Driv3r (XBox-Test)
(von Andreas Schnäpp)

Tanner ist zurück! Schon vor dem Release hat Atari kräftig an der Werbetrommel gedreht und unzählige TV-Clips flimmerten über die heimischen Monitore. Ob sich Tanners Rückkehr gelohnt hat oder besser dort geblieben wäre, wo der

Pfeffer wächst, erfahrt Ihr in unserem gnadenlosen Test!

Hey man, wo ist mein Auto?

Seit Tanners letztem Auftritt auf Sonys PSOne hat sich recht wenig an der Hauptcharakter der Geschichte getan: Tanner ist immer noch Undercover

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Polizist, nur noch einen Tick brutaler und gefährlicher als in den Vorgängern. Risiko ist sein alltäglicher Lebensinhalt und Autorität ist ein Fremdwort für ihn. In Miami will eine Gang von Autodieben 40 der teuersten Wagen der Welt an einen geheimnisvollen internationalen Käufer liefern. Die Bande stiehlt die Wagen in Miami und Südfrankreich und koordiniert den Verkauf in Istanbul, das Tor von Europa nach Asien. Aus diesem Grund hat sich Tanner unter den Autodiebring gemischt und nimmt dort den Posten eines Fluchtfahrers ein. Fest entschlossen dem kriminellen Autohandel Einhalt zu gebieten und die Identität des Käufers aufzudecken, beginnt das wohl gefährlichste Abenteuer des Undercover Cops, den die Szene nur als "Der Fahrer" kennt.

Mittendrin, statt nur dabei
Gleich zu Spielbeginn werden wir mit einer wirklich schönen, vorgerenderten Introsequenz ans Spielgeschehen herangeführt.

Driv3r - Erfolgreiche Rückkehr oder ein Schuss in den Ofen? Lest selbst!

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Kurze Zeit später finden wir uns auch schon in unserer virtuellen Wohnung wieder und ein großer Schriftzug prägt den Bildschirm: Fahr' zum Polizeirevier. Gesagt - Getan.

Dank unseres Untersatzes mit vier Rädern sind wir nach einer kurzen Fahrt schon dort und werden direkt geschockt: In der Lobby begrüßt uns ein anderer Polizist und gibt den Schießstand für uns frei. Fragt sich nur: Wo bleiben die Animationen? Zu Beginn durften wir uns ein durchaus gelungenes Intro zu Gemüte führen und jetzt müssen wir uns mit einem NPC begnügen, dessen Gesichtsausdruck lebloser als die zu bearbeitenden Pappschilder ist?
Somit wurde die Filmatmosphäre gekonnt zunichte gemacht - wir denken uns den Rest und setzen unseren Auftrag fort: Mit gezückter Waffe nehmen wir die ersten Meter durch den Trainingsparcour auf uns und werden erneut vor ernüchternde Tatsachen gestellt: Die Steuerung zu Fuß lässt sehr zu wünschen übrig, was sich unter anderem dadurch bemerkbar macht, dass man Anfangs selbst an Türen hängen bleibt, anstatt diese zu durchqueren.

Vom Rennen und gleichzeitigem Schießen kann man an dieser Stelle nicht mehr als ein Wort sagen: grausam. Das erfolgreiche Treffen kann man eher als Zumutung anstatt Übung beschreiben, worauf wir im späteren Teil unseres Reviews etwas genauer eingehen werden. Mit einer bescheidenen Trefferquote von 50 Prozent verlassen wir den Schießstand wieder und sind erleichtert, dass wir diese Tortour nicht noch einmal wiederholen müssen und stattdessen schon das nächste Ereignis vorprogrammiertist: Irgendwo in Miami hält ein Verbrecher, wie sich später herausstellt Baccus, eine Geisel gefangen. Unsere Aufgabe ist es, einem Polizeiwagen bis zum Einsatzort zu folgen. Ach, das macht Spaß - wir lassen unserem Bleifuß die volle Freiheit und setzen unsere Fahrt mit Vollgas zwischen anderen Verkehrsteilnehmern, Straßenlaternen und sonstigen Hindernissen fort, bis wir den Ort des Geschehens erreicht haben.

