40 Grad im Schatten, die Sonne knallt und die hellgrünen Blätter der Palmen starren stumm auf unsere Köpfe hinab; bewegungslos in der Windstille. Es ist Sommer, es ist heiß, es ist Spanien: Anfang Juli landet die DreamHack in Valencia, schleicht durch die weiten Hallen des Feria-Kongressgebäudes und bringt die Internet-Leitungen zum glühen. Bewaffnet mit Kamera und Presseausweis schleusen wir einen gamona-Fighter in den LAN-Bereich und krabbeln durch die engen Gänge bis zum Herzstück der Hallen: Der Todesstern selbst!

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Zocken mit dem Todesstern

Darth Gutierrez (ausgeschrieben: Jose Francisco Guzman Gutierrez) kommt aus Valencia und möchte die Welt vernichten - habe ich gesagt ‘Welt vernichten’? Ich meinte natürlich ‘einen Todesstern modden’! Und das hat er auch geschafft; sein Liebhaber-Case-Mod leuchtet vorbei an etlichen Zockern und flimmernden Bildschirmen der DreamHack-LAN-Party. Mit einer der berühmtesten Raumstationen der Sci-Fi-Geschichte Overwatch zocken? Gutierrez hat den Traum wahr werden lassen.

DreamHack: It’s a Mod! - Mit dem Todesstern auf der größten LAN-Party der Welt

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Der Todesstern erstrahlt auf dem DreamHack
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In einem Interview ringe ich dem Case-Modder die Konstruktionspläne seines Todessterns ab und erfahre mehr über ein leuchtendes Kühlsystem aus Berlin und Acrylglas, das als runde Hülle fungiert. Auch die Laser dürfen nicht fehlen: Denn natürlich ist der Todesstern keineswegs unbewaffnet.

Specs für Techs

Der Todesstern-Case ist zu 100 % aus Polymethylmethacrylat, kurz: Acrylglas. Das Besondere: Acrylglas schmilzt bereits bei etwa 100 °C und kann sehr leicht beschädigt werden. Im Case befindet sich die übliche PC-Hardware, um welche sich die Kabel und Röhren des Kühlsystems schlängeln (das in Berlin erworben wurde!). LED-Leuchten sorgen für den netten Lichteffekt, während über ein kleines LCD-Display unter der kugelrunden Hülle alle wichtigen Daten angezeigt werden: Temperatur, Spannung, CPU- und GPU-Daten. Die Anzeige wird mit dem kostenlosen Programm LCDHype erstellt. Zu guter Letzt simulieren eingebaute Laserpointer die berühmte Waffe des Sternenzerstörers - allerdings waren diese auf dem Event verboten, weswegen wir sie nicht einschalten durften.

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Gutierrez und sein Case-Mod
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Die größte LAN-Party der Welt

Tausende von Displays, Towern und eingefleischten Zockern: Bei 40 °C Außentemperatur sollte man meinen, die Hallen des Events würden einem Backofen gleichkommen, doch nichts da: Die Luft ist angenehm frisch und kühl, die Atmosphäre entspannt. Neben den Tischen türmen sich Matratzen, Kissen, Zelte; es gibt wilde Lichterketten-Konstruktionen, Cosplays und tanzende Scheinwerfer-Muster an den Wänden. Wie lebt es sich auf einer mehrtägigen LAN-Party?

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Verrückte Cosplays überall: Hier ein SMITE-Cosplay mit unserer gamona-Redakteurin
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Also, das Leben ist … nun, wir übernachten hier, wir zocken und kommen zusammen mit all den anderen Leuten. Wir reden über Spiele, Computer und andere Dinge. Die Leute hier machen einfach, was sie wollen.

Gutierrez ist ein alteingesessener LANer. Er besuchte früher die Events der Campus-Party, unter anderem auch in Berlin. Für dieses Zocker-Festival hat er auch den Todesstern konstruiert sowie andere Case-Mods, die sich sehen lassen können. Auf der DreamHack fällt er durch das Case sofort auf, ebenso jedoch das Kissen neben seiner Tastatur - schläft er etwa an seinem Platz, frage ich ihn.

Naja, man versucht so wenig wie möglich zu schlafen und wenn es vorbei ist, legt man sich für vier oder fünf Tage ins Bett.

Mit Zelt und Sternenzerstörer

Das Leben auf der DreamHack ist intensiv und auslaugend, ganz ähnlich einem Musikfestival. Zwar findet es nicht im Freien statt, aber durch das obligatorische Meer aus Zelten durften wir dennoch waten - ein bisschen obskur mutet der Zeltparkplatz schon an, doch für ein paar Stunden Schlaf zwischendurch ist er sicherlich besser geeignet, als das sogenannte “Schreibtisch-Bett”.

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Geschlafen wird zumeist im Zelt - aber das nicht im Freien, sondern in einer anderen Halle
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Duschen gibt es auch und die Imbisse versorgen LANer sowie Besucher mit allem Nötigsten, also Energydrinks, Kaffee und Pommes. Zumindest bis 22 Uhr, dann schließen die Läden und die Nacht kann beginnen.

“Es ist ziemlich verrückt, es werden etliche Turniere abgehalten und immer ist jemand wach.

Gutierrez gibt jedoch zu, dass viele nicht nur aus Liebe zu ihrem Computer am Platz schlafen (wenn sie überhaupt nächtigen): NASA-Rechner, Case-Mods und selbst einfache Gamer-Laptops laufen leider Gefahr, gestohlen zu werden. Deswegen wechseln sich die meisten Besucher der LAN-Party mit ihren Freunden ab, falls sie sich zurückziehen wollen. “Die Security macht nichts”, berichtet er und fügt an, er habe seit 24 Stunden nicht geschlafen, da er noch auf einen Freund warte, der sich mit ihm abwechselt.

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Die DreamHack 2017 in Valencia
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Doch das sind alles nur kleinere Übel, die gern ausgehalten werden: Es gilt vielmehr, dabei zu sein, wenn tausende Gamer zusammen auf der größten LAN-Party der Welt ihre PCs verbinden - und zocken!