Frank FischerOnline-Shooter gibt es wie Sand am Meer. Der Markt ist hart umkämpft, denn die Spieler sind eher konservativ, bleiben meist einer bestimmten Serie treu. Warum also glaubt MMOG-Publisher CCP, mit Dust 514 ausgerechnet in diesen Markt vorstoßen zu können? In einer Suite am Rande der gamescom konnten uns die Jungs aus Island eindrucksvoll beweisen, dass ihr Spiel weit mehr als nur ein herkömmlicher Shooter wird.
Die Verschmelzung von EVE und Dust klingt in der angestrebten Komplexität mittlerweile wie der Traum eines wahnsinnigen Entwicklers. Doch der Wahnsinn könnte Methode haben.AusblickVoll war es in diesem Jahr auf der gamescom - und heiß. Viel zu heiß auf jeden Fall für das kleine Team, das von CCPs Hauptquartier im eisigen Reykjavik aus in streng geheimer Mission an den Rhein entsandt worden war. Und weil die Mission so geheim war und die mörderische Hitze in den heiligen Hallen zu Köln dem isländischen Organismus sichtbar schwer zusetzte, mietete man kurzerhand eine Suite gegenüber des Messegeländes und ließ einen Ruf ergehen.
Der erreichte mich in Halle 9 just zu dem Zeitpunkt, als ich mich angesichts von Hitze und Luftfeuchtigkeit auf dem Vorhof zur Hölle wähnte und mir der Messe-Tinnitus zudem beharrlich einen Bienenschwarm um meinen Kopf herum simulierte. Die Worte ‘Dorint Hotel’ und ‘Suite 603’ ließen mich in diesem Moment eher an Ruhe, erfrischende Getränke und ein gemäßigtes Klima denken und weniger an diesen staubigen Online-Shooter, an dem CCP gerade zimmerte.
Dust macht seinem Namen alle Ehre: Die Atmosphäre ist wirklich trist und feindselig.Kein Wunder, denn mit der Ankündigung, Dust 514 im kommenden Frühjahr exklusiv und ausschließlich für die PS3 und mit Itemshop veröffentlichen zu wollen, hatte das isländische Studio schon im Vorfeld der Messe gehörig Staub aufgewirbelt. Die Fans von EVE Online waren entsetzt, fühlten sich ausgegrenzt und große Teile der Gamer-Community prognostizierten dem Shooter eine ganz und gar düstere Zukunft.
Was auch immer die CCPler da in ihrer Suite bereithalten sollten, interessierte mich zu diesem Zeitpunkt also weit weniger als die Hoffnung auf etwas Ruhe vom allgemeinen Messestress. Das sollte sich jedoch in dem Moment ändern, als ich vollkommen unerwartet von gleich fünf gut gelaunten Entwicklern empfangen wurde, die mir ohne Umschweife ankündigten, womit ich im Vofeld niemals gerechnet hätte: Ich würde in jener Hotel-Suite Dust 514 live, online und in Aktion zu sehen bekommen. So weit sind die also schon!
Als ich daraufhin freudestrahlend in meiner Tasche kramte, wurden die fröhlichen Jungs in Schwarz allerdings ernst: “Mitschreiben ist in Ordnung - filmen oder fotografieren allerdings nicht!” War ja klar, dass die Sache einen Haken haben würde. Na gut - ich lehne mich also zurück und beschließe, mich einfach ein wenig von Dust 514 berieseln zu lassen.
Das Wort hat Atli Már Sveinsson. Das ist einer jener isländischen Entwickler, die vor einiger Zeit nach Shanghai ausgewandert sind. Das taten sie aber nicht allein der schönen Mädels wegen, sondern um dort CCP Asia zu gründen. Mittlerweile arbeitet der asiatische Ableger auf Hochtouren an der Fertigstellung von Dust 514, das zwar bereits im kommenden Jahr erscheinen soll, in Sachen Spieldesign allerdings noch immer ein Mysterium ist. Doch genau um das zu enthüllen, sitze ich ja jetzt in dieser feinen Hotel-Suite.
Und egal, wohin man blickt - es wird einfach nicht besser.Während Sveinsson weit ausholt und erklärt, was EVE Online ist und ausmacht, hält sein Kollege den PS3-Controller in der Hand. Der wird wohl gleich Dust zocken, denke ich mir so und ärgere mich gleichzeitig darüber, dass der andere Kollege derweil am Notebook EVE Online zocken und ständig dabei chatten muss - eigentlich eine Unverschämtheit, mitten in einer Präsentation.
Endlich sehe ich Dust 514 auf dem großen Monitor. Die Lobby erinnert stark an das neue Quartier, das die Piloten seit Incarna in EVE Online bewohnen. Das Charaktermodell gleicht dem aus EVE wie ein Ei dem anderen, die Bewegung ebenso. Faszinierend - immerhin basiert EVE auf der hauseigenen Trinity-Engine, Dust hingegen auf Unreal 3.
Man habe gewisse Schnittstellen entwickelt, erklärt Creative-Director Sveinsson, über die man die beiden grundverschiedenen Engines kommunizieren lassen kann. Und es sei natürlich gewollt, dass sich der Söldner aus Dust in einem für New Eden typischen Umfeld befindet. In diesem Fall hockt er auf einer Orbitalstation, von der aus eine Art Fahrstuhl bis hinunter auf den Planeten führt.
von CCP
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beides absolut richtig
@ Doch!111
der Blogger schreibt, dass Schanghai die EMPFOHLENE Schreibweise ist
Und? Wer hat wohl eher recht? Der Blogger oder Wikipedia? Back to topic please... Hier gehts um Dust 514.
Bitteschön!
Shanghai...
Äh, nein?
