Seien wir mal ehrlich, was haben wir schon groß von EA’s E3-Präsentation erwartet? Von unserer Seite nicht viel, neue Inhalte zu bereits angekündigten Spielen, mehr Trailer & Gameplay, aber sonst? Zum Glück haben wir uns geirrt, denn EA hat auf der diesjährigen E3 ordentlich abgeliefert!

Neu angekündigte Spiele:

Anthem

  • Sci-Fi-Setting
  • Von Bioware entwickelt
  • Ähnlichkeiten zu Destiny

A Way Out

  • Knast-Setting
  • Nur im Koop spielbar
  • Variantenreiches Gameplay

Gezeigte Inhalte zu bekannten Spielen:

FIFA 18 & Madden 18

  • Neuer beziehungsweise verbesserter Storymodus
  • Verbesserte Animationen
  • Mehr Unterstützung für den jeweiligen esport-Bereich

Battlefield 1

  • Neue Nacht-Maps
  • DLC-Paket “In the name of the tsar” ausgiebig vorgestellt
  • Neues Gameplay

Need for Speed Payback

  • Geschichte wurde weiter vorgestellt
  • Erstes Gameplay aus einer frühen Mission gezeigt
  • Anpassung der Fahrzeuge wichtiger Teil des Spiels

Star Wars Battlefront 2

  • Als Droide spielbar
  • Mehr kostenlose Inhalte
  • Vorstellung des Story-Modus
  • Splitscreen-Modus wird integriert

Mit Anthem und A Way Out zeigte EA, dass sie auch andere Genres neben Sport- und Action-Spielen bedienen oder zumindest finanzieren können. Denn keines der beiden Spiele wird direkt von EA entwickelt aber immerhin gepublished: Hinter Anthem steckt Bioware, für Anthem wird das Indie-Studio Starbreeze Studios entwickelt, die schon für A Brother’s Tale verantwortlich waren. Während es zu Anthem bislang nur einen schicken Teaser-Trailer im Sci-Fi-Look gibt, wurde bei A Way Out mehrere Gameplay-Elemente gezeigt.

Der Clou des Spiels? Es ist nur im Koop spielbar, ob Splitscreen oder Online. Das ist nicht nur ein verdienter Schlag gegen die anhaltende, nervige Praxis keinen Splitscreen-Modus im Spiel zu inkludieren, es ist vor allen Dingen ein toller weil gewagter Schritt des Entwicklers. In vielen Spielen wurde ein zweiter Charakter forciert, wie beispielsweise in ICO, selten entpuppte sich diese Design-Entscheidung als wirklich brilliant, oft eher als nervigen Ballast. In A Way Out wird der Versuch, die perfekte KI zu programmieren, also gekonnt umgangen und wird wahrscheinlich einzigartige Erlebnisse mit eurem Mitspieler schaffen. Davon ganz abgesehen ist das Knast-Setting frisch, die bisher gezeigten Charaktere sympathisch und es soll eine Vielzahl an Möglichkeiten geben, das Spiel durchzuspielen. Wir freuen uns drauf!

Der Gameplay-Trailer zu A Way Out

Erwartbares erfüllt und noch einen draufgesetzt

Neben den beiden interessanten, neuen IPs lieferte EA aber auch wichtige Neuerungen für ihre bekannten Marken: Sowohl Madden 18 als auch FIFA 18 werden einen verbesserten Story-Modus enthalten, Bundesliga-Fans könnten Alex Hunter möglicherweise sogar in den Farben ihres Lieblingsvereins erstrahlen sehen. Zudem sollen die esport-Bereiche der beiden Franchises ordentlich ausgebaut werden.

Für Battlefield 1 hingegen wurden zum ersten mal Maps bei Nacht angekündigt, die einerseits natürlich die Sicht deutlich erschweren, andererseits aber auch ein komplett neues Spielgefühl bieten sollen. Zudem wurde das bereits angekündigte DLC-Paket “In the name of the tsar” vorgestellt, mehr Gameplay-Szenen und Cutscenes wurden hier gezeigt. Das Gleiche galt für Need for Speed Payback, bei dem besonders die kommenden Anpassungsmöglichkeiten eures Lieblingsvehikels hervorgehoben wurden. Insgesamt gab es bei diesen vier Titeln nicht allzu viel neues zu berichten, Fans der jeweiligen Spiele freuen sich trotzdem über das Gezeigte.

Ein weiteres Highlight kam in Form von Battlefront 2, bei dem ohne Ende Live-Gameplay gezeigt wurde, das sehr ordentlich aussah. Neben den bekannten Klonkriegern kann man jetzt auch in die Rolle von Droiden schlüpfen, die dürren Blechgestelle sind neu im Spiel dabei. Zudem wurde der Hauptcharakter des siebten Star Wars-Teils als spielbarer Charakter bestätigt, Fans von Finn können sich also auch auf seinen Auftritt freuen. Weiter ausgebaut wurden zudem die Fahrzeug-Optionen, außerdem soll es zukünftig kostenlose Inhalte für Battlefront 2 geben und das Spiel im Splitscreen-Modus spielbar sein. EA versprach Besserung im Vergleich zum ersten Teil, wir hoffen, dass diese Versprechen auch einhalten werden.

Etwas zu viel heiße Luft

Einen herben Kritikpunkt gab es dennoch: Die Pressekonferenz war insgesamt schlicht zu lang. Sicherlich, wenn man an jedem der gezeigten Titel interessiert war, wurde einem ohne Ende Gameplay zu den gewohnten Titeln geboten und bekam zudem zwei ordentliche Schmankerl in Form von Anthem und A Way Out serviert. Wer allerdings kein Interesse an Madden, FIFA, Battlefront 2 oder Battlefield hat, oder sich entschlossen hat als Videospiel-Journalist zu arbeiten, wodurch er sich durch die gesamte Präsentation quälen muss, dem wurde schlicht zu wenig geboten. Man hätte genauso gut all diese Informationen und Trailer in einer deutlich kürzeren Präsentation zusammenfassen können, ohne beispielsweise ein zwanzigminütiges Gameplay-Video zu Battlefront 2 dazwischen zu schieben.

Note: 7/10