Driver: Parallel Lines (PS2 Review)
von Nedzad Hurabasic

Mit Driver: Parallel Lines geht die Driver-Reihe zum vierten Mal an den Start. Viele Fans hoffen nach dem misslungenen dritten Teil auf Besserung.

Unser Preview vor einigen Wochen schürte die Hoffnung, dass Sex-Appeal, Crime-Action und andere Zutaten zu einem richtig guten Spiel verschmelzen. Ob Driver 4 den geweckten Erwartungen gerecht wird und mehr sein kann als ein GTA-Klon? Wir sagen es euch.

Driver: Parallel Lines - Trailer 32 weitere Videos

The Kid goes crazy
"Herr Rossi auf der Suche nach dem Glück", so könnte der Beginn dieser Geschichte lauten. Nur heißt Herr Rossi in diesem Spiel nicht Rossi sondern T.K. Diese Abkürzung für "The Kid" dient als Versinnbildlichung für die Jugend des Protagonisten, der als 18-jähriger Jungspund im New York des Jahres 1978 aufregende Abenteuer erleben möchte. Da er außer Autofahren nicht viel kann, verdingt er sich beispielsweise als Fluchtfahrer bei Überfällen. Die kriminelle Karriere ist vorgezeichnet…

An dieser Stelle greift Spieler ins Geschehen ein. Er übernimmt die Steuerung von T.K. und wird alsbald ins kalte Wasser geworfen, nachdem das hübsch gemachte Intro vorüber ist. Schon sitzt ihr am Steuer eines Fluchtfahrzeugs, im Nacken die Gesetzeshüter mit heulenden Sirenen und Blaulicht. Als wäre das nicht schon genug, sitzt auf dem Beifahrersitz ein mürrischer Verbrecher, der nicht die Muße findet, die Schönheit New Yorks zu würdigen. Banause!

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nun gut, angeleitet durch einige Bildschirmeinblendungen - eine Art Mini-Tutorial - ist es kein Problem die erste Mission erfolgreich abzuschließen. Sofort im Anschluss flattert aber auch schon der nächste Auftrag herein, sodass wir keine Zeit zum Atemholen haben. Schnell wird klar, dass es dabei nur darum gehen kann, die Reputation von T.K. im Gangstermilieu zu verbessern und so Zug um Zug die Story voranzutreiben.

Packshot zu Driver: Parallel LinesDriver: Parallel LinesErschienen für PS2, XBox, PC und Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Freie Auswahl
Grundsätzlich steht es dem Spieler aber fast immer frei zu tun und zu lassen, was er will. Aufträge können an stetig wechselnden Orten abgeholt werden.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Farbige Indikatoren auf der Übersichtskarte der Stadt, die New York in drei große Abschnitte unterteilt, weisen darauf hin. Wer lieber nur der Geschichte folgen möchte lässt die Nebenaufträge einfach sausen. Bei diesen Einsätzen gibt es allerdings es jede Menge Geld und andere Goodies zu erbeuten.

Die Missionen sind abwechslungsreich gestaltet. Ob ihr euch als Fluchtfahrer, Geldeintreiber, Taxifahrer oder Autodieb verdingt oder an Straßenrennen oder Gefangenenbefreiungen beteiligt, steht euch frei. Das gewonnene Geld kann der Spieler in seinen Fuhrpark investieren.Allerdings ist dieser Aspekt aufgrund der ständig wechselnden fahrbaren Untersätze von untergeordneter Bedeutung.

Kriminelle Frustmomente
Der Schwierigkeitsgrad, einer der kritisierten Punkte im Preview, wurde leider nicht überarbeitet oder herabgesetzt und ist oft beachtlich hoch. Frustmomente sind somit vorprogrammiert.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen muss der Fahrer während der meisten Aufträge viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig tun. Er muss natürlich das Fahrzeug steuern, was aufgrund einer ziemlich schwammigen Steuerung und damit einhergehenden unpräzisen Lenkung bei hohen Geschwindigkeiten schon schwer genug sein kann. Zusätzlich steht der Spieler oft unter Zeitdruck und muss sich der Verfolgung von Polizei oder Gangstern erwehren oder diese seinerseits ausschalten. Da verwandelt sich das eigene Vehikel oftmals binnen kurzer Zeit in einen Schrotthaufen.Zwar gibt es quasi unbegrenzt Nachschub (T.K: klaut einfach eine neue Karre), das bringt den Spieler im Eifer des Gefechts aber nicht unbedingt weiter. Die Zeitvorgaben sind teilweise sehr knapp bemessen - um nicht zu sagen, frustrierend hart.

Destruction Derby
Beschädigungen an den Fahrzeugen sind nicht nur deutlich sichtbar, sie wirken sich auch deutlich auf das Fahrverhalten aus. Bis zum völligen Zusammenbruch respektive der Explosion des Wagens ist fast alles möglich. Wer Wagen ohne Dellen abliefert, bekommt folglich auch oft satte Boni zugeschrieben.

