Santa Monica, 19 Uhr: Die Sonne geht unter, der orange Schweif am Horizont legt sich schlafen und da ist sie, die schöne Italienerin: elegantes rotes Kleid, sexy Ausstrahlung und dieser Blick der Verführung, der sagen will: Komm her, heute Nacht gehörst du mir.

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Hallo? Mund zu! Hart arbeitende gamona-Autoren sind ja nicht nur in L.A., um schöne Frauen kennenzulernen, sondern um Spiele in die Mangel zu nehmen. Daher ist die italienische Schönheit auch weniger weiblich, mehr aus Aluminium und Karbonfasern denn Fleisch und Blut und hört auf den Namen Pagani Zonda Revolucion.

Ein Traum aus Karbon, der mit seinem wellenförmigen Design an einen Grand-Prix-Rennwagen erinnert und an der Startlinie des schottischen Kurses Kinloch schon danach giert endlich zeigen dürfen, dass er seine 2,5 Millionen auch wirklich wert ist. An der Startlinie lässt er schon mal die Muskeln spielen, aber klingt das auch richtig scharf? Antwort: Yep, der Sound hat sehr viel mehr Kraft und tonal mehr Wucht als in Gran Turismo, das ja traditionell auf eher gedämpfte Motorengeräusche setzt. Lady Pagani jedenfalls bäumt den Motor richtig schön auf und schreit die Kraft von 800 PS in die Weiten Schottlands.

Die Technik: vom Schnee verweht

„Wir operieren mit 30 Bildern pro Sekunde“ und dafür möchte und muss sich Game Director Paul Rustchynsky nicht entschuldigen, sondern liefert Erklärungen. „Bei uns gibt es keine Fakes, der komplette Lichteinfalle ist dynamisch berechnet. Das ist ein Feature, worüber wir in unserer Branche schon seit Ewigkeiten sprechen, was auf der PlayStation 3 aber schlicht kaum machbar war. Es wurde viel getrickst, jetzt hingegen wird jeder Schatten auch wirklich von einer Lichtquelle geworfen.“

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Nicht verzagen, gamona fragen: ist es draußen heiß, wartet in DriveClub jede Menge Eis. Nicht im Bild: beeindruckende Wettersimulation. Warum eigentlich nicht liebe Sonys?
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Und ja, die lange Verschiebung hat DriveClub verdammt gut getan. Es ist jetzt offiziell das schönste Rennspiel für die PlayStation 4 und läuft ungefähr en par mit Forza Horizon 2. Besonders beeindruckend sind Physik und Wettereffekte. Über den schottischen Kurs fegt ein regelrechter Schneesturm, wir können gar nicht anders als direkt in die Cockpit-Perspektive zu wechseln und mal zu schauen, wie realistisch sich die Eiskristalle verhalten. Paul selbst spricht von dynamischer Schneeverwehung und tatsächlich sieht das sehr realistisch aus.

Geben wir Vollgas, knallen die Schneeflocken mit größerer Wucht gegen unsere Windschutzscheibe, werden quasi zerrissen und zerlaufen in recht hohem Tempo nach links und rechts. Fahren wir eher langsam, zerfließt der Schnee mehr. Und damit ist nicht getan, denn im Grunde wird der Weg jedes einzelnen Partikels berechnet. Das Wetter ist dynamisch, folgt auf den Schneesturm ergo die Sonne, verwandelt sich die weiße Pracht auf der Strecke in große Pfützen und regelrechte Schlammlöcher. Rasen wir hier jetzt durch, spritzt der Matsch auf unsere Windschutzscheibe und auch die Scheibenwischer können nicht verhindern, dass sich leichte braune Schlieren bilden.

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Das ist schon wirklich „Wow!“ und ein Detailgrad, den es zwar so ähnlich schon mal in Dirt gab, dort war er allerdings geskriptet. Sprich das Auto fährt durch den Matsch und wird immer gleich schmutzig, egal mit welcher Geschwindigkeit die Räder den Schmutz hochwirbeln.

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Inspiriert von Forza Horizon, trotzdem cool: der Gesamtsieg ist weniger wichtig als auf bestimmten Streckenabschnitte Punkte für perfekte Kurven, Drifts und Überholmanöver einzusacken.
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Die Fahrphysik: Zwischen Gran Turismo und Grid

Und wie fährt es sich? Signorina Pagani ist schon eine kleine Diva und zickig, wird aber nie so giftig wie in einer Hardcore-Simulation Marke Gran Turismo 6. Die Evolution Studios stehen von ihrer Firmenvita zwischen Simulation und Arcade, zwischen der WRC-Rallye-Reihe und Motorstorm. Die Balance zwischen Geschwindigkeit und Handling funktioniert, die Autos brechen auch mal aus, Verbremser werden aber nicht allzu hart bestraft und die klare Streckenführung ermutigt zu Drifts, geht also Richtung Grid 2.

