Dungeons & Dragons: Dragonshard (PC Review)
von Sebastian Weidner

Wir Menschen horten Geld, Autos und Immobilien. Die Bewohner von Eberron interessieren diese doch sehr weltlichen Reichtümer allerdings herzlich wenig. Viel wertvoller für die Burschen sind Drachensplitter, so genannte Dragonshards.

Der größte dieser Klunker, das Herz des toten Drachen Syberis, soll seinem Besitzer unglaubliche Macht verleihen. Damit wäre geklärt, wieso Dragonshard Dragonshard heißt. Und der Grund für knüppelharte Auseinandersetzungen dreier Völker ist ebenso schnell gefunden.

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Doch was ist Dragonshard überhaupt? Auf den ersten Blick wirkt der von Liquid Entertainment (Battle Realms, War of the Ring) entwickelte Titel wie ein x-beliebiges Fantasy-Echtzeitstrategiespiel. Wäre da nicht die offizielle Dungeons & Dragons-Lizenz, die dem Spiel ungeahnte Rollenspiel-Elemente verleiht. In unserem ausführlichen Review klären wir für euch, ob das Werk sein Potential, Rollenspiel- und Echtzeitstrategie zu verquicken, voll ausschöpft oder an den hehren Zielen scheitert.

RPG + RTS = Dragonshard
Kernstück von Dragonshard sind zwei jeweils 7 Missionen währende Kampagnen. Im Auftrag der Ritter des Ordens des Feuers sollt ihr den wertvollen Drachensplitter finden. In der Rolle der Echsenmenschen müsst ihr ebendiesen vor unrechtmäßigem Diebstahl beschützen. Große Unterschiede der Völker sind nicht auszumachen. Die Krieger-, Heiler- und Magier-Einheiten haben jeweils ihr Pendant auf der anderen Seite.

Dungeons & Dragons: Dragonshard - Die Mixtur aus Echtzeitstrategie und Rollenspiel! Wie gut ist Dragonshard wirklich?

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Ein ähnlich uninspiriertes Bild zeichnet sich bei den Missionen ab: Fast allen Aufträgen liegt das "Rotte den Gegner aus"-Prinzip zu Grunde. Außerdem variiert nur der Blickwinkel der beiden Kampagnen, die Schauplätze bleiben fast immer gleich. Viel spannender als die ewig gleichen Missionen ist das Spielprinzip, das sich wohltuend vom Genre-Einheitsbrei abhebt. Von Echtzeitstrategie mit Rollenspieleinflüssen zu sprechen wäre die erste Untertreibung des neuen Jahres. Denn beide Komponenten sind annähernd gleich gewichtet.

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Strategischer Kern…
So seid ihr ungefähr die Hälfte der Zeit damit beschäftigt, eine Basis aus den Angeln zu heben, Einheiten auszubilden und diese scharenweise gen Gegner zu schicken. Am innovativsten gestaltet sich der Basenbau, der sich stark von vergleichbaren Titeln abhebt. Statt Gebäude frei zu platzieren, gibt es ähnlich wie in Schlacht um Mittelerde vorgegebene Bauslots.

Soweit, so gut. Wirklich innovativ wird das System erst dadurch, dass von der Platzierung der Gebäude abhängig ist, welche Erfahrungsstufe die Einheiten erreichen können.

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Für den Maximallevel 5 eines Klerikers etwa sind vier baugleiche Kirchen nebeneinander nötig. Ihr müsst euch also entscheiden. Lieber eine große Auswahl an unerfahrenen Kämpfern ausheben oder wenige, hoch spezialisierte und besonders kräftige Einheiten in den Kampf schicken? Unsere redaktionsinterne Empfehlung ist eindeutig: Mit einer hochstufigen Truppe aus Frontkämpfern, Magiern und Heilern seid ihr für die zahlreichen Echtzeitschlachten bestens gerüstet.