Glücklicherweise haben die Entwickler wenigstens an ein spielerfreundliches Speichersystem gedacht, das fast an jeder Stelle eigene Sicherungsstellen erlaubt und auch in regelmäßigen Abständen selbst Speicherpunkte anlegt. Vor allem bei längeren Missionen werden einzelne Etappen immer wieder gesichert. Bei kurzen Missionen ist es oft möglich, im Falle des Scheiterns so oft wie nötig erneut anzutreten.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Zurück in die Zukunft
Wer die Story-Missionen absolviert, bekommt zwischendurch immer wieder sehr gut aussehende und perfekt das Ambiente dieser Zeit wiedergebende Zwischensequenzen zu sehen. Für PS2-Verhältnisse sieht das sehr gut aus. Im Verlauf der Hauptgeschichte landet der Spieler später übrigens im New York der heutigen Zeit, womit natürlich auch das Aussehen der Stadt angepasst wird. Warum, das soll hier nicht aufgedeckt werden. Nur soviel sei gesagt: Die Geschichte vom verbrecherischen Aufsteiger wandelt sich dann zu einer Story des Rachefeldzugs, die dadurch aber leider ein wenig zu vorhersehbar und einseitig wird.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wen das stört, der kann aber nach wie vor jede Menge der abwechslungsreichen Nebenaufgaben angehen, bei denen sich durch das Sammeln von Tokens (Wertmarken) auch verschiedene Extras freischalten lassen.

Gib dir die Kugel
Natürlich geht es aber nicht nur ums Fahren: geballert wird auch, und das nicht zu knapp. Dazu stehen dem Helden anfangs nur einige wenig durchschlagskräftige Wummen zur Verfügung. Im Verlauf des Spielgeschehens ändert sich das aber zusehends. Später stehen auch auch vollautomatische Maschinenpistolen und Granatwerfer zur Verfügung.

Leider ist das Zielerfassungssystem nicht wirklich überzeugend. Per Tastendruck wird, wie von anderen Spielen gewohnt, die Waffe aktiviert und das erstbeste Ziel erfasst. Das muss aber nicht unbedingt unser feindliches Ziel sein. Auch unschuldige Passanten werden gerne anvisiert. Diese über den Haufen zu ballern bringt aber weder Vor- noch Nachteile und zieht auch keine Konsequenzen nach sich. Bis wir das richtige Ziel im Fadenkreuz haben, können auf diese Weise wertvolle Sekunden vergehen. Da die Gegner im Gegenzug aber allesamt Meisterschützen zu sein scheinen, sind das durchaus sehr entscheidende Momente.

Schlimm wird es aber, wenn uns Zielobjekte nahe kommen oder gar hinter uns geraten, wie es bei Verfolgungsjagden mit dem Auto öfter passiert. Dann verlieren wir das Ziel völlig aus den Augen und alles gerät aus dem Fokus. Chaos pur. Das hätte auch eleganter gelöst werden können, um die Nerven des Spielers schonen.Wenn sich bei den Verfolgungsjagden oder Schießereien Cops in der Nähe befinden greifen diese natürlich ein. Ergebnis: Der Spieler sieht sich plötzlich mit einer dritten Partei konfrontiert. Zwar werden Polizeifahrzeuge auf der Mini-Map angezeigt, doch wer bei halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Stadt rast, dabei versucht den Berufsverkehr nicht ständig zu rammen und zusätzlich andere Gangster auf Distanz halten muss, der hat dafür wohl kaum noch ein Auge.

Allerdings lassen sich die Polizisten relativ einfach abhängen. Seitenstraßen, die sich bestens dazu eignen, gibt es genug.

Augen auf beim Autoklau!
Visuell ist das Spiel für PS2-Verhältnisse absolut zufrieden stellend und bewegt sich im oberen Mittelfeld. Deutlich darüber sind die sehr guten Zwischensequenzen einzuordnen, denen ein gewisses Starsky- & Hutch-Feeling nicht abgesprochen werden kann.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Interessant sind auch die Schadensmodelle der Fahrzeuge, bei denen so ziemlich alles zu Bruch gehen kann. Von der Stoßstange über einzelne Scheinwerfer, die Motorhaube, Türen bis hin zu Scheiben, Reifen, Achsbrüchen und explodierten Motoren kann so ziemlich alles abfallen oder zertrümmert werden. Bemängelt werden muss jedoch, dass es gelegentlich zu Abstürzen kam, wenn das Spiel plötzlich bei voller Action einfror.

Der Soundtrack ist vor allem im New York der 70er Jahre überzeugend, später wird die Musik eher belanglos und verliert etwas von ihrem Reiz.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Lokalisation ist im Großen und Ganzen zufrieden stellend gelungen, wenn auch leider nicht annähernd lippensynchron. Die Soundeffekte wie Waffenfeuer und Motorensounds sind hingegen eher lasch und nicht übermäßig detailliert ausgefallen.

Driver: Parallel Lines - Der neueste Driver Teil ist am Start: Doch nur ein durchschnittlicher GTA-Klon?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 60/671/67
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Lokalisation ist im Großen und Ganzen zufrieden stellend gelungen, wenn auch leider nicht annähernd lippensynchron. Die Soundeffekte wie Waffenfeuer und Motorensounds sind hingegen eher lasch und nicht übermäßig detailliert ausgefallen.