Es muss wieder Dienstag sein, denn in den Läden steht ein neues 'Dynasty Warriors'. Fans greifen zu, Neulinge spielen lieber erst an. Es ist genau 18 Jahre her, da eroberte ein Beat-em-up die Wohnzimmer. Geschnetzeltes vom Chinesen. Brüste und Kung Fu. Alles beim Alten und per Handkantenschlag durch Asien. Hier lustige Einleitung für „Dynasty Warriors 8 – Empires“ eingeben. Insiderwitz über Gammelhai.

Weil manchmal Grafik doch nicht alles ist.

Dynasty Warriors hat es also endlich auf die aktuelle Konsolengeneration geschafft. Wo ganze Gruppierungen hätten in Jubelchöre ausbrechen müssen, hält man sich mit dem Beifall lieber ein wenig zurück. Denn „Empires“ ist natürlich kein richtiger Current-Gen-Titel, sondern entstammt dem brodelnden Kessel der alten Generation und wurde für die Zukunft nur etwas aufgehübscht und bekam hier und dort Performance-Verbesserungen.

Wer aber allen Ernstes dachte, jetzt würde die neue Zeit beginnen und seine Lieblingskämpfer erstrahlen endlich in einer Grafik, die einem so alt eingesessenen Titel würdig wäre. „Piepsignal“. Falsch geraten. Leider. Klar sollte sein: wer den Titel spielen will, bekommt den achten Teil der Reihe mit neuen Inhalten. Dafür gibt es die Boni „Minimale Kantenglättung“, „Aufploppende Gegner -4“ und „Texturen aus der Hölle -2“.

Dynasty Warriors 8 Empires - Einmal süß-sauer, bitte

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Das Spiel erscheint am 27.2.2015 auf PS4 und Xbox One.
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Was wir sagen wollen dürfte klar sein. Da wir das aber weder hoffen, noch erwarten können, hier noch ein mal auf den Punkt gebracht: „Dynasty Warriors 8 – Empires“ sieht auf der neuen Konsolengeneration fast genauso veraltet aus wie der Vorgängertitel. Aufploppende Grafiken und Texturen machen das Spiel zu einem Meisterwerk in matschig pixelhaft und die Gegnerhorden, die immer wieder erst nachgeladen werden müssen, beißen sich ins Zahnfleisch und sorgen für angekaute Controller.

Im Koopmodus mit geteiltem Bildschirm ist dann das Ende zur Gänze erreicht. Ganze Berge, Bäume und Wälder bekommen ihre Texturen erst in letzter Sekunde. Wer denkt, auf der Current-Gen hätte das besser werden müssen, wird ein wenig enttäuscht sein. Natürlich nehmen die Probleme im Vergleich zu Teil 8 ab. Aber eben nur in einem mehr als überschaubaren Prozentsatz. Dies ist eben kein echter neuer Teil der aus der Reihe, sondern die alte Nudelbox mit neuer Gewürzmischung.

Packshot zu Dynasty Warriors 8 EmpiresDynasty Warriors 8 EmpiresErschienen für PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Vereint China, besiegt eure Feinde, et cetera, peng, peng.

Die wichtigste Neuerung im Spiel ist die Tatsache, dass es keine Story-Kampagne mehr gibt. Stattdessen habt ihr einen Strategie-Modus, der es euch ermöglicht, ganz China unter eurem Banner zu vereinen. Hier müsst ihr wichtige Entscheidungen treffen, Ländereien überrennen, euer eigenes Reich schützen und ein bisschen „Risiko“ spielen. Dieser Modus gibt dem Spiel eine gewisse Tiefe, die es auch für absolute Anfänger interessant macht. Vor allem für diejenigen, die mit der Geschichte der drei Reiche eh nie viel anfangen konnten.

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Der Taktik-Modus ist sehr nett geworden. Der Rest ist bekannt.
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Außerdem ist es nett gelöst, dass man einen der vielen (!) Charaktere aus der Reihe nutzen kann, um sein eigenes Reich zu erweitern und zu verteidigen, aber auch einen eigenen Charakter erstellen kann, dem danach viele Möglichkeiten offen stehen. Ihr könnt als eine Art freier Söldner für die großen Offiziere kämpfen und nach und nach ihr Vertrauen gewinnen. Oder ihr beginnt eine Herrschaft unter eigenem Banner und versucht selbst, das größte Stück vom Kuchen zu ergattern.

Die Möglichkeiten sind sehr groß und gerade dieser Punkt macht „Empires“ interessant. Nicht alle Neuerungen sind gut durchdacht, sorgen aber für genau den frischen Wind, den man im normalen Story-Modus vermisst hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Möglichkeit, eigene Kinder zu bekommen. Hat man bei einem Offizier vom anderen Geschlecht die maximale Stufe der Freundschaft / des Vertrauens erreicht, kann man mit ihm eine Beziehung eingehen.

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Aufploppende Gegner sorgen leider immer noch für Verwirrung und Ärger.
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Das ist deswegen cool, weil man so Kinder bekommen kann (Das passiert Tatsache einfach. Darauf habt ihr keinen Einfluss) und diese ebenfalls im großen Krieg mitkämpfen können. Schlecht durchdacht ist es aber deswegen, weil es ungefähr eine Spielstunde dauert, bis diese Kinder ausgewachsen sind und sich in die Schlacht stürzen. Auch wenn sie im Menü noch als Dreijährige angegeben werden...

Der neue Modus rockt. Der Rest ist langsam über dem MHD.Fazit lesen

Koop ist für Langweiler

Leider musste der Koop-Modus unter dieser neuen Spielidee leiden. Statt das Spieler 2 eine echte Figur ist, die mit in die Schlacht zieht, ihr eigenes Reich und Entscheidungsmöglichkeiten bekommt und sich mit Spieler 1 verbünden oder zerstreiten kann ... ist er oder sie stattdessen nur irgendein Kämpfer, der dem Hauptspieler in der Schlacht unterstützt. Keine eigenen Entscheidungen. Kein eigenes Reich.

Dynasty Warriors 8 Empires - Screenshots

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Noch schlimmer sogar: während Spieler 1 seine vielen Entscheidungen treffen muss, die nächste Strategie überdenkt und eine Million Möglichkeiten im Menü überprüft, sitzt der andere daneben und wartet darauf, dass es endlich losgeht.

Für die Performance ist es sogar der Gnadenstoß. Selbst auf der aktuellen Konsolengeneration ploppen die Gegnermassen immer wieder mal auf. Texturen laden erst sehr spät und ganze Bäume und Häuser tauchen erst im letzten Moment auf. In wenigen Fällen nicht einmal dann.