Mein Gundam Mobile Suit spuckt blaues Feuer, rast nach vorne und zerhackt drei Gegnerreihen mit nur einem Schwertschlag. Eine Kommandoeinheit versucht mir zu entkommen, ich aktiviere meinen Blast-Modus, lasse tausend Metallfäuste auf meine Widersacher niederregnen und strecke den Commander mit einem Schwert zu Boden. Meine Karte blinkt auf, der Bereich wechselt von Rot zu Blau. Das Gebiet wurde erobert. Ich habe gewonnen... nur wirklich Spaß hatte ich dabei trotzdem nicht.

Dynasty Warriors: Gundam Reborn - Official Trailer

Ich erinnere mich gut, es muss so ungefähr in meinem fünften Schuljahr gewesen sein, als ich das erste Mal in meinem Leben einen Teil der Dynasty-Warriors-Reihe gespielt habe. Damals war es Teil 3 oder 4, sicher bin ich mir bis heute nicht. Sicher weiß ich jedoch: es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Mit einem Freund schnetzelte ich mich durch Gegnerhorden, levelte meinen Charakter auf und all das. Wir waren jung, wir fanden es toll.

Genau. Das. Selbe.

Heute, knapp zehn Jahre später, spiele ich Dynasty Warriors: Gundam Reborn und es gibt ein Problem: ich tue genau dasselbe. Und zwar nicht in abgeänderter Form – nein, dasselbe. Ich steige in einer der sechs Kampagnen mit je ordentlich Missionsfutter in einen Gundam Mobile Suite oder einen vergleichbaren Kampfroboter und stürze mich auf die Schlachtfelder. Diese sind manchmal sogar im Weltraum, spielen sich aber exakt so wie die des chinesischen Flachlands.

Dynasty Warriors: Gundam Reborn - Alles beim Alten

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Mit den kleinen Zakus macht mein Gundam kurzen Prozess.
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Gundam Reborn hat allerdings auch die positiven Eigenschaften der Vorgänger mitgenommen. Das Spiel selbst läuft rund und befördert tausende prügelwillige Gegner auf den Bildschirm. Die Hälfte von diesen besitzt zwar soviel Intelligenz wie der Rohling, auf den sie gepresst wurden, trotzdem ist der Bildschirm immer rappelvoll und das allein sieht toll aus. Im Endeffekt ist jeder Kerl aber nur Kanonen- oder Schwertfutter für unseren Gundam Mobile Suite.

Das liegt vor allem auch an der griffigen Kontrolle, die wir über die Kriegsgeräte haben. Aus der Schulterperspektive kann unser Gundam zuschlagen, springen, schweben und mit einem Dash schnell nach vorn preschen. Für größere Gegnergruppen aktivieren wir den Blast, um für kurze Zeit noch stärker zuzuschlagen.

Packshot zu Dynasty Warriors: Gundam RebornDynasty Warriors: Gundam RebornErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Zwar besitzen die meisten Suits neben ihren normalen kleinen Nahkampfkombos nur wenige Specialmoves, diese unterscheiden sich dann aber sehr stark voneinander. Die Optik, die ihre Schwächen bei Texturen und dem generell öden Leveldesign hat, dreht hier richtig auf und knallt uns eine bildschirmfüllende Explosion nach der anderen um die Ohren beziehungsweise Augen. Wenn man seinen Anzug dann noch mit dem seines KI-Kollegen verbündet, der zeitgleich mit kämpft und im Menü gewählt werden kann, um eine riesige Attacke zu starten, fliegen tausende der Roboter durch die Gegend.

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Na, den Gegnertypen haben wir schon mal gesehen.
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Langeweile? Geh doch mit deinen Freunden spielen!

Trotz aller Schwächen in den Punkten Abwechslung und Langzeitmotivation hat Gundam Reborn serientypisch eine große Stärke, die sogar Musou-Muffel zum Spielen bewegen kann: Im Koop-Modus macht das Spiel richtig Laune. Der Official-Mode sowie der Ultimade-Mode, welcher der reinen Punktejagd gewidmet ist, lassen sich zu zweit spielen. Viel Anspruch dürfen eure Freunde allerdings nicht mitbringen. Ein Koop-Erlebenis im Stile eines Pay Day oder Hunted gibt’s nicht. Stattdessen erwarten euch Massenschlachten, einfache Kombos und allgemein eine einfache Spielbarkeit.

Falls sich unser Gundam in den späteren Leveln einer Kampagne, die gute fünf oder mehr Stunden dauern kann, die Zähne an seinen Gegner ausbeißt, ist es Zeit für ein Upgrade. Leider gibt uns Gundam Reborn hier nicht allzu viele Möglichkeiten, liegt damit aber durchaus im Mittelfeld der bisherigen Gundam-Reihe. Wir können „Upgrade Plans“, also Blaupausen finden, die Kopf, Torso oder die Extremitäten unseres Gundams verbessern.

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Die Special Moves der Mobile Suits sehen super aus.
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Kombinieren wir dieses, gibt’s noch mehr Boni. Zusätzlich leveln wir unsere Figur auf, der wir auch ein paar passive und aktive Fähigkeiten, wie eine Magnetkraft, die Gegner bei Attacken zu uns zieht, gewähren. Die einzelnen Suits haben vier „Waffen“, Schwerter, Blaster und ähnliches, die auch aufgewertet werden können. So schalten wir simple Kombos und mächtige Specialmoves frei, deren Einsatz im Kampf spätestens auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade unabdingbar sind.

Wer Dynasty Warriors kennt, kennt Gundam Reborn.Fazit lesen

Letztlich ist es vor allem Fanservice, der hier geboten wird. Es gibt sechs Kampagnen mit Originalgeschichten aus dem ganzen Gundam Universum – Gundam Seed, Unicorn usw. sind mit dabei, die jeweils ordentlich Missionsfutter bieten. Verbunden werden die Level durch nette Animestandbilder oder Ingame-Cutszenes. Das hat man alles schon schöner gesehen, gefällt aber vor allem Fans. Die Zeichnungen der einzelnen Figuren ist nämlich originalgetreu. Amuro aus der ersten Gundam-Fernsehserie sieht wirklich aus wie seine Animefigur aus den frühen 80er-Jahren. Sogar mir, der ich bisher kaum Kontakt mit den Gundams hatte, gefällt dieses kleine bisschen Retro.