Packshot zu Driv3rDriv3rErschienen für GBA, PS2, XBox und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Während ein Eingang schon von der Polizei umstellt ist, sollen wir uns einen anderen Weg ins innere des Hofes suchen. Nach ein paar Metern körperlicher Betätigung treffen wir schon auf die ersten Gegner und dürfen unsere "Zielkünste" auf die Probe stellen: Mit Bravour setzen wir unzählige Schüsse gekonnt gegen die Häuserwand und die bewaffneten Gegner würden sich an dieser Stelle vermutlich kaputtlachen und unser Leben mit ein paar gezielten Schüssen beenden.

Ein Glück, dass unsere virtuellen Widersacher nicht im Zielwasser gebadet haben und wir diese nach ein paar weiteren Versuchen ins Jenseits befördern konnten. Anscheinend haben die Jungs von Reflections Interactive nicht nur uns eine verkorkste Steuerung zu Fuß verpasst, sondern auch unseren Gegnern. Wir begeben uns in innere des Hofs, wo wir schon auf die nächsten zwei Widersacher treffen, die sich hinter Autos und Kisten verbarrikadiert haben. Nachdem wir die beiden letzten Gegner erfolgreich mit unseren Kugeln bearbeitet haben, bietet sich uns schon das nächste gescriptete Ereignis: Baccus will fliehen! Wir schnappen uns das nächste Auto, treten mit Vollgas auf das Gaspedal und verschönern des Asphalt mit einem ordentlichen Burnout...

Keine Chance für Langeweile
Während unseres Tests haben uns die Undercovermissionen teilweise äußerst positiv überrascht: Vielfalt wurde in den Fahrmissionen groß geschrieben und so dürfen wir uns während des Durchspielens auf viel Abwechslung im Missionsdesign freuen.

Angefangen bei Verfolgsjagden geht das Missionsrepertoire über bis zu richtigen Destruktionstouren: Während seiner Undercoverarbeit muss Tanner einer anderen Gang

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Respekt einflößen, um in Calitas Autoschieberbande akzeptiert zu werden. So darf man mit einem Sportwagen mal richtig die Sau rauslassen und einfach ein paar Häuser zerstören.

Mit 90 Sachen durch Baugerüste zu brettern und dabei noch den ein oder anderen Gegner auf der eigenen Motorhaube eine Mitfahrgelegenheit zu bieten, hat noch nie soviel Spaß gemacht. Ein richtiges Highlight der Undercoveraufträge ist jedoch eine Verfolgungsjagd, in der man im hinteren Teil des LKWs sitzt und von dort aus mit Granatenwerfern oder Maschinenpistolen auf die Verfolger schießt. Soviel Spaß die Missionen mit fahrbaren Untersätzen auch machen, so ernüchternd und vermurkst sind die Missionen zu Fuß.

Nachdem man einen Verbrecher bis zu einer Bootswerft gejagt hat und dort schon Gegnermassen auf den Spieler warten, ist meistens nicht mehr als stures Dauerfeuer angesagt. Bis man nämlich jeden einzelnen Gegner anvisiert hätte, dürfte man schon längst die Radieschen von unten betrachten. Dass diese Dauerfeueraktionen nicht die Krone der Effektivität darstellen und deswegen des öfteren im Tod des Spielers enden, muss man nicht sonderlich hervorheben. Im Allgemeinen laufen die Missionen Zu Fuß alle gleich ab: Zuerst infiltriert man ein Gebäude, tötet dabei einfach alles, was sich bewegt und schießt sich somit den Weg bis zum Missionsziel frei. So liegt die Schwierigkeit meistens nicht im Missionsziel, z.B. vier Bomben in einer Jacht anzubringen, sondern allein darin, überhaupt einmal die Gegner zu treffen und auszuschalten, bevor sie es mit dem Spieler tun. Solche Unterfangen strapazieren auf Grund der ungenauen Steuerung nicht nur die Finger, sondern auch die Nerven des Spielers, was zwischenzeitlich zu wahren Spielspaß-Tiefs führt.Wirklich schade ist weiterhin, dass man während der streng linearen Undercovermissionen nicht gerade viel der jeweiligen Schauplätze zu Gesicht bekommt und deswegen auf die "Freie-Fahrt" Fahrspiele angewiesen ist, von denen es sechs verschiedene Modi gibt:

