Mit dem Blick des „Schwarzen Auges“ schauten wir auf das 2010 kommende Prequel von Drakensang und waren hinterher um einige Aha-Erlebnisse reicher. Drakensang: Am Fluss der Zeit gibt einige Erläuterungen zu Charakteren ab, die auch im 2008er RPG-Hit eine große Rolle gespielt haben. Im kommenden Abenteuer werden wir erfahren, was die Figuren vor 23 Jahren gemacht haben, denn so viel Zeit muss man zurückdrehen, wenn man in seine lieb gewonnenen virtuellen Kameraden wieder sehen will.

Deutlich verjüngt geht es also in Aventurien weiter, dem Ort, an dem Zwerg Forgrimm mit unserer Spielfigur auf die Reise ging. Lange bevor sich der heldenhafte Zwerg mit seinen Freunden in Ferdok niederließ, erkundete er die Flussufer und erlebte ein spannendes Abenteuer, das sicherlich auch den Grundstein für einige Situationen bilden wird, die bereits aus Drakensang bekannt sein dürften. Verwirrend? Tja, ein Prequel beleuchtet nun einmal Handlungen, die vor den bekannten Ereignissen passierten, aber noch nicht erzählt wurden.

Drakensang: Am Fluss der Zeit - Das Introvideo zum DSA-Nachfolger

Zwerg Ahoi!

Wer den ersten Teil gespielt hat, wird sicher noch die Geschichte um die Mörderhatz in der Fabelwelt im Hinterkopf behalten haben. Viel Lob und ebenso viele Preise durfte Entwickler Radon Labs deshalb für sich beanspruchen, denn die Handlung fügte sich ungewöhnlich gut in ein Rollenspiel ein, ohne zu einem Krimi im Fantasy-Gewand zu mutieren.

Drakensang: Am Fluss der Zeit - Alles auf Anfang: So wird das neue Drakensang

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Traumwandlerisch: "Am Fluss der Zeit" erzählt die Vorgeschichte zu Drakensang.
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Drakensang war ein reinrassiges Rollenspiel mit deutlichem Pen-and-Paper-Hintergrund. Kein Wunder: Das Regelwerk stammt direkt aus dem Stift-und-Papier-Dauerbrenner „Das schwarze Auge“, das bereits in der Mitte der Achtziger die Fantasie der Spieler beflügelt.

Eine Lizenz und eine Spielmechanik einfach weiter auszureizen, scheint dem Berliner Studio allerdings fern zu liegen. Deshalb sollen weitere Verbesserungen Einzug halten. Bei der Wahl der Spielfigur braucht man sich nicht mehr auf wenige Möglichkeiten zur Individualisierung beschränken, sondern kann nun auch Frisuren, Körperfülle oder die Form des Gesichtes frei bestimmen. Natürlich können auch wieder vorgefertigte Figuren übernommen werden, wenn man nicht so gerne an seinem Helden herumfrickeln möchte.

Startpunkt ist dieses Mal nicht die Stadt Ferdok, sondern der Rumpf eines Schiffes. Dort befindet sich der Rückzugsraum, in dem man gesammelte Gegenstände ablegt und der Fortschritt gespeichert wird. Außerdem kann man sich mit dem Schiff von einem Ort zum nächsten begeben, wenn es die Handlung gebietet. Wenn man dann am Ufer anlegt, warten schon diverse Quests auf die Spieler, die neue Erfahrungspunkte versprechen. Wie in jedem Rollenspiel können damit die Talente festgelegt, ausgebaut und verfeinert werden.

