Roland Austinat für gamona vor Ort in Los Angeles Tag 3 (12.5.06)

Unser USA-Korrespondent Roland Austinat schreibt für gamona über seine Beobachtungen auf der E3.

E3 2006 - Direct X 10 Demo Trailer

E3 2006 - gamona vor Ort, Tag 3: In den letzten Zügen - Von Bioshock, polnischen Fantasien und mehr!

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Endspurt!
Spätestens am dritten Tag dämmert es jedem noch so optimistischen E3-Besucher: viel zu viele Spiele, viel zu wenig Zeit. Nie im Leben kann man alle Neuerscheinungen persönlich und ausführlich begutachten.

So fragt jeder unterwegs getroffene Kollegen nach ihren persönlichen Favoriten, um diese anschließend noch anzuschauen - wenn man das nicht schon ohnehin in den letzten Tagen gemacht hat und wenn, ja wenn rührige Pressesprecher einen noch in die versteckte Vorführung irgendwo in den Tiefen des jeweiligen Messestandes hineinbugsi eren können.

Klasse statt Masse heißt das Gebot der Stunde - und dazu schließt die Messe am Freitag auch schon um 16 statt erst um 18 Uhr. So haben wir uns am heutigen Freitag sehr ausführlich mit den Machern von "Hellgate: London" und "Vanguard" unterhalten. Beiden Titeln widmen wir kommende Woche ein ausführliches Preview.

Das gilt auch für "Age of Conan", das wir bereits gestern in Augenschein nehmen konnten. Damit unsere heutige Wasserstandsmeldung von der E3 nicht allzu kurz zu kurz wird, schmuggeln wir noch ein paar Spiele von Ubisoft und dem polnischen Publisher CD Projekt ein, die wir schon gestern Abend anschauen durften.

Polnische Fantasien
Drei Mal dabei, bitte nicht mehr wiederwählen - die polnischen Rollenspielentwickler CD Projekt stellten erneut ihren Titel "The Witcher" vor.

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Das Spiel, das auf den Fantasy-Werken des Autors Andrzej Sapkowski basiert, nutzt die komplett umgestrickte und mit feinen Licht-, Schatten- und Partikeleffekten versehene Grafik-Engine von "Neverwinter Nights" und erzählt die Geschichte des Hexers Geralt.

Die Hexer sind professionelle Monstertöter und auch sonst sehr abgebrühte Typen, die vor Gewalt und laxen Sprüchen nicht zurück schrecken. Inhaltlich soll sich das Spiel eher an erwachsene Spieler richten und nicht mit dem Zuckerguss etwa japanischer RPGs aufwarten.

Nehmen wir beispielsweise einen Gefangenen, von dem ihr Informationen braucht. Lasst ihr ihn frei oder wartet ihr, bis eure Kollegen kommen und beratet euch dann mit diesen? Im ersten Fall erzählt euch der Gefangene zwar, was ihr wissen wollt, um einen feindlichen Überfall zu vereiteln, doch dafür kommt eure Freundin ums Leben. Wartet ihr auf die anderen Hexer, beschließt deren Anführer, den Gefangenen zu töten.

Diese Aufgabe wird euch zugeteilt - daraufhin bleibt zwar eure Freundin quicklebendig, doch ihr könnt den Angriff nicht vereiteln, bei dem euer bester Freund sein Leben aushaucht. Erscheinen soll "The Witcher" nun Anfang 2007 - Zeit wird es, damit die noch gut aussehende Grafik nicht von anderen Titeln überholt wird.

Baller-Trio
Ubisoft, wieder einmal Kandidat für das beste Lineup, hatte neben gut aussehenden "Splinter Cell"-, "Rayman"- und "Brothers in Arms"-Nachfolgern tatsächlich drei komplett neue Action-Titel im Angebot.

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"Haze" ist der neueste Streich der "Time Splitters"-Macher Free Radical, die die Comic-Figuren dieser Serie für realistischere Pfade verlassen. Zur Geschichte des für Xbox 360, PS3 und PC erscheinenden Ego-Shooters berichtete uns der leicht manische Scriptwriter Rob Yescombe von Free Radical folgendes: In 25 Jahren werden Kriege nicht mehr von den Armeen der verfeindeten Länder, sondern von Profi-Kämpfer privater Unternehmen geführt.

Ein solches ist die Mantel Corporation, die uns etwas an Cyberdyne Systems aus der "Terminator"-Serie erinnerte. Als deren "Angesteller" Jake Carpenter nehmt ihr den Kampf gegen südamerikanische Rebellen auf, doch nicht alles ist dort so wie es zu sein scheint.

Außer einem ausgiebigen Dschungel-Schusswechsel mit einer Schar Rebellen gab es allerdings noch nichts zu sehen. Die Grafik des angeblich erst seit zehn Wochen in Entwicklung befindlichen Spiels machte auf uns einen hervorragenden Eindruck, auch wenn die Urwald-Szenen noch nicht ganz mit "Far Cry" mithalten können. Doch noch haben die Designer ein gutes Jahr Zeit bis zum Release.

"Assassin's Creed", Ubisofts zweiter neuer Titel, nimmt euch mit in die Vergangenheit. Im Jahr 1191 seid ihr während des Dritten Kreuzzugs in Gestalt des Assassinen Altair in Jerusalem und Damaskus unterwegs, der dort sowohl Kreuzritter als auch deren Gegner tötet, um den Kreuzzug vorzeitig zu beenden.Große Pläne für einen einzelnen Mann, der in unserer Vorführung Wände empor kletterte und von Hausdach zu Hausdach sprang, um seine Zielperson zu finden und auszuschalten.

