Autor: Nedzad Hurabasic

Fast genau ein Jahr ist vergangen, seit in Dungeon Siege 2 (DS 2) der Bösewicht Valdis in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde. Künstlerpech oder Ungeschick - denn dabei wurde auch gleich ein Großteil der Fantasy-Welt Aranna zerstört.

Den Teufel mit dem Beelzebub bekämpft, sozusagen. Nun haben Fans des Action-Rollenpiels die Chance, den Fauxpas vergessen zu machen und sich in Dungeon Siege 2: Broken World wieder beliebter zu machen. Wie wir bei unserem Test des Add-Ons feststellen mussten, sind die Bewohner Arannas nämlich nicht gut auf uns zu sprechen.

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Ob das nun daran liegt, dass wir bei der Zerstörung des Schurken auch gleich ihre Heimat geplättet haben? Wurscht! Schlechte Laune ist eben kein Monopol von Montag-Morgen-Hassern. Beim Start in das neue Abenteuer habt ihr die Wahl, ob ihr eure alte Truppe wieder zusammentrommeln, sprich importieren wollt. Das klappt aber nur, wenn eure Charaktere in DS 2 die Stufe 39 erreicht und Valdis besiegt haben.

Solltet ihr keine alten Speicherstände mehr zur Verfügung haben, könnt ihr auf sechs vorkonfigurierte Charaktere zurückgreifen. Unter ihnen befindet sich auch ein Vertreter der neuen Spielrasse, der Zwerge. Die neue Rasse könnt ihr übrigens nicht nur im Addon zocken, auch im Hauptspiel dürft ihr sie einsetzen. Spannender als die neue Rasse sind die beiden hinzugefügten Charakterklassen "Steinfaust", und "Blut-Mörder". Bei beiden handelt es sich um so genannte Hybride, die eine Mischung aus Kampffähigkeiten und Magieelementen erlauben.

Dungeon Siege 2: Broken World - Fade Erweiterung zum Schnäppchenpreis: Zu wenig Neues für ein gutes Add-On.

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Während die Steinfäuste Naturmagier sind, die ihre Gruppen mit Unterstützungszaubern verteidigen und sich gerne in den Nahkampf stürzen, halten die Blut-Mörder mit zerstörerischen dunklen Zaubersprüchen lieber Distanz zu ihren Opfern, bringen ihr Blut zum Kochen und attackieren auch mit Pfeilen, um Mana zu sparen. Beide Klassen bringen frisches Blut ins Spiel und bereichern das Team des Spielers mit ihren vernichtenden Fähigkeiten.
Da "Broken World" auf High-Level-Spieler zugeschnitten ist, macht es Sinn, zumindest einen Großteil eurer alten Gruppe zu reaktivieren. Andernfalls habt ihr es schon deutlich schwerer mit den vorgefertigten Spielfiguren, die sich am unteren Ende der Nahrungskette des Add-Ons befinden.

Packshot zu Dungeon Siege 2: Broken WorldDungeon Siege 2: Broken WorldErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das liegt auch daran, dass das Gameplay wenig anspruchsvoller geworden ist, ohne vom dominierenden Hack & Slay abzukommen. Der Rückgriff auf eure alten Kampfgefährten hat aber auch seine Schattenseiten: Neue Beute von den Gegnern (Loot) ist häufig unbrauchbar, da die Charaktere schon besser ausgestattet sind. Daran ändern auch die neuen Reagenzienrezepturen wenig, mit denen sich Gegenstände verzaubern lassen und somit einzigartig werden.

Gut ist aber, dass man seine Talente endlich loswerden kann, wenn dies gewünscht wird. Skills lassen sich nun gegen einen Obulus bei einem Händler neu spezialisieren und auf neue Gruppenzusammenstellungen anpassen. Doch was bedeuten all diese in der Summe recht übersichtlichen Neuerungen für das Spielgeschehen? Geändert hat sich am Spielablauf wenig. Die Hauptquest zu bewältigen dauert nicht länger als ca. neun Stunden, auch mit allen Nebenquests kommen nur noch wenige zusätzliche Stündchen zusammen. Verglichen mit dem deutlich umfangreicheren Hauptspiel ist das auch für ein Addon enttäuschend.