Denn die Ausbaustufe eurer Recken hat einen weiteren Vorteil gegenüber schlecht ausgebildeten Mitstreitern: Je höher der Level, desto mehr Hilfstruppen werden von ihnen automatisch generiert. Diese hauen zwar kein ausgewachsenes Monster aus den Socken, sind aber eine willkommene Unterstützung für ausufernde Schlachten. Schade nur, dass bei den Gefechten des Öfteren die Übersicht verloren geht.Um einzelne Spezialfähigkeiten der Einheiten zu aktivieren, bedarf es flinker Finger. Als Quell eurer expansiven Kriegsstrategie dienen zwei Ressourcen. Die eingangs erwähnten Dragonshards fallen peu à peu vom Himmel. Der zweite Rohstoff Gold wird in den Basen durch Steuereinnahmen erzeugt.

Zudem verlieren getötete Feinde kleine Mengen des Edelmetalls. Ungewöhnlich, aber äußerst sinnvoll: Es gibt keine speziellen Sammler. Jede Einheit kann die Ressourcen aufklauben, was dem Tempo zugute kommt. Auf dem Weg zum Gegner ein paar niedergeprasselte Kristalle pflücken? Hier kein Problem!

… mit Rollenspiel-Schale
Die andere Hälfte des Spiels seid ihr in bester Hack and Slay-Manier in Dungeons unterwegs und plättet haufenweise bekannte D&D-Monster. Darunter so illustre Gestalten wie Beholder oder ausgewachsene Drachen.

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Vor jeder Kampagnenmission sucht ihr euch einen von jeweils vier mächtigen Helden pro Volk aus, die entweder besonders gut kämpfen, zaubern, heilen oder Fallen entschärfen können. Fallen entschärfen? Jawohl, ihr habt euch nicht verlesen. In den dunklen Gewölben sind allerhand fiese Mordinstrumente installiert, die nur Schurken ausschalten können. Doch zurück zu unseren Helden, den stärksten Einheiten im ganzen Spiel. Jedes dieser Vorbilder für Jung-Abenteurer hat besondere Fähigkeiten auf Lager.

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So kloppt unser Lieblings-Avatar, Fürstin Marrin, mit ihrem "Hammer der Gerechtigkeit" ganze Gegner-Bataillone zu Brei und heilt per Massenzauber angeschlagene Kämpfer aus eigenen Reihen. Nur wenn ganze Gegner-Schwärme anrücken, benötigt selbst unsere tapfere Lady Unterstützung. Die erhält sie in Form der in eurer Basis rekrutierten Einheiten. Einzig deren Hilfstruppen dürfen nicht mit in die Höhlen. Schließlich sind die nur etwas für ausgewachsene Krieger. In illustrer Gruppe räumt ihr die meisten Keller spielend leer und erbeutet wertvolle Gegenstände wie Heil- und Manatränke. Aber aufgepasst:Lasst während der Dungeon-Aufenthalte eure Basis an der Erdoberfläche nicht unbeaufsichtigt. Denn parallel zu den unterirdischen Abenteuern läuft die Zeit auch oben weiter. Und eines sei gewiss: Wenn von eurer Heimatstadt nur noch Asche übrig ist, dann erfüllen euch selbst größte Reichtümer nicht mit Zufriedenheit.

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Dragoncraft
Optisch präsentiert sich Dragonshard auf der Höhe der Zeit, ohne wirkliche Akzente setzen zu können. Kantige, aber fantasievolle und höchst bunte Einheiten versprechen Charme und sind WarCraft 3 stilistisch sehr ähnlich. Verwaschene Texturen, teils hampelige Animationen und unspektakuläre Effekte lassen uns aber ehrfürchtig nach Grafikperlen wie Act of War und Earth 2160 lechzen, denen Dragonshard nicht im Geringsten das Wasser reichen kann.

Für mehr Freude sorgt der Multiplayermodus für bis zu 8 Spieler. Der bietet mit den dunkelelfischen Umbragen nicht nur ein zusätzliches Volk, sondern wartet auch mit spaßigen Modi auf. Ob einfaches Deathmatch oder Capture the Flag-Varianten wie "Erobere alle Artefakte": Knackige Schlachten mit Kumpels sind garantiert!