Stirb, elendiger Held! In Dungeons wird das Böse gepflegt und das Gute gejagt. Endlich dummbatzige Menschen verprügeln, die nichts als Monster und Schätze im Kopf haben. Der Lohn ist Neid und Zwietracht. Das inoffizielle Dungeon Keeper 3 – endlich angespielt.

Dungeons - Gameplay TrailerEin weiteres Video

Die Gänge von kleinen, unterwürfigen Goblins gebuddelt, die Räume furchteinflößend verziert, das Gold strategisch platziert und den Monstern geschickt ihre heimeligen Pentagramme gebaut: Es ist herrlich, der fieseste aller Herrscher zu sein. Auf der gamescom im Sommer hat mich das Projekt in Verzückung versetzt. Monate habe ich gewartet, jetzt endlich ist die Previewversion da. Acht von 18 Leveln müssen beweisen, dass „Dungeons“ wirklich zur inoffiziellen Fortsetzung der beiden legendären Dungeon Keeper von Bullfrog taugt. Ab unter die Erde, wo noch echte Gräueltaten vollbracht und belohnt werden!

Dungeons - Beschäftigt sie, befriedigt sie – und quetscht sie aus

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Vorbildlich: Dungeons ist wie Dungeon Keeper - nur anders.
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Die erste Erkenntnis: Mit meinem Gängegewirr habe ich mich offensichtlich übernommen. Zu viel Gold und zu viel Prestige werden mir zum Verhängnis. Marodierende Heldenhorden fallen über mein geliebtes unterirdisches Superlabyrinth her und treiben mich weiter in die Tiefe als geplant. Der Kristallthron ist verloren, vorerst. Das Gute, Pah! Was ist überhaupt „Das Gute“? Wer gibt euch das Recht, mit gezücktem Schwert schleimig grünen Stinkviechern, wehrhaften Werratten und klapprige Skeletten gegenüber zu treten? Wer hat euch gestattet, dass ihr Goldschätze plündert, deren Besitzer ihr nicht kennt? Und wer hat euch erlaubt, dass ihr Zaubersprüche erlernt, die nicht für euch gedacht waren, Rüstungen und Waffen einfach mitgehen lasst?

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Auf sie mit Gebrüll! Den Helden geht es an den Kragen.
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Exakt. Der Dungeon Lord. Mit meinen Ressourcen wurde alles erbaut – Gold, Prestige und gesammelte Seelenenergie habe ich eingesetzt, damit ihr Helden euch amüsieren könnt. Und das soll böse sein? Zugegeben, es ist nicht nett. Erst locke ich unschuldige Zauberernovizen, Abenteurer und Möchtegern-Ritter in einen schimmeligen Irrgarten, lese sämtliche ihrer Wünsche an den jeweiligen Symbolen ab und schlage sie dann bewusstlos. Töten kann jeder, wisst ihr.

So siechen die gefangenen Helden dann in Gefängniszellen dahin und geben nach und nach ihre Seelenenergie an mich ab. Doch ich muss ja schließlich auch etwas davon haben, dass ich nonstop an der morbiden Schönheit meiner unterirdischen Fanganlage bauen lasse, Fallen aufstelle, mein Dungeon mit leuchtenden Knochenlampen, Regalen, Schädelhaufen, Kerzenständern, Särgen, Skeletten, Wurzeln, Regalmodellen „Smörrebröd“ oder Partytischen für meine Goblins ausstatte.

Und diese Räume! Anspruchsvolle Helden wollen nicht nur einen mickrigen Goldhaufen, ein verstaubtes Buch und ein stumpfes Schwert samt eingebeultem Helm. Nein, es müssen gleich mehrere Schätze sein, Bibliotheken, komplette Waffenkammern! Dann brüllt ihr auch noch herum wie die bescheuerten Typen aus längst verdrängten Zeiten, als voll ausgerüstete Ritter mit Charakterbogen und Bleistift in der Hand mein erstes Verlies betreten haben.

Schluss mit der Doppelmoral

„Feinde!“ schallt es zu meinem Dungeonherz, das ich mit eigenem Leib und Leben beschütze. „Erfahrungspunkte!“, kommt die Reaktion aus dem anderen Raum, wo ich Vampirfledermäuse ein Nest gebaut habe. „Beute!“, juchzt es aus der Schatzkammer. Eines muss ich euch lassen: Das ist zumindest ehrlicher, als ständig mit Doppelmoral durchsetzte Geschichten zu erfinden, warum man dem Herrn des Dungeon seine Wertsachen abluchsen darf. Aber dieses Gewimmere: „Ich bin doch viel zu niedrigstufig, um zu sterben“. Oh, ich habe Mitleid! Nur weil ich einen oder gleich mehrere Heldeneingänge geöffnet habe, müsst ihr nicht auf eine anständige Ausbildung verzichten, oder?

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Rotlichtbezirk: Hier spritzt das Blut.
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Da lobe ich mir eure Kollegen im Geiste, die immer brav dem Level meiner Monster entsprechend die feuchte Heldenfalle betreten. Wenn sie übermütig werden, muss ich meine garstigen Helferlein auch schonmal ein bisschen trainieren. Allerdings nicht wie bei der Inspirationsquelle Dungeon Keeper, wo meine kämpfenden Untergebenen Stunden im Fitnessstudio verbracht haben, sondern per Dekret. Und jetzt muss ich von vorn anfangen, irgendwo versteckt, damit die hochstufigen Helden mein neues Reich nicht direkt wieder überrennen.