Gameplay und damit die das Spiel beherrschenden Kämpfe sind aufgrund der High-Level Ausrichtung zwar etwas schwerer als zuvor, doch das resultiert in der Regel lediglich aus der großen Anzahl der Feinde, von denen sich unseren Helden häufig mehr als ein Dutzend entgegenstellen. Sobald wir uns auf die höhere Widerstandsfähigkeit der Gegner eingerichtet haben, metzelt sie die Heldengruppe eigentlich wie gehabt durch die Monstermassen. Teilweise herrscht sogar Chaos pur, wenn kaum noch zwischen Freund und Feind unterschieden werden kann.

Am häufig unüberschaubaren Hack & Slay hat sich demnach wenig geändert. Was bei DS 2 noch in eine sehr unterhaltsame Story eingebettet war und zum Weiterspielen motivierte, ist nun fast zum reinen Selbstzweck geworden. Die Hintergrundgeschichte wirkt aufgesetzt und belanglos, ohne Tiefgang. Insgesamt ist die Story einfach zu dünn, um über längere Zeit zu motivieren, zudem uns ständig die gleichen Charaktere begegnen. Natürlich besucht die Gruppe während ihres Abenteuers wieder eine Vielzahl an Dungeons, leider sind diese uninspiriert entworfen und gleichen sich oft wie ein Ei dem anderen. Etwas Abwechslung bieten die Boss-Fights, die auch durchaus fordernd sind. Leider tritt unser Team auch dabei wiederholt gegen gleich aussehende Gegner an, selbst die Locations scheinen recycelt zu werden.

Technisch gesehen hat das Spiel durch die Erweiterung nicht profitiert und sich nicht weiterentwickelt. Das war zwar nicht zu erwarten, der Game-Engine ist ihr Alter aber langsam deutlich anzusehen. Vor allem die Spielfiguren wirken klobig, kantig und in einigen Einstellungen geradezu altbacken. Deutlich besser sehen die Landschaften aus, die stimmungsvoll in Szene gesetzt wurden, häufig aber nur Beiwerk sind, das sich nicht weiter erkunden lässt, weil schon der nächste Dungeon durchstreift werden will. Bisweilen wirken die Umgebungstexturen verwaschen und wenig detailliert. Nach wie vor sehr gut gelungen sind die Zaubereffekte, von denen es fast schon zu viele gibt und ihre Strahlkraft förmlich blendet. Beim Addon müssen deutsche Fans auf eine Vertonung der Dialoge verzichten und mit Untertiteln vorlieb nehmen. Unterstützt wird das Gameplay von einem guten orchestralen Soundtrack, der aber manchmal im allgemeinen Tohuwabohu untergeht. Nichts Neues gibt es vom Mehrspielermodus zu vermelden, wo nach wie vor kein PvP möglich ist. Deutlich besser sehen die Landschaften aus, die stimmungsvoll in Szene gesetzt wurden, häufig aber nur Beiwerk sind, das sich nicht weiter erkunden lässt, weil schon der nächste Dungeon durchstreift werden will. Bisweilen wirken die Umgebungstexturen verwaschen und wenig detailliert. Nach wie vor sehr gut gelungen sind die Zaubereffekte, von denen es fast schon zu viele gibt und ihre Strahlkraft förmlich blendet. Beim Addon müssen deutsche Fans auf eine Vertonung der Dialoge verzichten und mit Untertiteln vorlieb nehmen. Unterstützt wird das Gameplay von einem guten orchestralen Soundtrack, der aber manchmal im allgemeinen Tohuwabohu untergeht. Nichts Neues gibt es vom Mehrspielermodus zu vermelden, wo nach wie vor kein PvP möglich ist.