Zudem ist das Fahrgefühl von Fahrzeug zu Fahrzeug sehr unterschiedlich. Leichtgewichte mit einer Tonne wie der Pagani oder Koenigseggs Agera R in der 2013er Version beschleunigen physikalisch korrekt ganz anders aus der Kurve heraus als ein BMW M6, der mit 1,7 Tonnen fast das Doppelte bewegen muss und 250 PS weniger unter der Haube hat.

Rattenscharf ist die Immersion mit einem echten Racing-Seat und Thrustmaster-Lenkrad-Pedal-Gear-Shifter-Kombi. Wir sehen aus der Cockpit-Perspektive nämlich nicht nur das schicke Leder-Interieur der Supersportler, sondern auch wie die Hände agieren. Und zwar nicht nur am Lenkrad, das gibt es ja schon ewig, sondern vor allem bei der Gangschaltung. Unser Pilot macht alle Handgriffe simultan, haben wir ergo die Hand an der Gangschaltung und wechseln vom Dritten in den Fünften, macht unsere Figur das auch. Es ist eine Kleinigkeit, die aber Motorsport-Enthusiasten richtig Laune machen dürfte.

Ambitionierter Social-Raser mit sehr beeindruckendem Wettersystem, der sich allerdings mehr an Supersportler-Liebhaber als Auto-Profis richtet, die jedes kleinste technische Detail selbst optimieren wollen.Ausblick lesen

Vor allem im Zusammenspiel mit Project Morpheus, wobei diese Funktion erst im ersten Quartal 2015 freigeschaltet wird, dem Launch-Fenster für Sonys VR-Brille. Leider, leider konnten wir das vor Ort noch nicht ausprobieren, sondern nur dem Game Director zuhören, wie er davon schwärmt völlig vergessen zu können, dass man gerade vor der Konsole im Wohnzimmer sitzt und sich viel mehr wie in einem echten Auto zu fühlen.

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Red Eagles der E3: DriveClub will das Battlefield der Rennspiele werden und setzt stark auf Community-Einbindung und den Aufbau des namensgebenden Rennfahrer-Clubs.
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Das Battlefield der Rennspiel-Szene

Paul Rustchynsky will aber ohnehin mehr als einfach nur ein gutes Rennerlebnis abliefern: „Wir haben uns gefragt warum eigentlich nie ein Rennspiel die Beliebtheit und den Hype der großen Shooter wie Call of Duy oder Battlefield genossen hat“, erklärt er. „Die Magie dahinter ist schnell erklärt: die Leute gewinnen und verlieren im Team. Jeder ist wichtig, jeder ein Zahnrad im Uhrwerk.“ Rennspiele hingegen basieren seiner Meinung nach in erster Linie auf Egotouren, was „völlig absurd ist. Schließlich würde Sebastian Vettel in der Formel 1 ohne seine exzellente Boxencrew auch nicht von Sieg zu Sieg fahren. Motorsport ist ein Teamsport“.

Pauls Team will hier ergo jeden individuell fordern und fördern: „Nicht jeder hat den Ritt auf Messers Schneide drauf und fährt immer auf Ideallinie“, erörtert der Brite, der schon an uralten Klassikern wie WRC Rally Evolved auf der PlayStation 2 mitgearbeitet hat. „Aber das macht ja auch nichts, in Battlefield 4 gibt es auch Spieler, die nichts treffen. Die spielen dann eben den Sanitäter, verarzten ihr Team und leisten so einen wertvollen Beitrag“.

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Achtet mal auf die aufgewirbelte Gischt hinter dem Fahrzeug. Spannend ist auch, wie sich Regen und Erde zu Schlamm vereinen oder aus Eis bei Sonneneinstrahlung Matsch wird.
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Und so funktioniert es: überfährst ihr auf der Strecke rote Markierungen, wird eine zufallsgenerierte Blitzherausforderung gestartet: Haltet die Ideallinie für 30 Sekunden, zieht einen möglichst langen Powerdrift oder haltet die Geschwindigkeit 250 km/ für eine gewisse Zeit. Eine tolle Idee, die für viel Abwechslung im oft tristen Rennfahreralltag sorgt. So erfinden die Evolution Studios das Rad zwar nicht neu, aber bringen mehr Pepp auf die Strecke.

Wer die Geistdaten des besten Fahrers auf den Kurs beamt, hat mehr Spaß bei Zeitfahrten. Zur Belohnung gibt’s Fame-Punkte, so bauen wir eine Fangemeinde auf. Interessant: wir spielen nur in der Karriere für uns, im Multiplayer schließen wir uns hingegen mit einem Team von maximal 12 Spielern zusammen und teilen uns Punkte und Geld für Reifen, Felgen, Motoren und neue Autos mit ihnen.