Duck Tales Remastered ist kein langes Spiel, war das Original schon nicht, alleine der Zeit wegen, in der es erschien. Ende der 80er, Anfang der 90er spannten Continues das rettende Tuch, woanders, mit vorgeschaltetem Münzeinwurf, eine sehr teure Angelegenheit. Diese Spiele waren nicht für stundenlangen Durchmarsch entworfen, wie es heute die meisten sind, in denen man sechs, sieben Stunden nicht zu stoppen ist.

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Duck Tales vom NES ist ein Kind dieser Zeit: ein wenig „trial-&-errorig“, für kindliche Dimensionen, in denen man sich damals bewegte, einfach gewaltig. Weil man immer und immer wieder von Neuem ranmusste. Und wollte.

Ich habe nicht vergessen, sondern ehrlich gesagt nie gezählt, wie oft ich es spielte, aber irgendwann waren die pixelgenauesten Sprünge kein großes Problem mehr und den besten Acht-Bit-Soundtrack jenseits des Mondes kann man ohnehin nicht verdrängen. Die Neuauflage führt nun wieder vor Augen, wie sehr wir davon inzwischen entwöhnt werden.

Wie schön es ist, all diese Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen, auch wenn sie heute keinen Hehl daraus machen, dass man 23 Jahre älter geworden ist.

Ein Déjà-vu jagte am letzten Wochenende das nächste: Ah, der Amazonas, oh, die Bonus-Stages, hihi, der dumme Yeti, uh, das war also der Endkampf, oh, und das kam danach noch. Kindheitserinnerungen mit Dagobert Duck, seinem, entschuldigt bitte, arschcoolen Pogo-Stick, Lorenfahrten, Gorillas, Diamanten, Schatzkisten, Wolken, Mumien, Särgen, Geistern, Mäusen, Götzen, Bienen, Stacheln und Ketten.

DuckTales Remastered - Warum nicht?

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Die alten Levels von Amazonas bis Mond, man erkennt sie sofort wieder.
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Die Dimensionen sind heute natürlich nicht mehr so gewaltig, wie sie in Kindesaugen wirkten, und auch wenn euer Minenwagen zigmal abstürzt oder mancher Sprung danebengeht, sprechen wir hier nicht von Donkey Kong Country Returns. Weniger Duck Souls als die gut konservierte Eigenheit, dass Dagobert mit seinem Sprungstock genau mittig der Plattform/des Gegnerkopfes treffen muss, sonst geht es bergab. Wer lange kein Jump-and-Run gespielt hat und sich ab morgen für den behutsam neu ausgepolsterten Klassiker entscheidet, dürfte es merken.

Packshot zu DuckTales RemasteredDuckTales RemasteredErschienen für PC, PS3, Wii U und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Das Spiel hält hieran deutlich fest und rückt erstaunlich wenig zur Seite, wenn es um Fehlertoleranz geht. Auf „Mittel“ war – ich habe es oben schon angedeutet – nach zweieinhalb Stunden Schluss, aber diese Zeit waren nicht nur ein sehr herzliches Blättern in einem Album, das man sonst nur durch einen trübgrauen Schleier festhält und langsam wegbröckeln sieht. Ich weiß auch wieder, warum mich Duck Tales damals noch beschäftigte, als längst das Super Nintendo da war.

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Vom HQ aus wählt ihr den Abschnitt, den ihr spielen möchtet - und kehrt immer wieder, wenn ihr scheitert.
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Spielablauf und Levelaufbau sind ziemlich genau das, was man von früher kennt: Jede der fünf wählbaren Stages hat ihre kleine Eigenheit, seien es Teleportspiegel und durchschreitbare Wände im Schloss Transsilvaniens oder die Tücken weichen Schnees, die Duck im Himalaya versacken lassen (bevor ihm Bergböcke auf die Rübe hüpfen – bitte hasst sie alle aus vollem Herzen). Kein Abschnitt geht einzig geradegerichtet nach vorn, sondern auch runter und hoch mit versteckten Schätzen und alternativen Wegen, die sich irgendwann wieder kreuzen, niemals Metroid-artig, wie es die im Pausenmenü mitgezeichnete Karte andeutet, aber sehr passend für diese Art von Schatzsuche.

Meist müsst ihr vor dem Boss noch ein paar Sachen sammeln – mal die weggesperrten Neffen, mal Kartenteile – und dann in einem Stück die Arena hinter euch lassen, bevor man zurück im Duck-HQ den Komfort moderner Speichersysteme zu schätzen weiß. Keiner muss das Abenteuer in einem Rutsch von A bis Z durchziehen, auch wenn die Verlockung bei der liebevoll aufbereiteten Grafik und der tadellosen Spielbarkeit groß ist.

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Hintergründe, Animationen, Musik, Sounds, alles modernisiert und hübsch anzusehen - und dennoch wiedererkennbar.
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Ein paar Ruckler hier und da, nichts weiter. Nach dem Endkampf hatte die gespielte PS3-Version einen merkwürdigen Aussetzer, der nach dem Neuladen aus der Welt war. Ansonsten bekommt ihr genau das, was ihr schon damals zu schätzen wusstet oder eben nicht, plus liebevoll gezeichnete Hintergründe und Animationen als Einsetzgläser für die Retrobrille, die ihr unweigerlich auf der Nase spüren werdet. Es sei denn, ihr spielt das hier zum ersten Mal. Auch gut.