DTM Race Driver 2
(PC-, XBOX-Preview)
(von Richard Löwenstein )

Codemasters neue Renn-Simulation leistet sich einen charmanten Etikettenschwindel: Die deutsche DTM-Serie als Namenspatron stellt nur einen verschwindend geringen Teil der Rennen. »DTM Race Driver 2« konzentriert sich noch nicht

einmal auf Tourenwagen-Sport, wie die Vorgängerspiele aus der »DTM«- und »TOCA«-Serie. Vielmehr bietet das Spiel Racing total: Unter einem Dach finden Tourenwagen, Rallyeboliden, GT-Brennern, Trucks und Formel-Flitzer Platz. Den Start gibt Codemasters im April frei.

Die ganze Welt als Rennstrecke Dann wird der Globus zur Rennstrecke, denn die Startampel schaltet auf sage und schreibe 43 Rallye- und Rundkursen in aller Welt auf grün. Neben einigen unbekannten Wald- und Wiesen-Pisten finden sich viele Strecken, bei deren Namen es klingelt. Mit dabei zum Beispiel der Grand Prix-Kurs von Barcelona, Laguna Seca, Brands Hatch, Kyalami und der Texas Motor Speedway.

An Rundstrecken aus deutschsprachigem Gebiet trägt Codemasters fünf Ringe zusammen: Hockenheimring, Nürburgring, Lausitzring, Norisring und A1-Ring.

Spannender Karrieremodus Damit die Positionskämpfe nicht zum Selbstzweck verkommen, greift "DTM Race Driver 2" auf einen Trick aus dem Vorgängerspiel zurück: Die Rennen sind durch eine Story verknüpft. Flott geschnittene Filmchen erzählen die spannende Geschichte vom aufstrebenden Piloten, der die Tücken des

DTM Race Driver 2 - Temporeiche Rennspiel-Action für PC und XBox

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Rennsports kennen lernt. Das benzinschwangere Abenteuer beginnt mit der Aufnahme ins Team von Balexley Motors. Die Probefahrt mit dem Ford GT und erste Positionskämpfe im australischen Surfer´s Paradise gehen mühelos vonstatten. Doch schon bald fordert Teamchef Scotty Podestplätze und Siegprämien. Wer dann erfolglos fightet, dessen Karriere endet in einer Sackgasse.

Ungewöhnliche Erzählmethode Allerdings nötigt einem die ungewöhnliche Erzähl- bzw. Kameraperspektive eine Umgewöhnung ab. Wenn einen Teamchef Scotty mit dem Zeigefinger zu Verhandlungen lotst und die freche Cat nach dem Rennen neckisch
durch die Windschutzscheibe blinzelt, sieht der Spieler das Erlebte aus der Ich-Perspektive. So richtig zahlt sich Codemasters Mut zum neuen Stilmittel allerdings nicht aus. Bald macht sich ein leeres Gefühl breit und man vermisst etwas: Denn Filmszenen aus Sicht der Helden zu betrachten, das wirkt mangels wirklich interessanter Schnitte uninteressant. Da hätte man den Piloten doch lieber wieder von außen beobachtet, wenn er spricht, streitet und flirtet.

Klevere Computergegner
Die Computergegner spielen in den Szenen nur selten mal Nebenrollen. Dadurch fehlt es ihnen an Persönlichkeit, aber das machen sie durch Fahrkönnen wett. Mit dem Messer zwischen den Zähnen kämpfen sie um jede Position, überholen links und rechts, wenn man selbst früh bremst.

Packshot zu DTM Race Driver 2DTM Race Driver 2Erschienen für PC, XBox, PS2 und PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Im heißen Gefecht verbremsen sich die Jungs gelegentlich selbst und rodeln durch die Wiese. Das ist gut für einen authentischen Anstrich und löst im Spieler ein Gefühl der Befriedigung aus.

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Es ist den Computergegner hoch an zu rechnen, dass sie auf unfaire Mittel verzichten. Dass man in der Bremszone vor Kurven von einem übereifrigen Gegner an- und aus dem Rennen gerempelt wird, passiert praktisch nie.

