Autor: Nedzad Hurabasic

Als im Frühjahr 2006 das Arcade-Actionspiel »Panzer Elite Action« erschien, verärgerte es nichts ahnende Spieler damit, den Einmarsch der Wehrmacht in Polen nachzustellen. Obwohl das Gameplay höchst durchschnittlich daherkam, wird mit »Dunes of War« nun sogar ein Standalone-Addon hinterher geschoben.

Schon nach kurzer Spielzeit stellt sich heraus, dass es sich bei den beiden neuen Kampagnen nicht mehr als um einen lauen Aufguss des Vorläufers handelt. Nur mit einem saharagelben Anstrich versehen.

Afrika-Feldzug
Der Grund: In dieser Fortsetzung verschlägt es die virtuellen Panzerkommandeure nach Nordafrika, wo die Schlachten größtenteils auf dem heißen Wüstensand ausgetragen werden. Wie schon in Teil eins wird man auch diesmal gezwungen, die Rolle der Wehrmacht bzw. der Truppen des als »Wüstenfuchs« verherrlichten Rommel einzunehmen. Erst in späteren Missionen bedient ihr auch die Stahlkolosse der alliierten Verbände und zieht gegen die aggressiven Achsenmächte zu Felde. Spieltechnisch verändert hat sich im Verhältnis zu »Panzer Elite Action« so gut wie nichts.

Dunes of War - Was kommt da hinter der Düne hervorgekrochen - Panzer-Action oder Gameplay-Wüste?

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Feuer Frei! Meist steht man einer Übermacht gegenüber, aber unser Panzer kann mächtig einstecken.
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Nach wie vor steuert ihr einen Panzer aus der Beobachterperspektive, wobei es auch möglich ist, die Kamera so nah an die Blechbüchse heranzuzoomen, dass so etwas wie eine Ego-Perspektive zustande kommt. Allerdings lässt sich dann die Ausrichtung des Vehikels nicht mehr richtig kontrollieren. Von daher guckt man seinem Panzer besser aus einiger Entfernung auf's Stahlkleid.

An dem passablen Handling wurde nichts verändert, im Standard-Setting steuert ihr den Tank wie bei Shootern gewohnt mit den WASD-Tasten und richtet das Geschütz mit der Maus aus. Während die große Kanone mit der linken Maustaste abgefeuert wird, bedient ihr mit der rechten Taste das eingebaute MG. Nur gelegentlich ergeben sich dabei Probleme, beispielsweise wenn der Panzer an irgendwelchen Kanten hängen bleibt und sich nur noch mit Mühe aus solch verzwickten Situationen befreien lässt.

Packshot zu Dunes of WarDunes of WarErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Einsätze nach Schema-F
Die meisten Missionen laufen nach Schema-F ab und sind absolut linear gehalten. Wer versucht vom vorgegebenen Weg abzuweichen, riskiert den Spielabbruch. Dann nämlich landet ihr in einem Bereich, der auf der Map gestrichelt dargestellt ist und quasi die Todeszone markiert. Meist werdet ihr von einer Wegmarke zur nächsten gelotst, auf eurer Fahrt dorthin stellen sich euch Massen an Panzern und immer dieselben Abwehrstellungen in den Weg, die ihr natürlich Eliminieren müsst.

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Häufig müssen Siedlungen eingenommen werden, die sich äußerlich sehr stark ähneln.
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Gelegentlich eskortiert ihr auch Nachschub-Konvois oder sichert eigene eroberte Stellungen gegen eine anrollende Panzer-Übermacht. Spielerisch macht das aber kaum einen Unterschied. Ihr sitzt immer in eurem Stahlkoloss und ballert, was die Munition hergibt. In regelmäßigen Abständen könnt ihr eure Munition an fest installierten Stationen auffrischen. Oft befindet sich in der Nähe auch eine Werkstatt, die in der Lage ist, eure Schäden komplett zu beseitigen.

Damit ihr euch in den monotonen Landstrichen nicht allzu vereinsamt vorkommt, begleiten euch einige Panzer-Kameraden bei euren Aufgaben. Mit simplen Anweisungen wie »Warten«, »Flankieren« oder »Angreifen« könnt ihr ihnen Befehle erteilen. Von allzu großem Nutzen sind eure Begleiter jedoch nicht. Meist lassen sie sich ziemlich schnell zusammenschießen, die Überlebenden könnt ihr jedoch per Anweisung ebenfalls zur Werkstatt schicken.

Obwohl es bei eurem Vorrücken eigentlich nicht möglich ist, vom Kurs abzukommen, unterstützt euch eine Mini-Map bei der Orientierung und zeigt alle relevanten Spielinfos an: Feinde, Freunde, Werkstätten und Nachschubdepos. Zusätzlich zeigt eine farbliche Markierung an, wo das nächste Ziel zu finden ist. Einfacher geht's nicht. Anspruchsloser aber auch nicht.

Kaum Abwechslung
Gelegentlich ändern sich die Panzer-Modelle, mit denen ihr durch die Gegend fahrt - natürlich auch abhängig davon, ob ihr für die Alliierten oder die deutsche Seite aktiv seid. Abgesehen davon, dass das eine oder andere Vehikel geringe Unterschiede in der Menge der mitgeführten Munition, Wendigkeit oder auch Geschwindigkeit aufweist, steuern sich alle sehr ähnlich.

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Die Karten offenbaren den kompletten Level und lassen kaum Raum für Überraschungen.
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Das Spiel speichert übrigens an den einzelnen Wegmarken selbsttätig den Spielstand ab. Einfluss darauf habt ihr jedoch keinen. Die Speicherpunkte sind meist mehr als fair gewählt, sodass man eigentlich ohne große Rücksicht auf Verluste vorwärts preschen kann. Ob die Kameraden aus der eigenen Einheit dabei drauf gehen oder nicht, hat keine negativen Auswirkungen für euch.

Allzu schlau stellen sich auch eure computergesteuerten Gegner nicht an, meist ist es möglich, sie schon aus größerer Distanz zu zerstören, ohne dass sie die Möglichkeit haben, sich zu wehren. Wenn es mal etwas härter kommt, könnt ihr immer noch Luftschläge anordnen. Pro Mission stehen euch sechs dieser Angriffe zur Verfügung. Nicht immer befinden sich die verbündeten Flieger jedoch in »Reichweite«.

Optisch kommt »Dunes of War« auch nicht über das spieltechnisch bescheidene Niveau hinaus und bietet oft monotone Landschaften, denen fast jegliche Details fehlen. O.K., es ist die Wüste. Trotzdem fehlt der richtige Pepp, und viele Texturen leiden unter Detailarmut. Soundtechnisch lässt sich nicht allzu viel kritisieren, allerdings nerven schon nach kurzer Zeit die Kommentare aus dem Off: »Auf Wiedersehen!«, »Noch einen erledigt!« oder ähnlich verachtende Sprüche haben in einem Kriegsspiel nichts verloren. Dafür sind die Sounds der Waffen recht akzeptabel und sorgen für die nötige Hintergrundberieselung.

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Oft ist es möglich, ganze Konvois aus der Distanz zu zerstören, ohne dabei ernsthaft in Gefahr zu geraten.
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Ein bisschen Abwechslung soll der Multiplayermodus bieten, in dem auf zehn neuen Maps insgesamt bis zu 32 Spieler gegeneinander antreten können. Neu ist u. a. auch ein Capture the Flag-Modus, der ganz amüsant sein könnte. Zum Zeitpunkt des Tests waren jedoch (noch) nicht genügend Spieler online, um das abschließend beurteilen zu können.