Gegen Electronic Arts und die hauseigene Download-Plattform Origin wurde erst Ende letzten Jahres ein Unterlassungsverfahren eingeleitet, bei dem der Verbraucherzentrale Bundesverband unter anderem die Spielepackungen und Geschäftsbedingungen überprüfte.

Kurz danach wurde Electronic Arts abgemahnt und eine Unterlassungserklärung vor die Nase gelegt. Die hat das Unternehmen nun unterzeichnet. Hauptsächlich ging es um Battlefield 3, bei dem sich die Spieler darüber beschwerten, dass EA nicht genügend auf eine Internetverbindung sowie der Installation von Origin hingewiesen hatte.

Bezüglich der Geschäftsbedingungen gab es auch ein paar Ungereimtheiten, da diese EA das Recht einräumten, nicht nur User-Daten zu erstellen, sondern diese auch für Werbezwecke zu verwenden.

Durch die Unterzeichnung der Unterlassungserklärung wird Electronic Arts künftig mehr und deutlicher auf eine benötigte Internetverbindung und Installation der Zusatzsoftware Origin hinweisen. So werden etwa entsprechende Hinweise auf der jeweiligen Verpackung zu finden sein.

Außerdem wird EA künftig den Kunden die Möglichkeit geben müssen, bei einem Vertragsabschluss eine Einsicht "in zumutbarer Form" in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu erhalten.

Die Regelungen gelten ab dem 1. Juni 2012 für neu veröffentlichte Spiele und ab 1. Januar 2013 für alle Titel. Für Geschäftsbedingungen, welche im Internet veröffentlicht wurden, gelten die Regeln ab sofort.

"Dieses Verfahren sollten andere Softwarehersteller als Signal verstehen und in Zukunft die Belange und Einwände der Verbraucher ernst nehmen. Die Nutzer müssen bereits vor dem Kauf Kenntnis davon haben, unter welchen Bedingungen eine Software betrieben werden kann", heißt es in der Mitteilung.

"Die Zeiten, in denen der Verbraucher eine CD in seinen Rechner einlegte, das Spiel installierte und sich dem Spielvergnügen hingab, sind längst vorbei. [...] Doch ganz ohne Spielregeln geht es nicht, und zwar nicht nur für die Nutzer, sondern vor allem auch für die Spielehersteller."

Weiter heißt es: "Nach Beobachtung des vzbv liegt in dem Bereich der Computer- und Videospiele, die auch online genutzt werden können, einiges im Argen: Zwangsregistrierungen für die Installation und Nutzung einer Software, Zwang einer dauerhaften Internetverbindung auch im Einzelspielermodus, das Herunterladen einer Zusatzsoftware für die Nutzung eines Spiels, versteckte Bezahlmodelle, Abfrage von Nutzerdaten bei kostenpflichtigen Online-Spielen trotz Prepaid-Karte sowie Zugriffsmöglichkeiten auf die Rechner der Spieler im Falle einer Onlineverbindung. Hier wird von den Spieleherstellern in Zukunft noch viel für den Verbraucher- und Datenschutz getan werden müssen. Der vzbv wird sich weiter für die Rechte der Spiele-Gemeinde einsetzen."