Packshot zu Drakensang: Am Fluss der ZeitDrakensang: Am Fluss der ZeitErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Anbau für Aventurien

Auch wenn die Entwickler davon ausgehen, dass die meisten Spieler auch schon Drakensang im Diskschacht rotieren ließen, werden die ersten Missionen Tutorial- und Aufbaucharakter haben. Erfahrene RPG-Zocker kennen das schon: Man erkundet die Gegend, besorgt ein paar weniger spektakuläre Gegenstände und begegnet den ersten Monstern. Die Zweikämpfe sind dementsprechend noch nicht so anspruchsvoll, der eigene Charakter noch nicht so kräftig und die Steigerung geht stufenweise vonstatten.

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Die Grafik wurde für das Prequel nochmal ordentlich aufpoliert.
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Ähnlich taktisch wie in Drakensang wird man auch Am Fluss der Zeit vorgehen müssen. Reines Hack’n’Slay-Gameplay lassen schon alleine die DSA-Regeln nicht zu. Dafür ist man nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern hat eine schlagkräftige Truppe an seiner Seite. Wer uns tatkräftig mit Schild, Schwert und Zaubertrank unterstützt, ist dieses Mal frei wählbar.

Mehr Spielraum als im ersten Drakensang verspricht eine freie Welt, in der sich die Nebenaspekte der Handlung nach den Aktionen des Spielers ergeben sollen, aber auch noch den Mitstreitern, die man ausgewählt hat.

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Atmosphärisch: Drakensang glänzt wieder mit seinem ganz individuellen Charme.
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Anders als im Vorläufer gruppieren sich nun weniger Mitstreiter um unseren Helden. Zwar sollen die Kameraden besser ausgerüstet sein, erfordern aber auch ein gutes Auge in der Auswahl. Manchmal sind auch üble Kerle in der Anwärterliste. Die verkleinerte Party lässt nun auch auf noch mehr taktische Tiefe bei den Kämpfen schließen. Immerhin muss man nun besser mit der eigenen Kampfkraft haushalten. Womöglich werden nun auch mehr mächtige Waffen ins Spiel kommen, damit das Kämpfer-Defizit fair ausgeglichen wird.

Frischzellenkur auf Pixelart

Wenn die Umgebung frischer wirkt und die Helden unverbrauchter aus dem Monitor schauen, liegt das nicht nur an dem zeitlichen Rahmen vor dem ersten Drakensang, sondern auch an neuen Texturen, die man überarbeitet und verfeinert hat. An verbesserten Animationen soll derzeit noch gearbeitet werden. Auch wenn Drakensang schon eine technisch wirklich gute Figur machte, soll das Prequel die alte Optik noch einmal toppen und mit glänzender Technik die Ladenregale erklimmen.

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Der Fluss der Zeit führt durch eisige Regionen.
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Auch die Vertonung läuft bereits auf Hochtouren – ein Wiederhören mit den alten Stimmen ist selbstverständlich. Außerdem wird ein großes Repertoire an Sprüchen und Dialogen ins Spiel eingebaut. Also darf man nicht nur auf optische, sondern auch auf akustische Detailfreude hoffen, die über den Umfang des Hauptspiels hinausgeht. Die Spielwelt abseits der Stadt Ferdok soll wieder einmal sehr weitläufig sein, da hoffen wir mal, dass man sich mit dem Schiff einige Wege ersparen kann und nicht exzessiv durch die Gegend gescheucht wird.

Es geht in bekannter Manier weiter in Aventurien: Mit dem Fluss der Zeit gehen die Entwickler sicher nicht baden.Ausblick lesen

Bis zur Stadt Nadoret wird also noch viel Wasser den Fluss der Zeit hinunterlaufen. Spielzeit, um genau zu sein. Denn auch das Prequel, dem zwar keine ganz große Erneuerung zu Grunde liegt, soll mit reichlich Spielinhalten protzen. Zusätzlich zu dem erweiterten Handlungsspielraum ergeben sich viele neue Möglichkeiten, das Abenteuer zu erleben. Und wer sich diese intensiv zu Gemüte führen will, kann ja gleich mehrmals in die Welt von Aventurien eintauchen und dort im Fluss der Zeit baden.