einen Mitspieler auf die Couch, denn Earth Defence Force 2017 bietet einen Koop-Modus, mit dem man sich lokal zu zweit auf Monsterhatz begibt. Leider wurde ein entsprechender Online-Modus "vergessen", obwohl dieser für solche Spiele wie geschaffen wäre. Schade, Chance verpasst.