Drakensang: Am Fluss der Zeit – Phileassons Geheimnis – Test

PC

Entwickler pleite, Addon kommt trotzdem - schlechtes Omen?

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von Nedzad Hurabasic, 27. August 2010 12:00 Uhr

So kann man sich irren. Im Preview zu Drakensang 2: Phileassons Geheimnis hatte ich noch den Eindruck, dass im allgemeinen Tohuwabohu um die Pleite von Entwickler Radon Labs die Qualität des Rollenspiel-Addons nicht gelitten hatte und eine Enttäuschung für Fans nicht zu befürchten sei.

Wie sich nach Begutachtung des "fertigen" Werks nun erwiesen hat, lag ich mit dieser Einschätzung daneben. Bereits ein Blick in das Handbuch lässt Schlimmes erahnen, wie sich schon sehr schnell bestätigen soll…

Gewohnte Umgebung

Ein technisch sauber implementiertes Addon, von der Qualität des Hauptspiels ist die mickrige Erweiterung jedoch meilenweit entfernt.FazitStatt wie üblich die vielen hübschen Neuerungen von Drakensang 2: Phileassons Geheimnis anzupreisen und zu erklären, liest sich das Heftchen eher wie ein Geschichtsabriss des Drakensang-Universums inklusive Biografie der wichtigsten Person - Asleif "Foggwulf" Phileasson. Immerhin: Die neuen Inhalte wurden makellos in das Hauptspiel integriert und starten am Hafen von Nadoret mit einer Wächterquest, die schließlich eine lineare Questabfolge ohne große Überraschungen oder Höhepunkte initiiert.

Screenshot zu: Entwickler pleite, Addon kommt trotzdem - schlechtes Omen?Trotz schöner Zwischensequenzen bleibt Phileasson als Hauptfigur blass.

Wer seine bestehende hochlevelige Abenteuerergruppe weiterverwendet, dürfte mit den neuen Herausforderungen keine Probleme haben. Neu erschaffene Helden sind jedoch mit den Missionen überfordert.

Dabei beginnt alles sehr atmosphärisch, die Umgebung ist prachtvoll in Szene gesetzt, die Sprecher erledigen einen tadellosen Job und die bezaubernde Hintergrundmusik webt ein feines, atmosphärisches Netz. Insgesamt gab es im Vergleich zum Hauptspiel praktisch keine Veränderungen hinsichtlich des technischen Unterbaus. Ob Interface, Kampfsystem, Gruppenstruktur oder auch Charakterindividualisierung - hier bleibt alles beim Alten. Wer „Am Fluss der Zeit“ gespielt hat, findet sich also umgehend in der gewohnten Spielwelt zurecht und das Addon wirkt daher wie eine bestens integrierte Quest.

Screenshot zu: Entwickler pleite, Addon kommt trotzdem - schlechtes Omen?Um an einen der Sphärenrisse zu gelangen, müssen wir einen steinernen Wächter beseitigen.

Wie sich aber nach zwei bis drei Stunden herausstellt, ist Phileassons Geheimnis auch genau das - und nicht mehr. Von all den auf der Verpackung angepriesenen Quests, neuen Gegnern, neuen mächtigen Waffen und Gegenständen, Zauber oder Fertigkeiten ist über die Hauptquest hinaus nur sehr wenig zu sehen. Und um die abzuschließen, werden erfahrene Rollenspieler kaum länger als sechs bis acht Stunden benötigen. Und auch die spult man leider eher lustlos ab, weil von den großen Stärken des Hauptspiels kaum etwas zu sehen ist.

Wo sind die unterhaltsamen Charaktere und ihre Geschichten geblieben? Warum werden wir mit einer stringent erzählten Handlung bei Laune gehalten, die uns immer wieder in stinklangweilige, generische Dungeons führt, anstatt neue Landschaften erkunden zu lassen?

Kommentare 10
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pbieranspbierans16.10.2010 12:19

Technik und Optik sind bei DSA für RPler nicht so extrem wichtig, aber sieh verlangen nach tollen Quests wie "damals" bei den Pen-And-Paper Spielabenden. Und genau da wird in diesem Spiel versagt? Offensichtlich ein vorhersehbarer epic fail.
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pbieranspbierans16.10.2010 12:16
Meine Zeit dann mit Nehrim zu verbringen war dann wohl eine gute Entscheidung. Ein Jammer. DSA lebt von den Quests. Technik und Optik sind hier nicht so tragend - und genau da versagen sie - offensichtlicher epic fail.
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maxe19.09.2010 22:54
Der Redakteur hat völlig recht! Ich kann der Bewertung in vollem Maße zustimmen. Ein sehr kurzes Abenteuer fast ohne Nebenquests mit einem schwächlichem Phileasson und vielen "Wiederholungen". Wirklich schade!
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SkidrowSkidrow27.08.2010 22:14
@ Zepheus

Dann sind dir bisher aber einige echte Perlen entgangen... egal ob das Shooter wie Far Cry und Crysis sind (wobei letzteres zwar allgemein ne große Beliebtheit hat, mich jedoch nicht überzeugte), über RPGs wie Gothic oder eben Drakensang... und wenns um Wirtschaftssimulationen geht ist Deutschland sowieso ne Hochburg...

Woher das fehlende Vertrauen? Oo
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Streß bei DSA, der Link...27.08.2010 13:54
Hallo, jetzt habe ich in der Eile ganz den Link zu meiner Behauptung vergessen:

www.alveran.org/index.php

Hier könnt Ihr alles nachlesen. Es sieht nicht gut aus um das DSA-Universum. :(
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Nichts als die Wahrheit, leider...27.08.2010 13:51
Also ich fand Drakensang immer sehr hübsch anzusehen. Vielleicht mag ich einfach den Grafikstil, die schön erzählten Geschichten, die Gesichter der Leute, das Drumherum. Es ist natürlich nicht so eine raue Welt wie die von Gothic, aber das ist auch gut so. Es soll ja kein anderes Spiel kopieren, sondern etwas Eigenes sein.

Nur das Addon hier, daß habe ich auch liegen lassen, zum Glück war ich dank der Amazon-Rezensionen schon vorgewarnt. Vielleicht erscheint ja noch ein Bundle mit Drakensang 1, 2 und dem Mini-Addon hier, das würde ich wohl kaufen. Mal sehen.

Danke für den ehrlichen Test!

Keith

PS: Wer sich mal ein wenig mit den Hintergründen um DSA beschäftigt hat, wird merken, daß da gerade eine Menge Porzelan zerschlagen wird. Viele sehr gute, ehemalige DSA-Autoren wurden entlassen und sind selbst gegangen. Vielleicht hat Radon Labs gar keine Schuld an dem Desaster. Wer weiß...
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ZepheusZepheus27.08.2010 12:40
Ich denke mal er meint den Stienernen Wächter naja kann ja mal passieren.

zum thema selber muss ich sagen das Drakensang irgendwie immer an mir vorbei gegangen ist was wahrscheinlich an dem fehlenden Vertrauen in Deutsche entwickler liegt *grübel*
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Matthias GrimmMatthias Grimm27.08.2010 12:39
Ich hab mich schon gewundert, was ein "stienerner Wächter" sein soll. ;) Danke für den Hinweis.
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TBaTBa27.08.2010 12:34
Unter welchem denn? ;)
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timPtimP27.08.2010 12:16
Unter dem Bild ist ein Rechtschreibfehler.
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