Dungeon Lords (PC-Preview)
(von Gregor Dutz)

Hamburg an einem Mittwochnachmittag: Es gießt in Strömen. Doch wir sitzen zum Glück im Trockenen und lassen uns bei Publisher »dtp« das Rollenspiel »Dungeon Lords« von »Heuristic Park« vorführen.

Wir versprechen uns viel, da hinter dem Spiel immerhin David Bradley steht, der schon in der Spielebranche erfolgreich war, als ich noch als Joghurt im Kühlregal stand. Man denke nur an die »Wizardry«-Reihe, die er bis zum siebten Teil maßgeblich mitentwickelte. Aber genug der Vorrede, los geht`s.

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Die Story beginnt mit einem handfesten Streit zwischen zwei Zauberern: Galdryn of the Meadows, Verbündeter von Davenmor, und Volgar, der Chef-Zauberer von Barrowgrims Königreich, kämpfen um die Vorherrschaft im Club der Magier. Dabei wird Galdryn in eine Falle gelockt, seiner magischen Gegenstände beraubt und letztendlich umgebracht. Damit jedoch nicht genug: Barrowgrim nutzt die Gunst der Stunde und greift den ohne Zauberer schutzlosen Davenmor an und schlachtet dessen Armeen einfach ab.

Wie es so eine Rollenspiel-Story nunmal an sich hat, reicht Barrowgrim dies natürlich nicht aus und er will auch gleich noch die Tochter Davenmors ehelichen, die auf den elbenhaften Namen Ellowyn hört. Diese aber - welch ein Zufall - hat sich bereits in einen anderen tapferen Recken verliebt. Der Glückliche ist nebenbei auch noch Oberst in Davenmors Armee. Um seine Tochter von ihm loszueisen, wird er unehrenhaft entlassen.

Die Tochter wiederum hat immer noch keine Lust den bösen Barrowgrim zu heiraten und haut kurzerhand von zu Hause ab. Was bei uns das Jugendamt alarmieren würde, veranlasst den fassungslosen Vater dazu, einen mutigen Helden auf die Fährte von Ellowyn anzusetzen. Und - Überraschung - dieser Held ist der Spieler!

Wahlfreiheit
Während die Geschichte von ihrer Art her nicht gerade nagelneu ist, weiß die Charaktererschaffung durchaus zu überzeugen: Zu Beginn haben wir die Wahl zwischen sieben verschiedenen Rassen: Menschen, Zwerge, Elfen und die sogenannten Demigoths stehen zu Auswahl. Bei den Demigoths handelt es sich um den Kinderschreck (Bugbear), Echsenmensch, Gnoll und Ork, also um die eher exotischen Rassen. Diesen ist gemein, dass sie ordentlich was in den Armen haben, dafür wenig in der Birne.

Dungeon Lords - Das neue Rollenspiel mit Hack and Slay-Action im Preview!

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Auch bei den Klassen haben wir eine mehr als ordentliche Auswahl: 15 Stück rangeln um die Aufmerksamkeit des Spielers. Darunter sind sowohl die rollenspieltypischen Klassen wie Dieb oder Kämpfer, aber auch interssante Mischklassen wie der Deathlord oder der Ninja. Beim Deathlord handelt es sich um eine Mischung aus Dieb, Kämper und bösem Zauberer, der Ninja setzt dagegen aufs Schleichen und Nahkampftechniken ohne jede Waffe.

Wem das einfache Anklicken einer Klasse zu simpel ist, kann auch seine Attribute und Skills frei zusammenklicken. Dadurch lässt sich nach dem eigenen Geschmack ein vollkommen individueller Charakter erschaffen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass man mit dem Verteilen von Erfahrungspunkten während des Spiels nicht warten muss, bis man einen Levelaufstieg hinter sich hat, sondern diese jederzeit für neue Skills oder höhere Attribute verwenden kann.

Packshot zu Dungeon LordsDungeon LordsErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Eine Prise hiervon, ein wenig davon
Bei den Zaubern haben sich die Entwickler etwas Besonderes ausgedacht: Erstmal gibt es davon vier verschiedene Arten. Diese hießen in der englischen Beta-Version Arcane (obskure