Die Bevölkerung, die durch die Straßen der Stadt läuft, könnt ihr mit gezieltem Gewalteinsatz in Angst und Schrecken versetzen und damit als Blockade für Gegner einsetzen, die euch eng auf den Fersen sind. Bewegungsabläufe wie Umhang des Berufskillers waren äußerst fließend und geschmeidig - kein Wunder, stammt "Assassin's Creed" doch von Ubisofts kanadischem "Prince of Persia"-Team.

Am Ende der Mission wurden wir jedoch von unseren Verfolgern überrumpelt und fanden uns für kurze Zeit auf einer futuristischen Krankenstation wieder, bevor uns schwarz vor Augen wurde - auch hier scheint nicht alles so zu sein, wie es scheint. "Assassin's Creed" soll in einem Jahr für PS3 erscheinen, möglicherweise auch für die Xbox 360. Ubisofts dritter Streich heißt "Red Steel" und kommt zum Start von Nintendos Wii-System noch in diesem Jahr auf den Markt. Zur Story ist noch wenig bekannt, außer, dass ihr euch in Japan mit einer Menge von Verbrechern herumschlagt.

Und wie: Mit dem Wii-Controller steuert ihr nicht nur euren Helden und schießt dessen Waffe(n) ab, sondern wechselt immer wieder zum Katana, um eure Gegner damit auf Hieb- und Stichfestigkeit zu überprüfen. Das klingt recht standardmäßig, macht aber als Starttitel für Wii einen guten Eindruck und nutzt sowohl den fernbedienungsartigen "Remote"- als auch den "Nunchack"-Controller des Systems. Mit letzterem bewegt ihr euch und pariert gegnerische Schwertstreiche, mit dem rechten zielt und schlagt ihr auf eure Feinde ein. Mit feinen Licht- und Schatteneffekten erinnert "Red Steels" Grafik fast etwas an "Splinter Cell", wobei die Wii-Konsole gegen die hochgezüchteten Boliden PS3 und Xbox 360 jedoch nicht bestehen kann. Ihre Stärken liegen allerdings im Spielspaß und der Originalität der Spiele, wie "Red Steel" eindrucksvoll beweist.

Seeega!
Sicher, "Medieval 2: Total War" (PC), "Phantasy Star Universe" (PC, Xbox 360, PS2) "Sonic the Hedgehog" (PS3, Xbox 360, jetzt mit Prinzessin und dem Iblis-Trigger) rocken, doch so richtig Spaß hat uns "Sonic Wild Fire" für Wii gemacht. Ihr haltet den Revolution-Controller dabei quer und steuert den blauen Rennigel damit nach links und nach rechts, während ein Druck auf den A-Knopf ihn in die Höhe springen lässt.

Ein Rütteln mit dem Controller aktiviert des Igels Attacke gegen zahlreiche Feinde, die ihm auf seiner Jagd durch feine 3D-Level begegnen. So weit, so gut. Richtig fein ist die schiere Geschwindigkeit, mit der ihr euch bewegt und die an die gute, alte Mega-Drive-Zeit heran kommt.

Von einem tendenziell langsamen Action-Adventure-Erlebnis wie auf Dreamcast keine Spur. Dieser Sonic saust nur über Land, Wasser und durch die Lüfte, um die fehlenden Seiten der Geschichte von Tausendundeiner Nacht zu sammeln.

Schockschwerenot
Der nächste gute Grund für eine Xbox 360 nach "Oblivion" und "Mass Effect" heißt "Bioshock". Klar, das Spiel erscheint 2007 auch auf PC und PS3, aber beide Systeme sind erheblich teurer als Microsofts Konsole.

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Der geistige Nachfolger von "System Shock 2", der in Boston bei Irrational Games entsteht, kombiniert Ego-Shooter- mit Rollenspiel-Elementen. Ihr findet euch in einem hochgradig originellen Szenario wieder: einer verfallenen Unterwasserstation, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut wurde.

Eigentlich sollten hier Gen-Experimente mit einer Gruppe von in jeder Hinsicht bestausgestatteten Menschen statt finden, doch das Projekt ging schief: Die Teilnehmer entwickelten sich zu Junkies, die nach dem so genannten Adam-Material her waren und auf der Jagd nach neuen Injektionen auch über Leichen gingen. Merkwürdige genetisch konstruierte Wesen wie die hünenhaften "Big Daddies"-Wächter und kleine Mädchen, "Little Sisters" genannt, die mit langen Spritzen auf der Suche nach Adam-Material sind.Erwähnten wir Überwachungskameras, Selbstschussanlagen und fliegende Killerdrohnen? Um euch gegen diese Übermacht zu wehren, rüstet ihr euren Körper mit so genannten Plasmiden auf, die ihr auch als Waffe einsetzen könnt.

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Um etwa eine stark bewachte Passage zu überwinden, wirft unser Held einen Eindringling-Lockstoff auf ein Wesen, das dort ebenfalls herumstreunt. Sogleich nehmen die Drohnen Kurs auf das Wesen, während wir mit einem gezielten Schuss die Kamera deaktivieren und vorbei rennen.

Alternativ möglich: Mit einem Stimmverzerrer täuschen wir vor, dass wir eine "Little Sister" sind, worauf wir nun von einem "Big Daddy" bewacht werden. Dazu kommt feinste Grafik im Art-Deco-Stil, bedrohlich-gruselige Sound-Effekte und extrem schmuckes Wasser, das allgegenwärtig von Decken, Wänden, über Fußböden und aus Wasserhähnen tropft.Zum Abschluss haben wir noch ein paar Impressionen des letzen Tages für euch: