Seit Jahren richtet sich die Driver-Serie an virtuelle Straßenganoven mit einem Faible für schnelle Autos. Nun wurde der neueste, wenn auch inzwischen leicht angestaubte Teil für die Wii aufpoliert. Mit Wiimote und Nunchuk brettert ihr durch die Straßen, während ihr gekonnt die Schusswaffe bedient. Kommt die angeschlagene Serie auf Nintendos Konsole nun wieder in die Gänge?

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New York, New York
Spieler, die gerne mit möglichst großer Bewegungsfreiheit auf den Straßen einer Metropole unterwegs sind und dabei dem einen oder anderen Verbrechen frönen möchten, sind bislang mit der GTA-Serie gut bedient. Ein wenig anders sieht das Ganze jedoch aus, wenn ihr das reine Autofahren bevorzugt und euch Missionen zu Fuß auf die Nerven gehen.

Driver: Parallel Lines - Anschnallen ist hier Pflicht, denn diese Wii-Umsetzung ist bockschwer.

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Fahren und gleichzeitiges Schiessen ist dank Nunchuk und Wiimote kein Problem.
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Hier setzt inzwischen traditionell die Driver-Serie an, die ihren traurigen Tiefpunkt im dritten Teil hatte. Bei dem Nachfolger "Parallel Lines" hat man jedoch bereits auf Xbox und Playstation 2 auf die Misere reagiert, den Hauptcharakter Tanker gefeuert und stattdessen den coolen Ganoven "T.K." auf den Fahrersitz gehievt. Wie von den Vorgängern und Spielen wie GTA gewohnt, schlagt ihr euch auch bei Parallel Lines durch die Straßen einer Großstadt.

Die Driver-Serie ist der GTA-Serie jedoch schon einen Schritt voraus, denn bei Parallel Lines gilt es bereits, die Straßen New Yorks unsicher zu machen. Dies dürfte allerdings bereits der einzige große Vorteil gegenüber des scheinbar übermächtigen Konkurrenten sein, denn aus technischer Sicht bietet der Titel leider nur Durchschnittskost, obwohl dies auf der Wii nicht so deutlich wird wie beispielsweise bei der PC-Version.

Dualer Fahrspaß?
Das Spiel beginnt mit einigen leichten und überschaubaren Missionen, in denen ihr bereits in der Haut von "T.K." erste Aufträge erfüllt und gleichzeitig an die Steuerung herangeführt werdet. Um möglichst viel Abwechslung zu bieten, umfasst das Spiel zwei unterschiedliche Zeitepochen: Es erwarten euch im Laufe des Spiels sowohl die späten 70er Jahre als auch ein New York im Jahre 2006.

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Die Gesetzeshüter stehen leider viel zu häufig im Weg.
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Begonnen wird in den 70ern, denen ein sehr authentisches Flair spendiert wurde. Dies wird zum einen durch das Straßenbild erreicht, das typische Fahrzeuge und passend gekleidete Passanten beherrschen. Zum anderen sorgt das Radioprogramm, das ihr immer dann hört, wenn ihr in einem der zahlreichen Vehikel unterwegs seid, für echtes 70er-Flair. Viele lizenzierte Songs sorgen stets für einen guten Sound.

Die wohl größte Besonderheit der Wii-Neuauflage ist die Steuerung, bei der man versucht hat, das Potenzial der Bewegungssensoren von Wiimote und Nunchuk möglichst gut auszuschöpfen. Das Ergebnis erscheint zwar zunächst interessant, weist dann jedoch einige Designschwächen auf. Grundsätzlich benötigt ihr immer beide Controller, wobei ihr euer Fahrzeug allein per Nunchuk steuert, während ihr per Wiimote um euch schießt oder die Perspektive variiert.

Per Analogstick steuert ihr das Lenkrad, und die Tasten Z und C dienen der Betätigung von Gaspedal und Bremse. Eine Besonderheit ist die gleichzeitige Verwendung des Nunchuk als Handbremse. Sobald ihr den Nunchuk nach oben neigt oder ihn mit einer typischen Unterarmbewegung nach oben zieht, simuliert das ein beherztes Reißen an der Handbremse.

