Bereits 2011 verklagte Robin Antonick EA für das unautorisierte, weitere Verwenden von Bestandteilen seiner Code-Arbeit für das erste John Madden Football, welches 1988 für den PC erschien. Nun hat ihm eine Jury vor Gericht Recht gegeben und ihm 11 Millionen Dollar als Schadenersatz zuerkannt.

Streitsache in diesem Fall ist laut Robin Antonick, Electronic Arts unautorisierte Weiternutzung von Teilen seiner Arbeit. 1986 wurde er als Auftragsentwickler angestellt, um beim 'John Madden'-Projekt für den PC auszuhelfen. Er steuerte Code-Abschnitte, Designs und Features zum ersten Spiel bei. Ab 1992 wurde er allerdings nicht mehr bezahlt. Ab dem Jahr erschien die Sportreihe auch für Konsolen.

An und für sich völlig legitim, hätte EA auch keine von ihm geschaffenen Codes oder Features mehr verwendet. Laut Antonicks Anwälten sei das aber nicht der Fall gewesen und so zog er vor Gericht, um für die unautorisierte Nutzung Schadenersatz zu verlangen. Dabei geht es um Einnahmen durch die Sportreihe in Höhe von geschätzen 4 Milliarden Dollar.

2011 kommentierte Electronic Arts Pressesprecherin Tiffany Steckler das Ganze noch mit den Worten: "Die Klage und die 20 Jahre alte Forderung sind absolut von keinem Belang."

Trip Hawkins, der eigentliche Schöpfer der 'John Madden'-Reihe teilte damals mit, dass Antonick seinen Einfluss auf die Reihe einfach überschätze. Er habe lediglich an der 8-Bit-Version mitgearbeitet und EA habe für die 16-Bit-Version erfahrenere Programmierer gesucht. So sei Antonick nur einer von vielen Entwicklern gewesen, die am Spiel beteiligt waren, und er sei keineswegs jemals von "treibender Natur" für das Projekt gewesen.

Das sah die Jury aber wohl anders, denn die sprach Antonick nun einen Schadenersatz in Höhe von 11 Millionen Dollar zu. Dabei berücksichtigte sie die Spiele der Reihe, die im Zeitraum von 1990 bis 1996 für die alten 16-Bit-Konsolen Super Nintendo und Mega Drive erschienen. Also auch oder vor allem die 16-Bit-Versionen der Sportreihe.

Obgleich Antonicks Anwälte dieses Urteil für einen großartigen Erfolg halten, wolle man prüfen, ob Bestandteile von Antonicks Arbeiten auch nach der 16-Bit-Ära weiterhin verwendet wurden. Sollte dem so sein, stünden ihm wesentlich mehr als die 11 Millionen Dollar zu, denn dann ginge es auch um die Einnahmen EAs in Höhe von knapp 3 Milliarden Dollar aus der Zeit nach den 16-Bittern.

In einem Statement zeigte sich Electronic Arts enttäuscht vom Urteil der Jury und bekräftigte gleichzeitig, dass dieses Urteil keine Auswirkung auf die die heutige 'Madden NFL'-Reihe habe. Auch werde man in Revision gehen, um das Urteil anzufechten.