Im Modus "Verfolgungsjagd" muss man den Wagen des Gegners zerstören, bevor die Zeit abläuft. In "Nichts wie Weg" soll man die Polizei innerhalb einer vorgegebenen Zeit abschütteln und vor ihr entkommen. "Trail Blazer" ist für die richtig präzisen Fahrer eine wahre Herausforderung: In der ganzen Stadt ist eine Spur von Kegeln verteilt, die man umfahren muss. Pro Kegel bekommt man eine weitere Sekunde Zeit und muss versuchen in der vorgegebenen Zeit das Ziel zu erreichen. "Überleben" sagt schon alles - wahnsinnige Polizisten rammen und versuchen unseren Wagen zu Schrott zu fahren. Je länger man überlebt, desto besser. Von einem Kontrollpunkt zum nächsten muss man im "Checkpoint-Rennen" fahren.Der Modus "Tor-Rennen" dürfte wohl ebenfalls allen Spielern bekannt sein: Man muss durch so viele Kegeltore wie möglich fahren und pro umgeworfenen Kegel wird Zeit abgezogen. Um zu gewinnen, muss man alle Kegeltore durchfahren haben, die jedoch immer schmaler werden.

Alte Traditionen
Wie man sieht wurde nicht besonders viel am Spielprinzip verändert. Der Abstecher zu Fuß wurde dank der ungenauen Steuerung perfekt in den Sand gesetzt und selbst alte Fehler macht man erneut: Mit Driver 2 wurde Sonys PSOne schon vor vier Jahren überfordert und so durften die Spieler sich in großen Verkehrsansammlungen über bestenfalls 5FPS (Frames Per Second / Bilder pro Sekunde) "freuen". Wieso man diese Tradition unbedingt beibehalten musste, ist sehr fraglich, denn genug Power hat Microsofts Spielklotz alle mal.

Das ganze kann man natürlich auch sehr ironisch auffassen:Dem Spieler werden dadurch ganz neue Herausforderungen gestellt. Wenn man mit Affenzahn durch dichte Stadtgebiete düst und aus dem Nichts plötzlich PKWs, LKWs oder Passanten auftauchen, ist der Crash schon vorprogrammiert. Leider werden auch ganz normale Stadtrundfahrten nicht von solchen unschönen "Pop-Ups" verschont:

Da fährt man gemütlich mit 80 km/h durch den Stadverkehr, lässt den Taxifahrer auf der rechten Spur ein bisschen am Auspuff nuckeln und was sieht man schon an der nächsten Kreuzung? Nach und nach baut sich die ganze Stadt auf, was nicht nur richtig schlecht aussieht, sondern in stärker befahrenen Gebieten zu richtig üblen Ruckelpartien führt.

Zwar ziehen sich diese meistens nur auf maximal 5 Sekunden Länge heraus, aber in diesen 5 Sekunden kann viel passieren: So macht man die äußerst freudige Bekanntschaft mit einer Laterne, während man einen Verbrecher verfolgt.

Betatester - Ein Traumjob
Neben der vermurksten Steuerung zu Fuß können unter anderem auch kleine, fiese Ungeziefer richtig nerven, die sich in Driv3r leider noch viel zu oft finden lassen. Dabei muss man jedoch zwischen zwei Sorten unterscheiden: Die Bugs, die dem Spieler helfen und die Bugs, die den Spieler zur Weißglut bringen.

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An dieser Stelle möchten wir zuerst auf die "netten" Käfer eingehen.

In bekannten Online-Shootern greifen viele Spieler zu fiesen Cheats, wie zum Beispiel Wallhacks. Diese nicht zu unterschätzende Randgruppe wird mit Driv3r ihre Heidenfreude haben, denn im Spiel kann man tatsächlich durch viele noch so dicken Wändeund Türen schießen. Während unseres Tests sind wir unzählige Male an einer Mission in Miami gescheitert und wollten etwas vorsichtiger vorgehen.