Denn mein Ziel steht fest: Der Chef der Unterwelt hat seinen Zenit längst überschritten, sei er auch noch so untot. Ständig soll ich dem alten Knochensack Wünsche erfüllen – sei es für seine ewig alternden Kollegen ein Rentenfond einrichten oder neue Blumen für das Grab seiner dahingeschiedenen Gemahlin herzaubern. Und diese Idee mit dem Waisenhaus für die Kleinsten der Klappergestelle. Oh Herr der hirnlosen Horden, gib dem Zombiekönig endlich ewige Ruh. Und mir die Krone!

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Unser Dungeon wächst und gedeiht.
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So langsam der alte Knochensack auch denkt und spricht, so wütend wird er, wenn seine Wünsche nicht in kurzer Zeit erfüllt werden. Dann schickt er besonders starke Champions vorbei, die sich nicht wie die anderen von meinen prestigeträchtigen Ausstattungsgegenständen von ihrer Mission abbringen lassen: Gefangene Helden befreien, und eine riesige Gruppe in einem entscheidenden Angriff gegen das Herz meines finsteren Gängenetzes zu führen.

Kniet nieder ihr Lichtduscher, hier kommt der Dungeon Lord!Ausblick lesen

Da hilft auch nicht mehr die schwabbelige, Djinn-artige Wache, die ich dem Magier Magnus Blütenstaub abgeworben habe. Es ist eine Gratwanderung: Habe ich genug Prestige gesammelt, wird der Ruf meines Dungeons an der Oberfläche besser und stärkere Helden kommen hinabgestiegen. Darauf verzichten kann ich nicht, denn der gute Ruf hat auch Auswirkungen auf meine Kampfwerte. Zudem ist der Wert Voraussetzung für manch nützlichen Gegenstand.

In Lecker-Schmeckingen reicht noch eine Schatztruhe, um die dort ansässigen pazifistischen Halblinge zur Waffennutzung gegen meine Fledermäuse zu bringen. Doch in Freudbach oder Schafsbergen muss ich schon mehr aufbieten, damit ich der totalen Dominanz des Unterirdischen näher komme. Eine ganzes Arsenal an Büchern in Regalen, Weltkugeln, Wälzer, Wissen! Holzparkett mit modischen Präsentierständern für glänzende Vollplattenrüstungen, Waffen und anderen Schnickschnack. Und natürlich Gold. Das ist doch gar nicht gut für euch – wie die Helden in Gut Schlafstein, die sich nach langer Lektüre an dem magischen Lesepult (ja, es war teuer!) plötzlich in Lauten unterhalten, die nur entfernt an eine Sprache mit Vokalen erinnert. Redet verständlich, Teufel noch mal!

Geil auf Schmerz

Überhaupt, ihr Helden. Ein bisschen Monstermetzeln, ein wenig Gold, durch die Gänge flanieren und mit der zufällig getroffenen Schulfreundin unterhalten. Komm, lass uns kurz am Heilbrunnen plauschen! Und dann überrascht sein und beim ersten Skelettfurz umfallen. Ach ja, nicht zu vergessen masochistisch Veranlagte, die - lordisch gesagt - geil auf Schmerz sind und unbedingt Trefferpunkte verlieren wollen. Obwohl sie dann bewusstlos werden und meine Goblins sie bequem zur Seelenenergie-Ernte in die Mastkäfige bringen. Und wegen der Gimmicks aus der Geisterbahn verbringt ihr auch noch mehr Zeit bei mir als nötig. Ziemlich dumm. Gaffen, gaffen, gaffen! Zumindest kann ich so eure Route durch mein feuchtes Paradies beeinflussen und bewahre mein Dungeon-Herz so vor Angriffen.

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Der Held, was er verspricht.
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Auch deshalb sind genug Unterschlüpfe für meine kämpfenden Untergebenen nötig, denn die schnöden Pentagramme reichen nicht. Je mehr riesige Löcher für Grünschleim & Co., desto mehr Monster gleichzeitig kann ich in mein Dungeon beschwören. Und die hauen Nacladria Wattewerferin und Firmgar von Schmächtigburg aus den Stiefeln, obwohl sie schon Level 23 sind. Zumindest Humor kann man euren Eltern nicht absprechen.

Manchmal versucht ihr Helden mit Gold aus euren Eingängen zurück an die Oberfläche abzuhauen, aber das lasse ich nicht zu. Es soll sich ja nicht herumsprechen, dass ich meine Schätze nicht zusammenhalten kann und plötzlich die Superhelden auftauchen. Dann helfen nur meine Zaubersprüche, die ich wie in diesen modernen Flimmerkisten-Rollenspielen per Zahlendruck aktiviere. Kampf, Verbesserung, Bauen – meine drei Zauberbücher. Spaß macht es, wenn ihr hinter Gittern steckt, und ich meine kleinen grünen Helfer beim Arbeiten überwachen kann. Dann schleppen sie das abgebaute Gold nicht erst durch lange Gänge zum Herz, sondern legen es mir vor die Füße. Und wie schnell Goblins unter direkter Aufsicht plötzlich sind!