Es heißt auch im Deutschen schon seit einigen Jahren Shanghai.
Ich denke, du hast Recht. Mir ist auch noch eingefallen, dass ich vor einiger Zeit mal eine News gelesen habe, nach der Microsoft das mal testweise ausprobiert hat und feststellen musste, dass die Maussteuerung Controllern stark überlegen ist.
Warum nicht Konsole und PC dürfte klar sein. Ein Shooter auf beiden in einer Welt dürfte ein ungleicher Kampf sein. Final Fantasy gibt es anscheinend für beide, dort ist aber keine Reaktionszeit/Genauigkeit kampfentscheidend.
Warum nicht nur eine PC Version? Ich vermute mal, dass CCP eine vorhandene Umgebung mit Möglichkeiten zu Online-Shops und Hardware gesucht hat und nicht die eigene Serverfarm belasten wollte.
Ist relativ simpel. Microsoft erlaubt für die X-Box nur Peer-to-Peer Verbindungen,
Ist relativ simpel. Microsoft erlaubt für die X-Box nur Peer-to-Peer Verbindungen, ist also ungeeignet für Dust. Hat Hilmar auf der E3 aber auch so begründet.
Und warum nicht auf dem PC?
Ich würde mal behaupten, dass du damit einen Fehler gemacht und was interessantes verpasst hast. Deinstallierst du ein Spiel auch, wenn dir das Intro nicht gefallen hat?
@topic
So langsam finde ich gefallen an der Idee hinter Dust 514. Anfangs war ich skeptisch. Vor allem, weil Eve einen guten Ruf als Entwickler genießt, vor allem unter der Spielerschaft und Dust schon für CCPs Ausgangssituation schon ein gewagtes Experiment ist. Finanziell und Rufbedingt.
Dennoch scheint die Idee von Dust aufzugehen. Mit dem Release wird CCP nicht nur ein komplettes Spiel in ein Segment werfen, wo sie bislang Null Kunden haben und somit eine Menge Potenzial herrscht, sondern Eve bekommt eine Fülle an neuen Möglichkeiten, welche die Spieler im Idealfall per Patch und nicht per Addon erhalten.
Dust wird wohl die Welt... ähm den Weltraum von Eve wesentlich natürlicher machen. Zwar wird man als reiner Evespieler wohl nur bedingt Einfluss auf die Geschehnisse in Dust haben, aber das macht es gerade so natürlich. Man kann in der realen Welt nicht alles auf Zahlen und Mechaniken runterrechnen und erwarten, dass alles funktioniert, wenn man sich daran hält.
Man kann nicht auf die Straße gehen und jemand anpöbeln, weil man glaubt 20 Stärke und Nahkampf auf Lvl 10 zu haben. Im übertragenen Sinne^^
Die Welt von Eve wird unberechenbarer, einfach weil die Ereignisse von teilweise abgeschotteten Spielern abhängt.
Man hat das komplexe Eve auf dem PC, wo es auch hingehört und das eher eingängige Dust auf der Konsole, wo das wiederum am besten aufgehoben ist. Es ist eine kluge Mischung. Und die Praxis wird zeigen, wie gut die wirtschaftliche Trennung, ein wichtiger Punkt, funktioniert. Sollte es klappen, dann hat Eve/Dust einen gewaltigen Mehrwert und wird die Referenz für Cross-Platform-Cross-Genre-MMO (oder ihr Gründer? Gab es schon mal sowas? Ich weiß nicht genau).
Wäre ich Eve-Spieler, ich würde mich über diesen Bericht freuen!
Ist relativ simpel. Microsoft erlaubt für die X-Box nur Peer-to-Peer Verbindungen, ist also ungeeignet für Dust. Hat Hilmar auf der E3 aber auch so begründet.
wieder mal ein sehr lesenswerter Bericht von Dir. Ich muß zugeben, daß ich doch ein wenig neugierig geworden bin und mir gut vorstellen kann, welche Träume die Eve-Entwickler damit verfolgen. Auch grafisch vermittelt mir Dust genau das, was man von einer düsteren Zukunftsvision erwartet. Aber dann drängte sich ein Gedanke auf, den man nicht einfach so wegschieben kann.
Um Dust 514 spielen zu können, braucht man zuerst mal eine Playstation. Ich habe noch keine, da ich mit Notebook & PC eigentlich wunschlos glücklich bin. Auf der PS3 gibt es sonst nichts, was ich nicht in besserer Grafik für den Computer haben könnte. Ob Dust wirklich ein MMO ist, für das es sich lohnt, sich eine Konsole anzuschaffen, mag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch anzweifeln. Wer spielt denn Eve Online? Es gibt zwar seit vielen Jahren eine sehr stabile Fanbasis, aber dennoch ist Eve im Vergleich zu WoW/HdRO/AoC nur ein Zwerg - nicht böse gemeint.
Jetzt spaltet man also diese Zielgruppe nochmals auf, in dem man nur die spielen läßt, die eine PS3 haben und dann muß man noch bedenken, daß nicht jeder Eve-Spieler gleichzeitig Lust auf einen Shooter (mit Konsequenzen) hat.
Ich denke, die Fokusierung auf die PS3 ist ein immens hohes Risiko. Auch, wenn die Qualität stimmen mag, so sehe ich noch nicht, wie sich das Ganze wirtschaftlich rentieren soll. Ich persönlich hätte es besser gefunden, Dust 514 auf dem PC spielen zu können, da wirklich fast jeder einen PC Zuhause stehen hat und somit das Experiment "Dust" keine großen Investitionen von mir fordern würde. Aber, vielleicht irre ich mich auch und dieses MMO verkauft sich wie von selbst.
Tim ;)