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Wir bewegen uns auf eine Tür zu und wissen durch die vorigen Versuche schon, wo der Gegner steht und zielen einfach mal auf die Tür - und siehe da: Das Steuerkreuz wird an einer bestimmten stelle Rot. Wir justieren unser Zielkreuz und drücken ab - kurz danach hören wir etwas auf den Boden fallen und wollen uns vergewissern, ob es tatsächlich funktioniert hat: Ja, der Gegner liegt regungslos am Boden! Absolut unrealistisch, aber durchaus möglich. Die andere Sorte der Bugs wirkt sich in Driv3r zum Frust des Spielers aus. Zu richtigen Wutausbrüchen kann der Spieler unter anderem neigen, wenn man zum x-ten mal versucht hat, einen Wagen zu verfolgen und man etwas zurückgefallen ist, man den Wagen aber immer noch sieht und plötzlich die Worte: "Du hast ihn verloren!" den Bildschirm belagern.Noch schlimmer ist es dann nur noch, wenn man wegen einer Straßenlaterne zurückgefallen ist, die mindestens einen halben Meter neben dem Wagen stand und man sie angeblich trotzdem gerammt hat und deswegen ins Schleudern kommt. In solchen Momenten würde man am liebsten vor Wut den Xbox Controller irgendwo in eine Ecke des Zimmers katapultieren. Hier kann man wirklich sagen, dass die Tester ihre "Traumjobs" in der Spielbranche zu wörtlich genommen haben: Ich (!) habe seit langem kein so mit Programmierfehlern strotzendes Spiel mehr gesehen. Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass besonders der erste Driver Teil spielerisch und technisch zu der Zeit ein Hit war.

So dürfen die PC Spieler wenigstens auf eine entbugte Version hoffen. Falls dann trotzdem Fehler übrigbleiben, kann man diese auch im nachhinein patchen, aber die Konsolenkundschaft dürfte schon ziemlich schwer enttäuscht sein. Die Entwickler hätten lieber ein paar weitere Monate in das Feintuning stecken sollen, anstatt den Titel in so einem unreifen Zustand auf den Markt zu werfen. Na, welchen nehm' ich denn heute? Diese Frage wird man sich des öfteren stellen, wenn man durch eine der drei Städte fährt, die Driv3r als Schauplatz dienen. Ob Motorrad, Kombi, Porsche oder LKW - die Auswahl lässt keine Wünsche offen. Selbst an "Exoten" wie Gabelstaplern oder Go-Karts kann man sich im Spiel nach ausgiebiger Suche bedienen und diese für seine fiesen Machenschaften nutzen. Ein kleiner Tipp meinerseits: Man nehme einen Gabelstapler, suche eine Brücke und gönne den Autos einen Freiflug ;) Ein besonderes Lob können Reflections Interactive sich definitiv für die Schadensmodelle der Autos einheimsen. Noch nie war Zerstörung von Autos schöner und damit man diese Momente der Schrottproduktion auch festhält, wurde dem Spieler ein Tool ans Herz gelegt: Mit dem Filmregisseur kann man seine wagemutigsten Verfolgungsjagden, kühnsten Sprünge oder durchgeknalltesten Amokfahrten für Freunde und Xbox Live Jünger auf der ganzen Welt festhalten und mit Spezialeffekten versehen.Schön ist weiterhin, dass die Autoschäden sich physisch korrekt auf das Fahrverhalten der Wagen auswirken und man größte Probleme beim manövrieren hat, wenn z.B. einer der Reifen zerschossen wurde. Jede Münze hat zwei Seiten und die vielen Autos haben auch ihre "Nachteile": Zwar hört die Zahl allein sich schon unheimlich verlockend an, eine Spritztour mit einem der Vehikel zu unternehmen, doch leider steuern diese sich größtenteils gleich.

Hierbei wurde anscheinend nicht sonderlich Wert auf die Details gelegt und als "normaler" Spieler merkt man nur bei gravierenden Vergleichen, z.B. zwischen Sportwagen und Kombis, wirkliche Unterschiede in der Fahrphysik und die meisten Autos der "Mittelklasse" fühlen sich gleich an. Das schlägt besonders zu Buche, da man sich in Driv3r, wie der Name schon sagt, in Autos fortbewegt.Schön ist weiterhin, dass die Autoschäden sich physisch korrekt auf das Fahrverhalten der Wagen auswirken und man größte Probleme beim manövrieren hat, wenn z.B. einer der Reifen zerschossen wurde. Jede Münze hat zwei Seiten und die vielen Autos haben auch ihre "Nachteile": Zwar hört die Zahl allein sich schon unheimlich verlockend an, eine Spritztour mit einem der Vehikel zu unternehmen, doch leider steuern diese sich größtenteils gleich.

Hierbei wurde anscheinend nicht sonderlich Wert auf die Details gelegt und als "normaler" Spieler merkt man nur bei gravierenden Vergleichen, z.B. zwischen Sportwagen und Kombis, wirkliche Unterschiede in der Fahrphysik und die meisten Autos der "Mittelklasse" fühlen sich gleich an. Das schlägt besonders zu Buche, da man sich in Driv3r, wie der Name schon sagt, in Autos fortbewegt.