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Magie), Celestial (himmlische Magie), Nether (Höllenmagie) und Rune (Runenzauber). Die in Klammern angegebenen Übersetzungen sind nicht die offiziellen Übersetzungen, die uns auch noch nicht bekannt sind, sondern dienen nur dem besseren Verständnis und wurden von uns frei übersetzt. Diese Magiearten unterscheiden sich vor allem in der Erlernung und Ausübung. Während die obskure Magie noch am ehesten mit den Zaubern anderer Rollenspiele verglichen werden kann, sieht es bei der himmlischen Magie schon ganz anders aus: Für deren Ausübung benötigt man bestimmte Edelsteine, die man entweder findet oder bei einem Händler erstehen kann. Bei der Höllenmagie muss man auf den Spuren von Miraculix wandern und aus leckeren Zutaten, wie zum Beispiel Rattenschwänzen, einen Zauber zubereiten. Die benötigten Rezepte erhält man dabei unter anderem als Belohnung für erfolgreich abgeschlossene Quests. Dagegen sind für die Ausübung von Runenzaubern Runen von Nöten. Ebenfalls anders als bei den meisten anderen Vertretern des Genres ist die Handhabe von Ausrüstungsgegenständen, die das Können der Charakters übersteigen. Während zum Beispiel »Diablo 2« dies gar nicht erst zulässt, kann man in Dungeon Lords seinen Charakter mit jedem Gegenstand sofort ausrüsten. Die Folgen sind aber unübersehbar: Man bekommt eine Strafe auf die verschiedensten Fähigkeiten, so dass ein Grobmotoriker mit einem feinen Elfenbogen, verursache er auch noch so viel Schaden, eher sich selbst schaden wird, als seinem Gegner. Dafür muss man aber nicht mehr ewig auf den nächsten Level-Up warten, um die neue schicke Rüstung anzuziehen, sondern man kann diese gleich auf Herz und Nieren prüfen.

Wiegende Bätter, wogender Rasen
Grafisch wird Dungeon Lords für ein Rollenspiel sehr gut umgesetzt. Zwar kann es grafisch nicht mit

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aktuellen Shootern mithalten, dafür beeindruckte es uns mit einer anständigen Sichtweite, schönen Zaubern und fiesen Monstern. Sehr gut haben uns auch die Umgebungsanimationen gefallen: Da wiegen sich Blätter im Wind und der Rasen macht da auch gleich mit. Dadurch wirkt die Umgebung sehr lebendig. Aber auch die Animationen der Models haben uns gut gefallen: So fängt unser Charakter an zu husten und hält sich die Hand vor den Mund, wenn er von einem Monster mit dessen Giftatem angehaucht wurde. Die Spielwelt soll größer sein als die von »Gothic«, aber kleiner als die von »Morrowind«. Wir konnten davon vor allem Dungeons sehen, die alle recht dunkel gehalten sind und einzeln designt wurden. Unter freiem Himmel konnten wir die schon erwähnten Bäume bewundern, aber auch die ersten Gebäude einer Elfenstadt waren vor uns nicht sicher. Diese machten trotz unfertiger Texturen bereits einen liebevoll entworfenen Eindruck, der in der fertigen Version sicher noch verstärkt sein wird. Gesteuert wird das Spiel mit einer Kombination aus Maus und Tastatur, wobei man seinem Charakter aus der Verfolgerperspektive folgt. Statt wie zum Beispiel in »The Saga of Ryzom« erst einen Gegner anzuklicken um ihn anzugreifen, gehen wir in Dungeon Lords direktmit der Maus und wildem Geklicke auf das Unwesen los. Diese Art der Steuerung ist etwas ungewohnt und benötigt sicherlich etwas Eingewöhnung, bis man die verschiedenen Spezialattacken perfekt drauf hat. Dafür sorgt sie mit ihrer direkten Art für actionreiche Kämpfe. Wie die Story umgesetzt wurde und wie abwechslungsreich die Quests sind, können wir leider noch nicht beurteilen, dazu reicht die kurze Spieldauer einfach nicht aus. Uns wurde aber eine Spieldauer von mindestens 40 Stunden versprochen. Erledigt man alle Nebenquests soll man sogar auf lockere 100 Stunden Spielspaß kommen.Dungeon Lords - Ersteindruck: »Dungeon Lords« gefällt mir auf den ersten Blick vor allem auf Grund eher nebensächlicher Details: Da ist das Wiegen der Bätter im Wind, die Animationen unseres Charakters und die Tatsache, dass ich endlich nicht mehr auf einen Levelaufstieg warten muss, bis ich einen aufgesammelten Gegenstand benutzen kann. Aber auch die Aufteilung der verschiedenen Magiearten trägt zu einem positiven Gesamteindruck bei und die Grafik ist ebenfalls sehr gut.

Schade ist, dass wir den Einbau der Story ins Gameplay noch nicht beurteilen können und auch die Außenbereiche waren noch nicht fertiggestellt. Sollte dies alles so gut umgesetzt werden, wie uns der Rest des Spiels verspricht, dann steht uns Mitte November ein gelungenes Rollenspiel ins Haus, dass mit einigen Hack`n`Slay-Elementen für reichlich Action sorgen wird.