Probleme mit der Handbremse
Was sich zunächst cool anhört, behindert euch im Laufe des Spiels jedoch sehr häufig. Das resultierende Problem ist, dass ihr den Nunchuk immer gerade halten müsst, was zu einer eher unnatürlichen Handstellung führt. Sobald ihr den Nunchuk aus Gründen der Bequemlichkeit ein wenig neigt, fahrt ihr quasi mit angezogener Handbremse durch die Stadt, was im Extremfall sogar dazu führen kann, dass ihr selbst bei Vollgas überhaupt nicht mehr von der Stelle kommt.

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Dynamische Tag-/Nachtwechsel und belebte Straßen sind die Stärken des Spiels.
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Besonders ärgerlich ist es auch, wenn ihr den Nunchuk während einer Verfolgungsjagd versehentlich verreißt, was zu einer spontanen 180°-Drehung mit äußerst unangenehmen Folgen führen kann. Hinzu kommt der ohnehin sehr hoch angesetzte Schwierigkeitsgrad, der selbst ohne Steuerungshürden zu einigen Frustmomenten führt. Neben knappen Zeitlimits und geschickt agierenden Gegnern und Cops ist vor Allem der träge und dichte Straßenverkehr ärgerlich.

Bei Driver Parallel Lines habt ihr fast immer das Gefühl, inmitten der Rush Hour unterwegs zu sein, was angesichts des New-York-Szenarios zwar durchaus authentisch ist, dem Spieler allerdings eine Menge Geduld abverlangt. Selbst auf einem Motorrad ist es an manchen Stellen geradezu unmöglich, unfallfrei durch eine Straßenkreuzung zu kommen.

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Die Polizei im Rücken, den Gashahn am Anschlag und die Waffe in der Hand - als Driver müsst ihr das drauf haben!
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Aus diesem Grund solltet ihr permanent nach alternativen Wegen durch Parks, kleine Gassen und ähnlichem Ausschau halten. Leider wird die gesamte Zielfindung durch eine Minimap erschwert, die ihrem Namen alle Ehre macht. Diese Karte ist leider derart klein, dass ihr euch per Knopfdruck ständig die Vollbildkarte anschauen müsst. Von diesem Umstand abgesehen, macht das Befahren der Straßen in Parallel Lines relativ viel Spaß, was bei den Ansprüchen dieses Spiels auch von großer Bedeutung ist.

Ganz gleich ob ihr mit einem der zahlreichen Fahrzeuge oder auf einem Motorrad unterwegs seid, sorgt das Fahrverhalten für gute Unterhaltung. Seid ihr auf zwei Rädern unterwegs, werden euch Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern meistens großzügig verziehen und nur selten mit einem Freiflug bestraft.

Solltet ihr einen der zahlreichen Passanten übersehen und ihm ein Rendezvous mit eurer Motorhaube verschaffen, ruft er euch noch während des schmerzhaften Flugs ein paar Beleidigungen entgegen, die unsynchronisiert im englischen Original erklingen. In 32 Missionen wird euch primär fahrerisches Können abverlangt.

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Wenn gerade kein Fahrzeug zur Verfügung steht, seid ihr alternativ zu Fuß unterwegs.
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Um den Anforderungen zu genügen und dem ganzen eine individuelle Note zu verleihen, könnt ihr die geklauten oder geschenkten Karren in der Garage tunen, reparieren und veredeln. Von Leistungsupdates über Lackierungen bis hin zu grundlegenden Anbauteilen steht hier ein Spektrum bereit, das in Relation zum Genre beachtlich ist. Ebenfalls beachtlich sind die gerenderten Zwischensequenzen, die größtenteils sehenswert und atmosphärisch sind. Die teilweise etwas überzogene deutsche Synchronisierung fällt leider qualitativ ein wenig ab.