Authentisches Schadensmodell
Das sehr realitätsnahe

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Schadensmodell würde solche Crash-Fahrten auch nicht verzeihen. Das geht soweit, dass man seinen in anderen Racing-Games antrainierten Fahrstil umstellen muss. Vor einer Kurve das Bremsen vergessen und einen vorausfahrenden Gegner als Prallbock missbrauchen, das mag in "Project Gotham Racing 2" zu Überholmanövern führen; hier aber wird das Auto zerstört. Erst verbiegt sich Frontpartie, dann kratzt das Getriebe, der Motor dreht unwillig hoch, schließlich kommt es zu Fehlzündungen.

Das Auto erreicht seine Höchstgeschwindigkeit nicht mehr und wird zu leichter Beute für Verfolger.Ein Pfeil als Adrenalinturbo
In solchen Momenten sorgt ein harmloser roter Pfeil für extra Adrenalinschübe. Immer wenn er am unteren Bildrand hin- und herzackt, zeigt er damit, wo sich ein Gegner im Windschatten ansaugt. Vor dem Überholtwerden schützen jetzt nur noch wilde Wechsel zwischen den Spuren. Erfolgversprechender als rüdes Blockieren ist aber in jedem Fall ein guter Fahrstil. Denn "DTM 2" ist eines der Rennspiele, bei denen Könner in jeder Biegung ein paar Zehntelsekunden von der Rundenzeit abschleifen und so den Gegnern enteilen. Dabei erlaubt die Steuerung gefühlvolles Driften; je nach Fahrzeugtyp mal mehr, mal weniger.

Große Fahrzeugauswahl
Erfolg lohnt, nicht nur weil man schnittige Bonus-Filmchen beispielsweise vom Rockingham-Ovalkurs freispielen kann. Mit jedem Podestplatz rücken neue Autos in Reichweite. 35 total unterschiedliche Typen zerren an der Leine: Leichte Formel Ford, wuchtige Hot Rods,

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ein aufgebretzelter Land Rover, Fords Mustang von 1968, das Jaguar XJ220-Sportcoupé. Dazu aus der DTM Opels Astra V8, der Abt-Audi TT und der AMG-Mercedes CLK, Modelljahr 2003.

Keine Simulation mehr
Die Bandbreite an Typen verwässert allerdings den Charakter der reinrassigen Tourenwagen-Simulation, der die "DTM"- und "TOCA"-Serie bisher prägte. Das Übermaß an Angebot in Kombination mit fehlender Konzentration auf das Wesentliche hat Folgen. Den Kulissen fehlt es stellenweise an Details, die Autos klingen nicht mehr so unverwechselbar wie früher. Freunde authentischer Simulationen

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werden Tuning und Qualifikations-Läufe vermissen und einen Mangel an Authentizität im Regelwerk bemängeln. Man kann beispielsweise im uns vorliegenden Vorabmuster ungestraft über Bordsteine abkürzen.

Willkommen in der DTM
Außerdem ist es bestimmt nicht jedermanns Sache, sich bei einem Spiel mit dem Titel "DTM Race Driver" erst durch ein Dutzend andere Rennwagen-Serien kämpfen zu müssen, um endlich in der DTM Gas geben zu können. Immerhin, ein bisschen DTM-Luft darf man vom Fleck weg schnuppern: Im "Freie Fahrt"-Modus sind alle drei DTM-Boliden und dazu passend der Adria

Raceway, der Nürburgring und Hockenheimring frei freigeschaltet. Wer allerdings mit 300 Sachen durch die berüchtigte Steilkurve des Lausitzring fetzen mag, kommt um die Karriere nicht herum.

Bei aller Kritik muss allerdings gesagt werden, dass diese Vorschau auf einem nur zu achtzig Prozent kompletten Spiel basiert. Hersteller Codemasters ist bekannt dafür, in den letzten Wochen vor Veröffentlichung noch viel Feintuning zu leisten.

Preview-Fazit
Mit "DTM Race Driver 2" schließen die Rennspiel-Experten Codemasters das Kapitel, in dem sich die Rennspiel-Serie beinhart auf Tourenwagen-Sport konzentriert. Irgendwie schade drum.

Trotzdem, der temporeiche Karrieremodus und die mitreißenden Positionskämpfe unterhalten für Tage und Wochen. Das gilt besonders, wenn man sich via Netzwerk oder Xbox Live mit anderen Spielern misst.